Die Alben des Jahres 2000
  1. Survivor - Empires
  2. Laura Pausini - Tra Te E Il Mare
  3. Lenny Kravitz - Greatest Hits
  4. Filter - Title Of Record
  5. ABBA - The Complete Singles Collection
  6. Kansas - Somewhere To Elsewhere
  7. Billy Joel - The Ultimate Collection
  8. Lara Fabian - Lara Fabian
  9. Guano Apes - Donīt Give Me Names
  10. Sash! - Best Of / Encore Une Fois

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2000 war ein gutes Musik-Jahr! Dabei gestaltete sich die Auflistung der CDs des Jahres als bunte Mischung aus vielen Musikrichtungen. Hardrock: Filter, GuanoApes. Progrock: Kansas. Eighties-Rock: Survivor. Dance: Sash!. Italo-Pop: Laura Pausini. Entertainer-Rock/Pop: Lenny Kravitz & Billy Joel. Pop: Lara Fabian, Abba. Durchs Raster mußte leider die tolle, mit einer 6er Wertung gewürdigte Scorpions-Platte "Moment Of Glory" fallen.



Melodic-Rock

Das neue Survivor-Album "Empires" kam zwar nicht in die Charts, war aber trotzdem ein absoluter Rockhammer. Die CD war das erste Lebenszeichen der "Rocky"-Supergruppe der 80er seit dem "Greatest Hits"-Album im Jahre 1990. Und doch war es eigentlich kein richtiges Survivor-Werk. [Ausgeklammert habe ich hier das 93er "Greatest Hits 2", das wohl nur in den USA veröffentlicht wurde. Aber immerhin kam es dabei zu einem kurzen Comeback von Ursänger Dave Bickler und bescherte zwei neue Songs. Davon hat man in Deutschland allerdings nichts mitbekommen.]

Von der Besetzung des letzten Survivor-Studioalbums (1988 "Too Hot To Sleep") blieb nämlich nur Sänger Jimi Jamison übrig. Jim Peterik und Frankie Sullivan, die langjährigen Kreativköpfe von Survivor, waren nicht mehr an Bord. Jamison nannte die Gruppe dementsprechend auch Jimi Jamison's Survivor. Ich lege auf diese Feinheit allerdings keinen Wert ;-).

Trotz dieses Aderlasses klingt das Album wie eine konsequente Fortsetzung der härteren Gangart des 88er Werkes. Und umso überraschender war es, daß der Sound auf "Empires" noch um einiges ausgefeilter daherkam als seinerzeit in den Endachtzigern.

Mit dem Startsong "Cry Tough" gelingt ein Auftakt nach Maß. Die "neuen" Survivor rocken extrem und dies praktizieren sie in harter und hochmelodischer Form. Titel wie "A Dream Too Far" oder "First Day Of Love" machen dem Zuhörer "Feuer" wie zu besten "Eye Of The Tiger"-Tagen. Hervorstechend ist auch die wunderbare Ballade "Empires", in der Jamison mit Lisa Frazier duettiert.

Als Reminiszenz an die alte Survivor-Zeit, gibt es auf der CD Liveversionen vom zweiten Rocky-Hit "Burning Heart" und einem Studiotrack vom 86er Album "When Seconds Count", "Rebel Son". Und dann befindet sich auch noch ein Song namens "I'm Always Here" auf dieser Platte. Dieser Titel wurde als Titelmusik der David Hasselhoff-Serie "Baywatch" eingesetzt und schaffte dank seines Hitpotentials gar den Einzug in die deutschen Single-Top 100.

Jimi Jamison hat eine absolut beeindruckende Stimme. Diese Stärke spielt er auf "Empires" souverän aus und ist somit entscheidendster Teil eines Melodic-Hardrock-Werkes der allerfeinsten Sorte!

Italo-(Schmuse)-Pop

"Tra Te E Il Mare" ist das zweite Album, das ich von Laura Pausini kennenlernte. Ihr 2000er Werk begibt sich stilistisch wieder auf das Terrain, das man auch schon von "La Mia Risposta" her kannte. Die von ihr gepflegte Mischung aus Pop und Balladen überzeugte erneut über die komplette Bandbreite der CD. Die Musik von Laura ist einfach perfekt dazu geschaffen um zu Träumen oder sich in eine Sommer-Laune versetzen zu lassen.

Nicht zuletzt beinhalten ihre Songs eine gute Portion Gefühl. Der Titelsong [zugleich auch ihre erste Singleauskopplung], "Siamo Noi" und "Viaggio Con Te" etwa lassen einem [in der richtigen Stimmung] den einen oder anderen Schauer über den Rücken laufen. Natürlich hat die Italienerin auch mindestens genauso viele flotte Stücke im Gepäck. Und mit diesen, z.B. "Musica Sará", "Fidati Di Me", "Mentre La Notte Va", zieht sie den Zuhörer erneut in ihren Bann!

Wie auch beim Vorgängeralbum [auf "La Mia Risposta" gab sie den von Phil Collins geschriebenen Song "Looking For An Angel" zum besten] präsentiert die Künstlerin auch diesmal einen englischen Titel. "The Extra Mile" hört sich definitiv sehr schön an, und ihre Stimme besitzt auch hier überdurchschnittliche Attraktivität. Dennoch besitzen ihre italienischen Stücke das Quentchen mehr an Charme, das den kleinen aber feinen Unterschied ausmacht.

Der Weg zur Weltkarriere wird allerdings zwangsläufig nur über die Universalsprache Englisch funktionieren. Zumindest in Europa könnte es aber auch ausschließlich mit Italo-Pop klappen. Zur Erinnerung: Weltstar Eros Ramazzotti bleibt der Muttersprache auf seinen Alben treu, und hat inzwischen fast den ganzen europäischen Kontinent erobert! Seine international erfolgreichste Single war aber dennoch das Joint Venture mit Tina Turner ("Cose Della Vita" / "Can't Stop Thinking Of You"), bei der Ramazzotti aber nur Bruchstücke auf englisch sang.

In Italien gelangte "Tra Te E Il Mare" wieder bis auf # 3 der Albumcharts. In Deutschland schaffte Pausini erstmals den Sprung in die Top 50 (# 34). Fortsetzung folgt bestimmt.

Entertainer-Rock

Seit 1990 mischt Lenny Kravitz das internationale Rockgeschehen ordentlich auf. Spätestens 1993 gelang ihm mit dem Album "Are You Gonna Go My Way" der Durchbruch zu einer Weltkarriere. Seitdem ist der Musiker Stammgast in den Top 10 der Album-Charts. Das "Greatest Hits"-Album aus dem Jahr 2000 läßt einen perfekten und vollständigen Querschnitts-Blick auf das abwechslungsreiche Repertoire des Herrn Kravitz zu. Wie hoch sein Stellenwert in Sachen Rockmusik ist, zeigen die Notierungen dieser Kompilation: US & D # 2, GB # 12.

Im Privatleben gilt Kravitz als extravagant. Seine Musik besitzt ebenfalls den Reiz des Ungewöhnlichen, weist aber stets Maimstream-Grundstrukturen auf. Ob dies nun in Rocksongs wie "Again" (der grandiosen Single von dieser Platte), "Fly Away", "Rock And Roll Is Dead" oder "Let Love Rule" zum Vorschein kommt, oder sich in Balladen äußert (z.B. "Believe", "I Belong To You" oder "Stand By My Woman"), seine Songs sind stets mit hoher Substanz und Eingängigkeit ausgestattet.

Moderner Melodic-Hardrock

Selten habe ich solch eine wunderbare Kombination von Härte und Harmonie entdeckt wie auf dem Album "Title Of Record" der Gruppe Filter. Die von Richard Patrick (Vocals & Guitar), Geno Lenardo (Guitar), Steven Gillis (Drums) und Frank Cavanagh (Bass) gebildete Band verzeichnete bereits 1995 mit dem Album "Short Bus" einen 16wöchigen Aufenthalt in den US Top 100. Jetzt mit "Title Of Record" ging es rauf bis # 30 (US) und auch die Deutschen entdeckten ihr Faible für diesen spannenden Melodic-Hardrock der Extraklasse (# 20).

Das Faszinierende an dem Vierer ist die Kunst, in nahezu jedem einzelnen Titel des Albums für einen unwiderstehlichen Refrainpart zu sorgen. Die Stücke "Captain Bligh", "It's Gonna Kill Me" oder "I Will Lead You" drücken diese Faszination ohne Wenn und Aber aus. Die Single "Take A Picture", "The Best Things" und die Mörder-Ballade "I'm Not The Only One" überzeugen darüber hinaus als radiotaugliches Material.

Pop-Hereon

Hand aufs Herz! Wer 1981/1982, zur Zeit des letzten Abba-Tophits "One Of Us", so zwischen 10 und 15 Jahre alt gewesen ist, der hat höchstwahrscheinlich [irgendwann] seinen ganz persönlichen Start ins "Popmusik-Hören" mit den Klängen von Agnetha, Frida, Björn & Benny vollzogen. Also ich [war damals 14] bin mit dieser Musik aufgewachsen, und was für die Jugend-Generation in den Sechzigern die Beatles gewesen sind, waren von 1974 - 1982 eben Abba. Die vier Schweden waren die Meister des Ohrwurms. Einfache Popsongs [geschrieben von Björn und Benny] wurden durch den zweistimmigen Gesang von Agnetha und Frida zu echten Perlen. Und diese Eingängigkeit der Abba-Hits verleitete die ganze Welt zum mitsingen.

Doch auch bei mir wandelte sich die Anfangsliebe zu dieser Band so um 1983 herum [also kurz nach dem Ende von Abba] in Verleugnung. "Abba? So was höre ich doch nicht! Neee! Das ist doch was für die Schlagerheinis! Ich hör' eher Toto oder ELO". So ungefähr müssen meine Worte bezüglich meiner [neben ELO] musikalischen Wurzeln gewesen sein. Ich habe sogar meine zahlreichen Abba-LPs verschenkt! Nur weil ich mich geschämt hatte, so etwas in meinem Plattenschrank zu haben. Wie blöd war man doch damals [damals? ;-)]. Irgendwann in den Neunzigern, man wurde inzwischen erwachsen (?), besann man sich wieder - mit ein wenig Hilfe vom Abba-Millionen-Seller "Gold" aus dem Jahre 1992 - auf die einzigartige Klasse dieser Gruppe.

Fast neun Jahre die Popmusik zu beherrschen, das gelang in dieser Intension später keiner Band mehr. In Deutschland waren Abba vom 29.04.1974 (Ersteintritt von "Waterloo") bis in den Februar des Jahres 1983 (letzte Single "Under Attack") in den Charts omnipräsent. Und sie pflasterten ihren Karriereweg voll mit 1a-Popknallern. Dabei machten sich Abba den Eurovision Song Contest (Grand Prix) zu Nutzen, der damals noch einen viel höheren Platz in der Musikwelt einnahm als heute. Das og. "Waterloo" geleitete die Band zum Sieg und brachte den vier Schweden ihre erste # 1 in den deutschen (und auch internationalen) Singlehitparaden.

Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Weltweit war die Abba-Mania ausgebrochen. Und Deutschland zählte zu den am "stärksten" betroffenen Ländern. "S.O.S." (1975), "Mamma Mia", "Fernando", "Dancing Queen" und "Money, Money, Money" (alle 1976) und schließlich "Knowing Me, Knowing You" (1977) bescherten der Band sechs aufeinanderfolgende Nummer 1-Songs in den deutschen Charts! Diese Zeit von 1975 - 1977 kann auch als die Hochphase des Erfolges von Abba bezeichnet werden.

Schon mit "Knowing Me, Knowing You" schlugen die Vier etwas ernstere Wege ein. In beiden Ehen, Benny & Frida und Björn & Agnetha, kriselte es, und dies sollte zunehmend mehr Einfluß auf die Musik der Gruppe nehmen. Von Ende 1977 bis Mitte 1980 brachten es Abba auf weitere Top 5 Erfolge: "Take A Chance On Me", "Chiquitita", "Gimme! Gimme! Gimme!" und "I Have A Dream". Im August des Jahres '80 kam mit "The Winner Takes It All" das bislang traurigste Lied der Gruppe auf den Markt. Ein Meisterwerk, dem der Sturm auf # 1 leider knapp verwehrt blieb (# 4). Dies gelang dann aber der darauffolgenden Single "Super Trouper".

Ende 1981 sollte dann "One Of Us" die Traurigkeitsschranke [beide Ehen waren inzwischen beendet] von "The Winner Takes It All" noch einmal durchbrechen und Abba ein letztes Mal auf # 1 in Deutschland führen. "The Day Before You Came" (letzter Top 5 Hit) setzte "One Of Us" im November 1982 noch einen drauf und zeigte uns allen, daß acht Jahre intensives Zusammenspiel, sowohl in geschäftlicher als auch privater Hinsicht, am musikalischen Output nicht spurlos vorbeigehen konnten.

Dennoch schafften es Abba, trotz aller zwischenmenschlicher Differenzen, bis zu "One Of Us" die Tuchfühlung zum Publikum zu bewahren, indem sie substanziell hochwertige Songs veröffentlichten. In dieser zweiten Abba-Phase von 1978 - 1983 schrieben und performten sie einige ihrer grandiosesten Stücke. Das von Agnetha mit Inbrunst gesungene melancholische Meisterwerk "The Day Before You Came" setzte den [mentalen] Schlußpunkt dieser beispiellosen Bandkarriere. Chronologisch gesehen ist zwar der 83er Nachzügler "Under Attack" die letzte Abba-Single, doch "The Day Before You Came" war das Abschiedslied, das konnte jeder hören.

"The Complete Singles Collection" aus dem Jahr 1999 enthält alle relevanten Hits der Gruppe auf zwei CDs. Das Doppelpack stieg in den deutschen Charts nicht mehr ganz so hoch (# 10). Die Hit-Geschichte der Band wurde nämlich in den Jahren 1992/1993 in Form von "Gold" und "More Gold" schon einmal auf den Markt gebracht, und fand damals massenweise Abnehmer [das gilt insbesondere für "Gold"].

Progrock

Ein sattes Progrock-Brett serviert uns die Band Kansas auf ihrem neuesten Werk "Somewhere To Elsewhere". Wer die Klassiker-Alben der Gruppe, "Leftouverture", "Point Of Know Return" oder "Audio Visions", geliebt hat, kommt auch bei der 2000er CD voll auf seine Kosten. Denn der Clou der Platte ist, daß Kansas mit Kerry Livgren endlich wieder ihren Mastermind aus alten Tagen überreden konnten, mitzumachen. Und das ist auch der Hauptgrund weshalb Kansas in Originalbesetzung (plus Billy Greer) wieder so klingen wie früher. Denn Livgren lieferte mit dem Songwriting sämtlicher 10 neuen Titel perfekte Arbeit ab.

Spätestens nach dem 86er Album "Power" brachten Kansas in wechselnden Besetzungen nur noch bedingt brauchbares und schwer verdauliches Material heraus. Im Jahr 2000 machen sie mit "Somewhere To Elsewhere" Laune auf die 2001er Tournee [Anmerkung: am 10.04. brillierten sie zusammen mit Asia in Neu Isenburg] durch Deutschland. Bei Songs wie "Icarus II", "The Coming Dawn", "Myriad" oder auch Look At The Time" erlebt man eine Progressiv-Rock-Retroreise ins Paradies.

Entertainer-Pop/Rock

Die "Ultimate Collection" von Billy Joel, einem der größten Entertainer der 70er, 80er und 90er, vereint sozusagen die "Greatest Hits 1 & 2" (1985) mit "Greatest Hits 3" (1997) und ist insofern bestens für Joel-Einsteiger geeignet. Bis auf "Pressure", einer der besten BJ-Nummern, ist hier alles vertreten, was man von diesem Künstler braucht.

Natürlich findet man auf dieser Doppel-CD alle Klassiker: "Piano Man", "Just The Way You Are", "My Life", "Honesty", "Donīt Ask Me Why", "It's Still Rock And Roll To Me", "Uptown Girl" und "Tell Her About It". Mit "A Matter Of Trust", "We Didn't Start The Fire", "Leningrad" und "The River Of Dreams" sind auch die erfolgreichsten Songs jüngeren Datums enthalten. Plazierungen: D # 58, GB # 4.

Pop mit grandiosem Gesang

Lara Fabian schaffte es mit ihrem englischsprachigen Debütalbum "Lara Fabian" auf # 1 in Frankreich. Seit ihrem Radio- und Singlehit "I Will Love Again" konnte sie sich auch in den deutschen Charts festsetzen (# 26).

Stimmlich ist Lara Fabian im Bereich von Celine Dion einzuordnen. Ich möchte aber behaupten, daß ihr Gesang eine noch weitere Bandbreite und Intensität aufweist als der ihrer weitaus berühmteren Kollegin. Daß es mit dem Erfolg nicht ganz so gut läuft ist klar: Lara ist nur der "Follower" von Celine. Da hat man es immer schwerer, auch wenn man eigentlich besser ist.

Das Album bewegt sich zwischen Ballade ("You're Not From Here", "Adagio", "To Love Again") und lässigem Pop ("I Will Love Again", "I Am Who I Am", "Till I Get Over You"). Kein Geringerer als Toto-Gitarrist Steve Lukather zupft bei den letztgenannten Balladen das Saiteninstrument! Ein zusätzlicher Pluspunkt für das Album [subjektiv gesehen!].

In jedem Fall ist derjenige, der groß orchestrierte & dramatische Songs auf der einen Seite, und kleine Popperlen auf der anderen Seite liebt, mit der bärenstarken Performance von Lara Fabian bestens versorgt.

Moderner Hardrock

Das wichtigste vorne weg. Guano Apes machen auf ihrem zweiten Opus Hardrock aus Germany at it's best. Die dermaßen charismatische und stimmgewaltige Frontfrau Sandra Nasic stellt ihre männlichen Mitstreiter bisweilen locker in den Schatten. Wem das erste Werk der Band ("Proud Like A God") mit den Hits "Open Your Eyes" und "Lords Of The Boards" zu hart und brachial war, der wird bei "Don't Give Me Names" begeistert aufschreien.

"Innocent Greed", "No Speech" und "Big In Japan" sind Titel, die sehr hart aber gradlinig und harmonisch rüberkommen. Und diese Aussage kann man auf das komplette Album ausdehnen. Hatte sich das erste Album der Apes mit über 700.000 Einheiten sensationell gut verkauft, hätten sie nun eine Million verkaufen müssen. "Don't Give Me Names" landete zwar auf # 1 der deutschen Albumcharts, aber die Verkaufszahlen dürften sich eher im Bereich von 250.000 Einheiten bewegen.

Dance-Pop

Sash! heißt in Wirklichkeit Sascha Lappessen und kommt aus der Nähe von Mönchengladbach. Den Traum vom Fußballprofi bei der dortigen Borussia hatte er schon früh aufgeben müssen und so widmete er sich intensiver seinem zweiten Steckenpferd - der Dance/Techno-Musik. Der weltweite Durchbruch sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Im Jahr 1997 avancierte Sash! zum großen Abräumer seines Genres und bugsierte alleine in Großbritannien drei (!) Titel ("Encore Une Fois", "Ecuador", "Stay") auf #2 der Singlecharts. Fortan schaffte jede Single des Künstlers den Sprung in die britischen Top 10, und dies waren bis heute noch sieben weitere Mega-Hits. Auch in seinem Heimatland mischte er die Singlehitparade mächtig auf.

Zwar blieben seine Erfolge hierzulande etwas hinter denen im Mutterland des Pops zurück, es reichte aber immerhin auch zu einer Top 10 Plazierung für "Ecuador" und fünf in den Top 20 (außer obengenannten Tracks noch "Adelante", "Mysterious Times" und "La Primavera"). Der Erfolg des Künstlers beruht meiner Meinung nach auf den wunderschönen Melodien, die er seinen "in die Füße gehenden" Songs gibt. Er bastelt damit einen unverwechselbar tanzbaren Rhythmus. Wer sich zum Einstieg in dieses Album die geniale neue Single "With My Own Eyes" anhört, erkennt sofort, was ich damit meine. Darüber hinaus versteht er es, talentierte Sängerinnen (z.B. Tina Cousins) für sein Projekt zu gewinnen. Sash! verzichtet zudem völlig auf lästige Rap-Einlagen.

Neben den obenerwähnten Titeln enthält die Sammlung "Best Of / Encore Une Fois" alle 11 Sash-Singles der Zeit 1997 - 2000 und bietet neben vier weiteren Album-Songs noch einen 17minütigen Hit-Mix. Allerdings kam die CD über eine Position 62 in Deutschland nicht hinaus. Schade eigentlich...



Die Singles des Jahres 2000
  1. Vertical Horizon - Everything You Want
  2. Lenny Kravitz - Again
  3. Bon Jovi - Itīs My Life
  4. Laura Pausini - Tra Te E Il Mare
  5. Reamonn - Supergirl
  6. Filter - Take A Picture
  7. Lara Fabian - I Will Love Again
  8. Taxiride - Everywhere You Go
  9. All Saints - Pure Shores
  10. Robbie Williams - Supreme
  11. Scorpions & Berliner Phil. - Here In My Heart
  12. Mirah - Gotta Go Home
  13. All Saints - Black Coffee
  14. Kylie Minogue - On A Night Like This
  15. Highland - Bella Stella
  16. Sonique - Sky
  17. Backstreet Boys - Shape Of My Heart
  18. Sting Feat. Cheb Mami - Desert Rose
  19. Olsen Brothers - Fly On The Wings Of Love
  20. ATC - Around The World

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** Eine noch recht neue Rockband aus den Staaten machte das Rennen um die # 1 meiner Singlesfavoriten im Jahr 2000. "Everything You Want" von der Band Vertical Horizon machte über eine # 1 in den USA auf sich aufmerksam. Auch das gleichnamige Album der Band war recht gut, erreichte aber nicht so hohe Plazierungen wie die Single (US # 40). ** Ein neuer Titel aus seinem "Greatest Hits"-Album brachte Lenny Kravitz wieder in die Single-Hitparaden. "Again" war hochmelodisch und kraftvoll zugleich gehalten und schaffte es in Deutschland auf # 19 (USA in 2001 # 4). **


** Die Fußballhymne zur EM 2000 hieß "Itīs My Life" von Bon Jovi. Das ZDF hatte diesen Song für sich "gepachtet" und zeigte mit dieser Wahl ein glückliches Händchen. Die Single brachte es auf # 2 Deutschland (GB # 3). Das Bon Jovi-Album "Crush" wurde ebenfalls zum Erfolg (D & GB # 1, US # 9). ** "Tra Te E Il Mare" die erste Single aus der gleichnamigen neuen CD von Laura Pausini plazierte sich in ihrem Heimatland in den Top 10. **


** Eine deutsche Band mit irischem Sänger sorgte im Jahr 2000 in den einheimischen Charts für Furore. Das "Supergirl" von Reamonn arbeitete sich bis zur # 4 der Singlehitparade hoch. Auch das Album "Tuesday" hatte hohes Potential und stieg bis # 5. ** Die Gruppe Filter schickte mit "Take A Picture" einen Song im Radioformat ins Chartsrennen. Der Erfolg gibt ihnen recht: D # 98, GB # 25, US # 13. **


** Zu einem echten Dauerbrenner entwickelte sich Lara Fabians "I Will Love Again". Auf # 25 war in Deutschland erst Ende der Fahnenstange. ** Die australische Rock/Pop-Formation Taxiride tauchte im Jahr 2000 mit einer Monstersingle im deutschen Radio auf. "Everywhere You Go" glänzte mit phantastischen Gesangsharmonien und flottem Rhythmus. In Deutschland erreichte die Single # 81, die CD "Imaginate" stieg, dank Unterstützung von Jürgen von der Lippe ["Geld oder Liebe"], gar bei # 30 ein. **


** Die etwas andere Mädchenband All Saints schaffte es 2000 gleich zweimal in meine Top 20. "Pure Shores" (D # 18, GB # 1) und "Black Coffee" (D # 31, GB # 1) hießen die beiden zuckersüßen Stücke. Das Album "Saints & Sinners" plazierte sich in Großbritannien auf der Pole Position (D # 14). ** Ex-Take That-Mitglied Robbie Williams macht inzwischen richtig gute Musik! "Supreme", sein Spät-2000er Hit, erinnert sehr stark an "I Will Survive" von Gloria Gaynor. Das stört aber überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil: D # 14, GB # 4. **


** "Here In My Heart", die wunderschöne Ballade der Scorpions (zusammen mit den Berliner Philharmonikern; Klaus Meine im Duett mit Sängerin Lyn Liechty) zündete erst beim zweiten Hinhören. Brachte aber dennoch keinerlei Chartsnotierungen. Das komplette Album mit den Philharmonikern ("Moment Of Glory") schaffte es hingegen verdientermaßen bis auf # 3 der deutschen Albumcharts. ** Einen kleinen Überraschungshit landete die Sängerin Mirah mit ihrem netten "Gotta Go Home" (D # 67). **


** Ein großes Comeback feierte Popschnuckelchen Kylie Minogue im Jahr der Olympischen Spiele in Sydney. Die gebürtige Australierin nutzte einen Auftritt bei den Festivitäten zu diesem Großereignis um ihr neues Album "Light Years" (D # 35, GB # 2) und ihre neue Single "On Nights Like This" (D # 72, GB # 2) zu promoten. Zuvor stürmte sie schon mit "Spinning Around" die Spitze der britischen Hitparade (D # 62). Sicher, die Erfolge zu Stock/Aitken/Waterman-Zeiten waren schon wesentlich größer. Kylie war aber jahrelang fast komplett weg vom Fenster, und darf sich über ein Comeback dieses Ausmaßes definitiv freuen! **


** Die Dance/Pop-Formation Highland bestieg mit der hymnischen Single "Bella Stella" deutsche Top 10-Höhen (# 8). ** Sängerin Sonique landete mit "It Feels So Good" ihren ersten Hit. "Sky", die Nachfolgescheibe, fand ich besser: D #11, GB # 2. ** Zum wiederholten Mal eroberten die Backstreet Boys einen Platz in Musictommy's Top 20. Diesmal gelang der "Coup" mit "Shape Of My Heart" (D # 2, GB # 4, US # 9). ** Zusammen mit Cheb Mami veröffentlichte Sting eine orientalisch schöne Nummer. "Desert Rose" knackte die amerikanischen (# 18) und britischen (# 15) Top 20. Hierzulande kletterten die beiden gar bis # 7. **


** Die beiden Dänen Jorgen und Niels Olsen gewannen als Olsen Brothers mit dem Titel "Fly On The Wings Of Love" den 2000er "Grand Prix De La Chanson" in überzeugender Manier. Auch ich setzte die beiden auf den Favoritenschild: D # 7. ** Ein deutsches Kunst/Pop-Produkt landete auf # 1 der Singlecharts. ATC ermöglichten den Zuhörer bei "Around The World" überdurchschnittlichen Musikgenuß. **