Die Alben des Jahres 2002
- Lambretta - Lambretta
- Taxiride - Garage Mahal
- Boston - Corporate America
- Harem Scarem - Weight Of The World
- Bon Jovi - Bounce
- Giant - III
- Michelle Branch - The Spirit Room
- Paradise Lost - Symbol Of Life
- Vanessa Carlton - Be Not Nobody
- Def Leppard - X
Ganz oben in Musictommy's Bestenliste 2002 landeten zwei Überraschungsbands. Die
schwedischen Lambretta verwiesen mit ihrem internationalen Debütalbum, dem
insgesamt zweiten Werk der Band, die Konkurrenz auf die Plätze, und die australischen
Taxiride schüttelten einen hammermäßigen Zweitling aus dem Ärmel, den man ihnen
beileibe nicht unbedingt zugetraut hätte. Gut vertreten war 2002 der Melodic-Rock. Mit
Boston, Bon Jovi und Def Leppard besiedelten drei Aushängeschilder dieses Genres die
Mt-Top 10, darüber hinaus überzeugten zwei Bands aus der zweiten und dritten Liga:
Giant und Harem Scarem. Schließlich gesellten sich Michelle Branch sowie Vanessa
Carlton mit ihrem unwiderstehlichem US-Pop/Rock ebenfalls in die Top 10 wie die Power-Goth-Rocker von Paradise Lost.
Die Enttäuschungen des Jahres: Del Amitri und Lifehouse, die zwar keine schlechten
Scheiben ["Can You Do Me Good?" bzw. "Stanley Climbfall"] rausbrachten, allerdings das
gewohnte Niveau verfehlten. Mit Stirnrunzeln quittierte ich die Nachricht von der Band
Toto, einer meiner absoluten Faves, die verkündete, daß die neue Scheibe ein reines
Coveralbum werden würde. Nun, "Through The Looking Glass" war als solches durchaus
gelungen; neue Toto-Songs wären allerdings wesentlich willkommener gewesen.
2002 darf als das Jahr angesehen werden, in dem die schwedische Band
Lambretta den internationalen Durchbruch hat feiern können. In Deutschland
gelang es der Band, mit dem Album "Lambretta" bis auf # 26 vorzudringen und
13 Wochen in den Top 100 zu gastieren. Die Singles "Bimbo" [D-HP: # 27, 18 Wochen
Verweildauer] sowie "Creep" [# 64] konnten als Paradebeispiele ihres insgesamt zweiten
Longplayers ebenfalls positive Akzente setzen. Daß die blonde Sängerin Linda
Sundblad an diesem Erfolg keinen geringen Anteil besitzt, ist unbestreitbar: Die 20-jährige besitzt eine ausdrucksstarke Stimme, blendendes Aussehen und die Gabe, dieses
auch in den Videos rüberzubringen. Linda's Mitstreiter Anders Eliasson
[Guitar], Klas Edmundsson [Guitar], Petter Lantz [Bass] & Tomas Persic [Drums] sorgen
indessen mit dem satten Power-Pop/Rock-Sound für die Basis, die eine solche
unwiderstehlich-süßliche Rockstimme benötigt.
Die oben beschriebene Gesangs/Sound-Kombination macht aus diesem Album ein ganz
besonderes Ereignis, eines, das - genaugenommen - ausschließlich aus Highlights
besteht. Hervorzuheben sind trotzdem ein paar Stücke, die sich ganz besonders ins Ohr
bohren. Dazu gehören natürlich die beiden schon erwähnten Singles. "Bimbo" ist ein
gnadenloser Heavy-Pop-Song, gekennzeichnet durch einen sensationellen Refrain mit
extrem kratzigem Vorspiel und ebenso kratzigen Breaks, "Creep" kommt dagegen sehr
eingängig daher und darf als hochmelodischer Killer-Refrain-Song bezeichnet werden.
In diese für "Creep" ausgewählte Kategorie passen auch die Titel "Wake Up Girl", Perfect
Tonight", "Piece Of My Heart" und "You Will Never". Womit wir schon mal die Hälfte der
12 Stücke aus "Lambretta" anvisiert hätten. Zumindest "Cry In My Arms" [Ballade mit
finalem Heavy-Spurt], das lässig-lockere "Love To Hate You" und die Akustik-Schnulze
mit Schauerpotential, "Give Me Love", müssen aber noch genannt werden, wenn man die
Hauptelemente dieser Spaßreise durchs Lambretta-Land aufzählen soll.

Klar, das Taxiride-Debüt "Imaginate" [1999/2000] war schon nicht von
schlechten Eltern. Aber, was die drei Musiker [aus dem ursprünglichen Quartett ist Daniel
Hall ausgestiegen] aus Australien 2002 vorgelegt haben, das ist schlichtweg als
sensationell zu bezeichnen: "Garage Mahal" bietet Gitarren-Rock á la bonne
heure!
Die Scheibe hat durchweg einen extrem hohen Spaßfaktor vorzuweisen, wirkt mitreißend
und bietet abwechslungsreiche Feinkost, kurzum: Taxiride perfektionieren ihre
mehrstimmig vorgetragenen, hochmelodischen Songs und legen dabei ein paar Rock-Briketts drauf! Insbesondere Bands wie The Calling oder Jimmy Eat World können sich
von Tim Watson, Jason Singh und Tim Wild [alle Gesang, Gitarre, Baß & Songwriting] in
punkto Melodic & Refrain-Sicherheit einige fette Scheiben abschneiden.
In den Songs "Afterglow", "How I Got This Way" [zweite Singleauskopplung: siehe unten
bei Singles des Jahres], "Forest For The Trees" oder "Wait" demonstrieren Taxiride mit
absoluten Killer-Refrains [= ein Refrain, der den Hörer sofort in seinen Bann zieht] wie
harmonisch fett produzierte Rocksongs klingen können. Zu den Hammerstücken des
niveaugeladenen Programms der Band gehören noch das softere Pop-Stück "Afraid To
Fly" sowie die an den Beatles und Crowded House orientierte Ballade "This Time".
Leider blieb diesem Album dennoch der Einstieg in die deutschen und internationalen
Charts verwehrt. Mit "Imaginate" hatte man es durch einen Auftritt bei 'Geld oder Liebe'
bis in die Top 40 geschafft, diesmal reichte es lediglich zu einer # 5 in den australischen
Longplaycharts [Gold für mehr als 35.000 verk. Exemplare] und für die erste Single
"Creepin' Up Slowly" [netter, flockiger Pop-Song mit Scratch-Einlage] zu einer # 6 der
Singlecharts [Platin für mehr als 70.000 abg. Einheiten]. Dumm für Warner, der
Plattenfirma von Taxiride. Hier wurden definitiv Chancen auf einen internationalen Erfolg
verschenkt, die man bei geeigneter Performance in Radio-, TV- sowie Printmedien leicht
hätte nutzen können. Übel, wie manche Labels mit großartigen Ressourcen umgehen!

Man vervollständige folgende arithmetische Zahlenreihe: 1978, 1986, 1994, X. Man muß
kein mathematisch begabtes Genie sein, um herauszufinden, daß die Lösung für X
2002 lautet. Diese Reihe gewann in den letzten 24 Jahren zunehmend an Bedeutung für
einen Fan der US-Melodic-Bombast-Band Boston. Insofern nämlich, daß man
sich mit ihrer Hilfe bereits bei Erscheinen eines neuen Albums ausrechnen konnte, wann
die nächste Scheibe veröffentlicht wird. Nun war es 2002 also wieder soweit:
"Corporate America" stand im November in den Läden! Doch: Was 1994 mit
"Walk On" erfolgsmäßig noch recht gut funktionierte, wurde nun erbarmungslos
abgeschmettert. Letztlich blieb unterm Strich nur eine # 42 in den Billboard-Charts übrig,
bereits nach einer Woche mußte die Scholz-Truppe die Top 100 wieder verlassen. Boston
sind 2002 endgültig zu einem Opfer der schnellebigen Zeit geworden, denn die aktuelle
Besetzung um Mastermind Tom Scholz, Brad Delp [Gesang], Fran Cosmo [Gesang],
Kimberley Dahme [Gesang, Gitarre], Anthony Cosmo [Gitarre, Gesang], lieferte mit
"Corporate America" vortreffliche Arbeit ab.
Man kann den Longplayer in zwei große Kategorien einteilen. Zunächst einmal Classic-Boston-Songs mit der gewohnten Dominanz der bombastisch-harmonischen Scholz-Gitarre. Etwa bei der ersten Single-Auskopplung "I Had A Good Time" [Musterbeispiel für
fett produzierten Melodic-Rock], "Corporate America" [ein flott-rockendes Stück mit
genialem Refrain], "Someone" [großartige Gesangsperformance, starker Refrain], "You
Gave Up On Love" [traumhafte Bombastballade mit genialer Refrain-Passage] sowie der
Liveversion von "Livin' For You" [Stück aus dem "Walk On"-Album"] erhält jeder der
Scholz-Guitarsound-Süchtigen seine wohlverdiente Dosis. Das neue Album enthält aber
auch einige sehr gut gelungene moderne Titel mit schwankendem Anteil an Boston-Trademarks. Stücke wie "Turn It Off" [energiegeladener Powerrock, alternativ
angehaucht] und "Stare Out Your Window" [locker-flockiger Gitarren-Rock/Pop], vor
allem aber die Akustik-Ballade "With You" sorgen allerdings auch für Diskussionsstoff bei
den Fans. Bei letzterem Track entfernt sich die Boston-Mannschaft nämlich besonders
weit vom üblichen Standard: Das Scholz-Saiteninstrument meldet sich erst im
Schlußdrittel zu Wort, Sängerin K. Dahme diktiert den Song mit ihrer glasklaren Stimme
und der akustischen Gitarre. Aber auch hier sollten selbst die eingefleischten Boston-Jünger das Gänsehautfeeling spüren, welches diese Nummer versprüht.

Die 1988 gegründete kanadische Melodic-Rockband Harem Scarem hat den
internationalen Durchbruch nie wirklich geschafft. Dennoch zählt die Band zu den
absoluten Lieblingen der Fans dieses Musikgenres und konnte seitdem insgesamt mehr
als 600.000 Alben absetzen. Mit ihrem letzten Output "Weight Of The World"
lösten Harem Scarem, Pete Lesperance [Gui & Voc], Harry Hess [Voc & Key], Barry
Donaghy [Bs & Voc], Creighton Doane [Dr & Voc], Begeisterungsstürme aus, die an das
Feedback bzgl. der Klassikeralben "Harem Scarem" [1991] und "Mood Swings" [1993] erinnerten.
Diese Reaktionen kamen nicht von ungefähr, denn schon die ersten fünf Titel des HS-Rundlings sind absolute Volltreffer. "Weight Of The World", "Killing Me", "Outside Your
Window" sowie "All I Want" stellen Power-Melodic-Tracks dar, welche mit Refrains
ausgestattet sind, die gnadenlos punkten. Die obligatorische Ballade wird dann mit Song
No. 5 serviert: "This Ain't Over" entwickelt leidenschaftlich ein 125%iges
Schauerpotential. Die Mischung aus Firehouse & Def Leppard zündet insbesondere auch
bei den Tracks "See Saw" [satter Gitarrensound, der auch sehr gut zum 'Bilder des
Tages'-Abspann der 'ran'-Bundesligasendung gepaßt hätte], "Charmed Life", "If You" und
"Voice Inside". Letztlich präsentiert "Weight Of The World" 39 Minuten lang alle Attribute,
die Melodic-Hardrock-Freaks so sehr lieben: schöne und packende Refrains, fett-melodischen Gitarren-Sound, packende Refrains, kräftige Backgrounds, dezente Synthie-Salven & ausgeprägten Gesang. Den Weg in die deutschen Charts fand die Scheibe leider
nicht.

Das hätte man den Herren Jon Bon Jovi [Vocals], Richie Sambora [Guitars], David Bryan
[Keyboards] und Tico Torres [Drums] nicht unbedingt zugetraut: Auf dem neuen Werk
"Bounce" schraubten sie den Härtegrad im Vergleich zum "Crush"-, ganz
besonders aber zum "These Days"-Album eindeutig nach oben. Bon Jovi 2002,
das bedeutet: geniale Mischung aus harten, melodischen Rocksongs, die zum Großteil in
einem etwas moderneren Gewand daherkommen [phasenweise entdeckt man einen
Alternativ/Nu-Metal-Touch], und wunderschönen Balladen, die ihrerseits zumeist opulent
gestaltet sind. Nun, die Rechnung ging durchaus auf: "Bounce" landete in Deutschland,
Großbritannien und auch den USA auf # 2. Gerade die Plazierung in den Billboard-Charts
dürfte zehn Jahre nach der letzten Top 5-Longplay-Notierung ["Keep The Faith"]
Zufriedenheit ausgelöst haben. Zieht man Bilanz, muß man dennoch erkennen, daß die
Band natürlich nicht mehr die Verkaufszahlen wie noch 1992/1993 mit obengenanntem
"Keep The Faith" erreichte, dafür wurde die Rockmusik der letzten 10 Jahre viel zu sehr
vom Grunge, Alternativ-Rock oder Nu-Metal dominiert. Immerhin sprang für das letzte
Schlachtschiff des Melodic-Rock in Deutschland wieder 'Platin' für 300.000 abgesetzte
Exemplare heraus [USA: 'Gold' für 500.000].
Es gibt auf "Bounce" keinen Song, dem man auch nur annähernd ein Prädikat der Marke
'Durchschnitt' verleihen müßte - im Gegenteil: sie beißen alle! Dem gigantisch rockenden
Anfang mit "Undivided" [flotter Rooooock mit moderner Gitarren-Führung und
grandiosem Refrain] und "Everyday" [flott, catchy Refrain, Heavy-Gitarren-Break] folgt
die Meisterballade "The Distance", einem mit bombastischen Arrangements [Orchester]
versehenen positiven 'Creed'-Song. Mit "Joey" sowie "Misunderstood" halten Bon Jovi
zwei Midtempo-Songs bereit, welche in etwa in der Liga von "Say It Isn't So" oder "Just
Older" vom letzten Album "Crush" spielen. Zwischen den nächsten beiden
Monsterballaden "All About Lovin' You" [Track 6] sowie "Right Side Of Wrong" [Track 8,
geniales Gitarrensolo!] plazieren die US-Rocker "Hook Me Up". Dieser Titel rockt das
Haus, das kann ich hier nur unterstreichen - sogar das abrupte Ende kommt cool. Mit
"Love Me Back To Life" [Harte Bombastballade mit Modern-Guitar], "You Had Me From
Hello" [schöne, sparsamer instrumentierte Ballade], Titelsong "Bounce" [Moderner
Power-Rock, der ein bißchen an Lambretta's "Bimbo" erinnert] und "Open All
Night" [leisere Schlußballade] beenden Bon Jovi ihre wahrhaft meisterliche Scheibe.

Eigentlich haben sich Dann Huff [Vocals, Gitarre, Keys], David Lyndon Huff [Drums] &
Mike Brignardello [Bass] 1989 zu spät entschieden, die Band Giant zu gründen [Hinweis:
Im Gründungs-Line-Up von 1989 stand noch Alan Pasqua]. Die Truppe spielt nämlich
waschechten & traditionellen US-Mainstream-Rock, dessen Stern Ende der 80er
allerdings bereits kontinuierlich am sinken war. So läßt es sich auch recht einfach
erklären, weshalb Giant nie der ganz große Durchbruch zuteil wurde - fünf
Jahre vorher wären sie vermutlich zu Megastars aufgestiegen. So blieb es mit den großartigen Alben "Last Of The Runaways" [1989] und "Time To Burn" [1992] bei Achtungserfolgen in den USA und Deutschland. Größter Erfolg: Ballade "I'll See You In My Dreams" lief 1990 auf # 20 der US-Single-Charts ein. Mit der Veröffentlichung von Giant-Album Nr. 3, "III", sollte es aber bis in den November des Jahres 2001 dauern.
Dieses Album versetzt den Zuhörer wie durch Zauberei in die große Zeit der US-80ies-Hits von Bands wie Toto, Chicago, Foreigner oder Journey zurück. Angefangen beim
Gitarren-Instrumental-Intro "Combustion", schreitet dieses Meisterwerk zügig weiter zum
ersten Melodic-Knaller "You Will Be Mine" [melodische Gitarre, dezente Synthies,
straighte Drums und markanter Gesang], gefolgt vom erdig-harmonischen "Over You"
[Def-Leppard-Touch]. Track Nr. 4 bringt das melodieverliebte 'Kind der 80er' schier zum
'Ausrasten': "Don't Leave Me In Love" ist eine Monster-Ballade, welche Whitesnake-,
Foreigner- und Toto-Elemente auf gigantische Weise kombiniert. Nach der kurzen und
angenehmen Abwechslung-Phase durch den erdigen Rock der Stücke "Love Can't Help
You Now" und "The Sky Is The Limit" schließen Giant das Album "III" mit vier weiteren
sensationell guten Stücken ab: Die luftig leichte Melodic-Ballade "It's Not The End Of The
World", Stadion-Stimmungsrocker "Oh Yeah", die zweite Monster-Ballade "Can't Let You
Go" und das fetzig gelungene Moon-Martin-Cover "Bad Case Of Loving You".

Michelle Branch, die mit Gitarre und Stimme schon so brillieren kann wie eine
Große, ist erst 19 Jahre alt. Michelle Branch paßt in die Riege der Alanis Morisettes oder
Sheryl Crows herein, bringt ihren Gitarren-Pop/Rock allerdings mit wesentlich mehr
Melodie, Frische und Refrain-Sicherheit unters Volk. Und in der Tat: Viel besser konnte
das Musikjahr der Newcomerin eigentlich nicht laufen. Vom Debütalbum "The Spirit
Room" wurden in den USA mehr als zwei Millionen Exemplare verkauft [HP: # 28, D-HP: # 75], mit zwei Singles landete Michelle in den Top 10: "All You Wanted" und "The
Game Of Love" [zusammen mit Santana, Song vom Album "Shaman"], mit zwei weiteren
erreichte sie die Top 20/30: "Everywhere" und "Goodbye To You" [siehe auch weiter
unten bei den Singles des Jahres].
Die junge Dame, deren musikalischen Vorlieben bei den Beatles oder Led Zeppelin liegen,
hat mit "The Spirit Room" 11 gradlinige Pop/Rock-Perlen geschaffen, welche zumeist
schon beim ersten Hördurchgang einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es ist egal ob
MB die spritzigen Sing-Along-Stücke "Everywhere" und "All You Wanted", Hymnisches á
la ELO/Beatles ["Something To Sleep To"], flott-verträumtes Liedgut [z.B.: "You Get Me",
"Here With Me"], Rockendes ["If Only She Know"] oder auch Balladeskes ["Goodbye To
You", Keys klingen ein wenig nach Toto's David Paich] ins Spiel bringt, stets steuert sie
mit souveränem Pragmatismus von einem überzeugenden Refrain zum anderen, und das
ist nun mal wie das leckere Curry-Ketchup zur Grillwurst. Packender Erstling!

Die britische Goth-Rockband Paradise Lost existiert seit den Spätachzigern und
besteht aktuell aus Nick Holmes [Voc], Gregg Mackintosh [Gui], Aaron Aedy [Gui], Steve
Edmondson [Bs] sowie Lee Morris [Dr]. Achtungserfolge konnten bereits Anfang der
Neunziger eingefahren werden. Damals schlug die Band noch harte, vom Goth- und
Death-Metal inspirierte Töne an. Ab dem 93er "Icon" begann man, den harten
Songstrukturen enorme Melodien zu verpassen; mit dem Erfolg, daß man fortan zum
Dauergast in den deutschen Albumcharts avancierte. Ausflüge in Pop-Gefilde brachten
1999 die höchste Chartplazierung mit "Host" [# 4] ein. Auf dem 2002er Album
"Symbol Of Life" regiert hingegen melodischer, hymnischer Goth-Rock mit
hohem Piano/Key-Anteil.
Sänger Holmes pendelt zwischen einer Hetfield- [Metallica], Lindemann- [Rammstein]
oder Eldritch-Stimmlage [Sisters Of Mercy]. Als absolutes Ober-Highlight muß man das
druckvoll-melodische "Erased" [weitere Infos: siehe unten bei Singles des Jahres]
hervorheben. Opener "Isolate" [druckvoller Synthie-Goth-Hardrock], "Pray Nightfall"
[Keyboard-Dominanz, schöner Refrain, rhythmisch], "Mystify" [gradliniger Melodic-Hardrock, harmonischer Refrain] sowie "Symbol Of Life" [Pop: Massive Attack-Keys,
starke Gesangsarrangements, tanzbar] laufen aber schon ganz knapp hinter "Erased" ins
Ziel. Wer auf die flotte Version der Sisters Of Mercy, HIM oder Rammstein in 'Light-Form'
steht, wird hier bestens bedient.

Ähnlich wie Michelle Branch startete die heute 22-jährige Vanessa Carlton im
vergangenen Jahr voll durch, jedoch beschränkte sich dies beileibe nicht ausschließlich
auf die Vereinigten Staaten. Ihre Debüt-Single "A Thousand Miles" geriet nach einem Top
5-US-Erfolg international zum Verkaufs- und Airplay-Hit. Darauf aufbauend, kam das
Album "Be Not Nobody" nicht nur in den USA in die Top 10 [HP: # 5, Platin für
mehr als eine Million abg. Ex.], auch im Rest der Welt erzielte die Scheibe vorderste
Notierungen. In Deutschland und Großbritannien landete "Be Not Nobody" bspw. jeweils
auf # 7. Dabei bietet der Longplayer 'andere' Popmusik, weit ab vom in den Charts sonst
vorherrschenden Gitarren-Pop/Rock oder Girlie-Pop.
Es ist das Außergewöhnliche, das dieses Debütwerk zum Erlebnis werden läßt. Hier tritt
eine junge Sängerin an, der es in 11 [mehr oder weniger ausgeprägten] Liebeshymnen
rockig oder auch ruhiger gelingt, eine derartig extreme Spannung aufzubauen, welche
die jeweiligen Titel mit jedem Hören immer wieder reizvoll macht - Langweile ist hier ein
definitives Fremdwort! Das von Ron Fair fett produzierte Album nimmt seine Spannung
zum einen aus der permanenten Orchesterbegleitung, aber den Hauptanteil hat VC's
unglaublich variable Stimme sowie ihr Piano-Spiel. Besondere Anspieltips: "A Thousand
Miles" [hier paßt alles!], "Ordinary Day" [zweite Single, bombastisch arrangiert],
"Unsung" [flott-rhythmisch], "Pretty Baby" [schönes, fröhliches Mitsing-Lied], "Rinse"
[dramatisch und komplex], "Prince" [leicht jazzig, mit sensationellem Klavierintro].

Seit dem Album "Adrenalize" [1992] haben Def Leppard, Joe Elliott [Gesang],
Rick Savage [Bass], Rick Allen [Schlagzeug], Vivian Campell [Gitarre] & Phil Collen
[Gitarre], nicht mehr zum Chart-Spitzenflug angesetzt. Auch mit dem zehnten Album
sollte es nichts werden, mit einem erneuten Langzeitaufenthalt in den internationalen
Top 10, "X" erreichte als Höchstpositionen # 19 in Deutschland, # 11 in den USA sowie #
14 in Großbritannien. Unter dem Gesichtspunkt, daß a) die Hochzeit des melodischen
Hardrocks etwa von der Mitte der 80er bis Anfang der 90er andauerte und b) die größte
Erfolgszeit von Def Leppard [1983-1993] eng mit a) verknüpft ist, darf man es dennoch
als erstaunlich ansehen, wenn diese Band weiterhin in die Top 20 der wichtigsten
Musiknationen vordringen kann.
Das Album löste kontroverse Debatten bei den Fans des Genres, aber auch bei den Fans
der Band aus. Man warf der Gruppe vor, sie drifte endgültig in viel zu seichte Fahrwasser
ab. Sicherlich ist diese Bemerkung nicht aus der Luft gegriffen; ein Musikfreund, der auf
kräftige Riffs steht, muß mit Vorsicht an "X" herangehen. Doch: Das softere Gesamtbild,
das ja auch schon bei "Euphoria" zu beobachten war, führt - in meinen Augen - nicht
automatisch zur Abwertung; entscheidend ist die Substanz der Songs. Und genau in
diesem Punkt beweisen Def Leppard auch im Jahr 2002, daß sie niveauvolle Ohrwürmer,
Mitsing-Refrains und tolle Melodien abliefern können. Und genau darum geht es doch,
oder? Die Highlights: "Unbelievable" [traumhafte Mehrstimmen-Gesangsparts,
fantastischer Refrain], "Long Long Way To Go" [wunderbare Ballade], "Torn To Shreds"
[Monster-Ballade mit fetzig-bombastischem Gitarren-Intro und fett arrangiertem
Refrain], "You're So Beautiful" [modernisierter Def-Rock-Sound], "Four Letter Word"
[dreckiger Sound & Gesang, Aerosmith-Touch], "Kiss The Day" [Druckvoller Def-Rock],
"Scar" [langer, überragender Instrumentalpart].

Die Singles des Jahres 2002
- Lambretta - Creep
- Giant - Don't Leave Me In Love
- Paradise Lost - Erased
- Lambretta - Bimbo
- Boston - I Had A Good Time
- Sasha - Turn It Into Something Special
- Vanessa Carlton - A Thousand Miles
- Lifehouse - Spin
- Michelle Branch - All You Wanted
- Taxiride - How I Got This Way
- Train - Something More
- Sugababes - Round Round
- Shania Twain - I'm Gonna Getcha Good!
- Natalie Imbruglia - Wrong Impression
- Bon Jovi - Everyday
- Creed - My Sacrifice
- P!nk - Don't Let Me Get Me
- Filter - Where Do We Go From Here
- Gotthard - Looking At You
- Sophie Ellis Bextor - Murder On The Dancefloor
** Die beiden Singleauskopplungen aus dem überragenden Lambretta-Album
haben wahrhaft Schmackes. Die erste Single "Bimbo", ein genialer Heavy-Pop/Rock-Song
mit geradezu sensationellem Refrain, ermöglichte zunächst einmal per MTV-
Videobotschaft die Kontaktaufnahme mit dem europäischen Musikvolk. Die schwedische
Band, die in Skandinavien bereits seit 2001 erhebliche Chartserfolge feierte, bietet bei
"Bimbo" Melodie und Härte satt, profitiert aber in der letzten Konsequenz von der
Sängerin Linda S., die Ohren- und Augenschmaus zugleich darstellt. Die internationale
Debüt-Single erreichte in Deutschland # 27, hielt sich darüber hinaus 18 Wochen in den
Charts. Der hochmelodische Nachfolgehit "Creep" zog mich sogar noch ein bißchen mehr
als "Bimbo" in seinen Bann, schaffte aber trotz des sexy Videos und des
unnachahmlichen Killer-Refrains lediglich eine # 64 der deutschen Single-Hitliste. **
** "Don't Leave Me In Love", die Singleauskopplung aus dem Spät-2001er Album "III" der
Melodicrock-Band Giant, vereint Attribute, die die 80er-Balladen von Gruppen
wie Foreigner, Toto oder Chicago auszeichneten. In der heutigen Zeit sind Mainstream-Melodic-Geniestreiche vom Schlage "Don't Leave Me In Love" äußerst selten geworden
und müssen von Fans des Genres einfach in den Himmel gehoben werden. **
** Dank Heavy-Rotation auf den Musiksendern erreichte die Paradise Lost-Single
"Erased" immerhin eine # 80 der D-Charts. Hier werden ein fantastisches Piano/Key-Intro, fette, druckvolle Gitarren und traumhafte Refrain-Parts zu einem Ohrwurm mit
höchster Güteklasse verwoben. Besonders schön gelungen ist der weibliche Background-Gesang im Refrain: 'Cherish My Religion, ..., Faith Is Only Vision'. **
** 1976 startete Tom Scholz's Band Boston als radikale Sensation! Mit dem
einzigartig bombastischen Gitarrenspiel des Masterminds sowie dem durchdringenden
Gesang von Brad Delp verkaufte man vom Debüt-Longplayer "Boston" bislang sagenhafte
16 Millionen Exemplare alleine in den USA. Die Single "More Than A Feeling" geriet zu
einem Klassiker der Rockgeschichte. "I Had A Good Time", die Auskopplung des neuesten
Boston-Werks "Corporate America", erreichte 2002 zwar nicht den Status eines Rock-Klassikers in spe, lebt aber von den obengenannten Elementen. Brad Delp, der auf
"Corporate America" sein Comeback als Vollmitglied feiert [Delp war beim 94er "Walk
On" nicht an Bord, fürs 97er "Greatest Hits" wirkte er bereits wieder bei "Higher Power"
mit], zeichnet sich für den Vocal-Part verantwortlich und macht den Song in Union mit
dem opulent-harmonischen Gitarrensound von Tom Scholz zu einem flotten Boston-Meisterstück. **
** Sasha hatte 2001/2002 so seine Probleme mit dem Wechsel vom Teenie-Pop-Star zum anspruchsvolleren, rockigeren Künstler. Schon seine erste Single vom immerhin
wieder vergoldeten 2001er Album "Surfin' On A Backbeat", der Rocksong "Here She
Comes Again", fiel beim jungen Publikum durch und konnte zudem nicht genügend
'Erwachsene' vom Wandel des Sasha überzeugen [# 26]. Die zweite Single "Turn It Into
Something Special" gefiel mir sogar noch ein Stück besser als "Here She Comes Again",
schaffte es aber lediglich auf eine enttäuschende # 35. Diese Super-Ballade glänzte mit
guter Gitarrenarbeit und ließ ebenfalls die härtere und gereifte Gangart des Sängers
durchblicken. Der Sat1-WM-Song, "This Is My Time", mußte letztlich herhalten, um
wieder einmal in die Top 20 der Verkaufscharts vorzudringen: # 13. Eine vierte Single,
"Rooftop", besaß erneut den Gute-Laune-Faktor. Doch auch diese fröhliche Gitarren-Rock-Nummer kam leider nur bis # 54 der deutschen Charts. Wenigstens hat Sasha die
Radiocharts noch sicher im Griff: Alle Singles aus "Surfin' On A Backbeat" enterten einen
Top 20-Platz. **
** Mit der hymnischen Vorzeige-Single "A Thousand Miles" verzauberte Newcomerin
Vanessa Carlton die internationalen Musikfans. In diesem Stück treten die
Stärken der Künstlerin besonders hervor: ihre tolle Stimme und ihr Pianospiel. In den
germanischen Charts kletterte der Song bis auf # 14 [GB-HP: # 6]. Richtig abgesahnt
hat "A Thousand Miles" aber in den deutschen Airplay-Top-50; hier stand das Stück
einige Wochen auf # 1. In den USA nistete sich "A Thousand Miles" gar mehrere Monate
in den Top 10 [HP: # 5] ein, während "Ordinary Day", die zweite Single, in den Billboard-
Charts nur auf # 30 landete. **
** Die neue Lifehouse-Single "Spin" darf ebenso in die Kategorie 'Melodischer
Power-Rock' eingeordnet werden, wie der 2001er Smash-Hit "Hanging By A Moment"
[Single des Jahres in den USA und bei Musictommy]. Allein schon der dynamische Refrain
wäre es wert gewesen, erneut in die US-Top 10 vorzudringen. Dies gelang jedoch nur
dem neuen Album "Stanley Climbfall", welches auf # 7 einstieg, aber nach nur wenigen
Wochen bereits wieder aus den Top 100 verschwand. Dies hatte allerdings einen guten
Grund: Der Longplayer ist über weite Strecken nur mäßig gelungen. In Deutschland
schaffte man eine # 81 der Single-Charts sowie # 65 fürs Album. **
** Die Michelle Branch-Debütsingle, das frisch-fröhliche "Everywhere", stieg in den
US-Charts bis an # 12, erreichte in Deutschland aber lediglich hintere Top 100-Ausprägungen. Zu ihrer erfolgreichsten Solo-Single avancierte "All You Wanted". Die zweite
Auskopplung vom "The Spirit Room"-Album wartet erneut mit schönem Gitarren-Pop/Rock der gehobenen Klasse auf, was nicht zuletzt an den vorzüglichen
Gesangsqualitäten von MB liegt. In den Vereinigten Staaten holte sich Branch damit eine
# 6. Leider klappte es auch mit Single No. 2 in Deutschland nicht so richtig: # 91 als
Bestnotierung [GB: # 33]. Auch die Zusammenarbeit mit dem 55-jährigen Latino-Haudegen Carlos Santana war für die 19-jährige fruchtend: Die gemeinsame Single "The
Game Of Love" [vom Santana-Album "Shaman"] eroberte # 5 der US-Charts. Die dritte
Single aus "The Spirit Room", die Ballade "Goodbye To You", kam noch auf eine # 21 in
den US-Charts. **
** Als erste Single des 2002er Taxiride-Albums "Garage Mahal" wurde mit
"Creepin' Up Slowly" ein netter, flockiger Pop-Song mit Scratch-Einlage ausgekoppelt,
welcher sich zu einem Dauerbrenner in den australischen Charts entwicklen konnte [HP:
# 6, 'Platin' für mehr als 70.000 verkaufte Einheiten]. Single Numero zwei, "How I Got
This Way", ein straighter, hochmelodischer Gitarren-Rock-Song mit genialem Refrain,
verbreitete gute Laune pur! Leider kam der Song nur auf eine enttäuschende # 28 in den
australischen Charts. **
** Die zweite Single aus dem Train-Erfolgsalbum "Drops Of Jupiter" [Platte des
Jahres 2001 bei Musictommy] hieß "Something More". Die verträumte Rockhymne
kommt als Balladen-Mischung aus ELO und Crowded House daher und zählt zu den
absoluten Glanzlichtern aus dem obengenannten Melodic-Rock-Masterpiece. Sie besaß
definitiv das Potential zu einem erneuten Top 10-Singlehit, konnte dieses allerdings nicht
umsetzen und verfehlte gar die US-Top 50. **
** Mann, diese Sugababes! Erst überraschten Keisha Buchanan, Mutya Buena und
Siobhan Donaghy 2000/2001 mit dem außergewöhnlich relaxten "Overload" und
stürmten damit die internationalen Top 5. Dann enttäuschten sie doch ein wenig mit dem
nachfolgenden Longplayer "One Touch", welcher hauptsächlich Durchschnitts-Girlie-Pop
zu bieten hatte. 2002 schickten die Drei in veränderter Besetzung [S. Donaghy wurde
durch Ex-Atomic Kitten-Mitglied Heidi Range ersetzt] aber eine verheißungsvolle Single
nach der anderen auf den Weg. "Freak Like Me" war der erste Streich aus dem guten
Longplayer "Angels With Dirty Faces" [GB-HP: # 2, D-HP: # 13]. Der Song klingt
unverschämt rockig und wanderte in GB bis auf # 1. Hierzulande erreichte man # 27.
Single Nr. 2, "Round Round", ein sexy-cooles Lied mit furiosem Refrain, ist sogar noch
eine Klasse besser als "Freak Like Me". In England schafften es die drei jungen Ladies
wiederum auf # 1, hierzulande arbeiteten sich die Damen bis auf # 15 vor. "Stronger",
die dritte Single aus "Angels With Dirty Faces", packte Ende 2002 noch eine # 7 in GB
[D-HP: # 41, bis einschließlich 20.01.03]. **
** Das ist schon recht praktisch, wenn man mit einem der erfolgreichsten Produzenten der
80er/90er und dieser Tage verheiratet ist. Die 37-jährige Shania Twain
bekommt nämlich von ihrem Ehemann Robert John 'Mutt' Lange stets ein Pop/Rock-Country-Soundgewand verpaßt, welches extreme Massentauglichkeit beweist. Zunächst
einmal blieb Shanias Erfolg größtenteils auf die USA beschränkt. 1995 gelangte sie mit
dem Album "The Woman In Me" in die US-Top 5, von November 1997 an gastierte sie
mit dem Folge-Longplayer "Come On Over" für drei Jahre in den US-Charts [HP: # 1].
Diese Scheibe war es, die für den weltweiten Durchbruch der schönen Sängerin sorgte.
"Come On Over" wanderte im Laufe der Jahre 1998 und 1999 in die deutschen Top 10
sowie auf # 1 der britischen Charts. Insgesamt verkauften sich weltweit mehr als 30
Millionen Exemplare. Singles wie "You're Still The One", "From This Moment On", vor
allem aber "That Don't Impress Me Much", welches sogar die deutschen Top 10 knackte,
besiedelten die internationalen Hitlisten. "Up!", das 2002er Twain-Album holte sich
bislang in Deutschland # 7 als Höchstnotiz, in GB eine # 4 und in den USA eine # 1
[Stand: 20.01.03]. Die Single "I'm Gonna Getcha Good!" erreichte hierzulande # 15 [GB-HP : # 4]. Der flotte Pop/Rock-Titel überzeugt mit sehr eingängigen Refrainpassagen,
darf somit als die konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Erfolgswegs angesehen
werden. Trotzdem kam das Lied in den USA nicht wirklich in Schwung: auf # 34 war
Endstation. **
** Gleich mit ihrer Debütsingle "Torn" schoß die hübsche Australierin Natalie
Imbruglia 1998 in die internationalen Top 5 [D # 4, GB # 2]. Ihr Album-Erstling
"Left Of The Middle" ging weltweit sechs Millionen Mal über die Ladentische [D # 4, GB #
5, US # 10]. 2002 meldete sie sich mit dem Album "White Lilies Island" zurück, ohne den
Erfolg des Vorgängers zu wiederholen. Die CD schaffte in England # 15, in Deutschland
lediglich # 49. Mit der ersten [mäßigen] Single "That Day" reichte es zu einer britischen
# 11, die zweite Auskopplung "Wrong Impression" ist qualitätsmäßig allerdings der
Hammer und katapultierte Natalie gar auf # 10 der Brit-Charts! Der Song kommt als
wunderschönes Pop-Stück mit grandiosem Refrain daher, war aber wohl zu 'süß' um ein
richtiger Smash-Hit zu werden --- leider! **
** Als ich die neue Bon Jovi-Single "Everyday" [Höchstplazierungen: D # 7, GB #
5] das erste Mal im Radio hörte, dachte ich sofort an den Effekt, welchen "It's My Life"
vor mehr als zwei Jahren auslöste. "Everyday" rockt ähnlich los wie dieser Top-Hit aus
2000 und machte Laune auf das Album "Bounce": genialer Refrain, moderne
Gitarrenriffs, megaflott! Als zweite Single koppelten Bon Jovi "Missunderstood" aus,
welches in Deutschland # 35 erreichte. **
** Mehr als 10 Millionen Exemplare setzte die Rock-Gruppe Creed alleine in den
USA vom letzten Album "Human Clay" ab. Die Nachfolge-CD "Weathered", VÖ war im
November 2001, verkaufte bis Ende 2002 immerhin auch noch stolze sechs Millionen in
den Staaten, selbstverständlich gelangte der Longplayer auch auf # 1 des Billboards [D:
# 8]. Mit "My Sacrifice" koppelte man einen der stärksten Tracks aus "Weathered" aus.
Der Titel fördert richtig knackig die hardrockende und melodische Creed-Qualität zu Tage
und erreichte in den Billboard-Charts eine # 4, in Deutschland mußte man sich mit # 79
zufriedengeben. Nachdem die Wirkung des harten "Bullets" relativ schnell verpuffte, das
tolle Video konnte dabei keine besonderen Chart-Impulse setzen, fanden Creed mit der
dritten Single, der Ballade "One Last Breath", wieder in die Erfolgsspur zurück: # 6 in
den USA. **
** Pink startete mit der flott-fröhlichen Pop-Nummer "Get The Party Started" im
Jahr 2002 international voll durch. In Deutschland wie in Großbritannien erreichte sie #
2, in den USA # 4. "Don't Let Me Get Me", die zweite Single aus dem weltweiten
Erfolgsalbum "Missundaztood" [bisher mit Stand 20.01.03 z.B.: Vierfach-Platin in USA,
Platin in D, Doppelplatin in GB], führte P!nk wieder in die D-, US- und GB-Top-10 [HP's:
# 10, # 8 u. # 6]. Bei "Don't Let Me Get Me" wurde denjenigen, welche das neueste
P!nk-Album noch nicht gehört hatten, klar, daß die Künstlerin diesmal mehr auf Rock-Elemente denn R'n'B und Soul wert legte. Single-Coup Numero drei, "Just Like A Pill",
unterstrich dies noch einmal eindeutig. Der druckvoll arrangierte Rocksong mit
grandiosem Refrain verzeichnete in Deutschland # 2, in den USA # 8, in GB # 1. Die
vierte Single "Family Portrait" stand per 25.01. auf # 20 der US-Charts. **
** Das dritte Filter-Album "The Amalgamut" erschien im Juli 2002. Mit dem
durchaus gelungenen Longplayer gelang der Truppe eine # 17 in den hiesigen Charts
[US-HP: # 32]. Auf der Single "Where Do We Go From Here" geben Richard Patrick,
Geno Lenardo, Frank Cavanagh & Steven Gillis in eindrucksvoller Manier eine Kostprobe
ihres unwiderstehlichen sowie einzigartigen modernen Power-Melodic-Hardrock. Das
Stück erinnert bspw. an "The Best Things" vom "Title Of Record"-Album [1999], weist
also wieder diese sensationell mitreißenden Refrain-Passagen auf, die seit jeher das
Markenzeichen eines jeden Filter-Werks darstellen. **
** "Looking At You" setzt den gemäßigteren Rock-Stil der vergangenen beiden
Gotthard-Studioalben, "Open" und "Homerun", fort und glänzt mit
fantastischem Refrain. Der Midtempo-Song ist einer von zwei neuen Titeln auf dem
2002er 'Best Of Ballads'-Album "One Life One Soul", welches in Deutschland nur eine #
60 packte, im Heimatland der Gruppe aber standesgemäß wochenlang die Pole Position
belegte. Schade, daß dieser tollen Band einfach nicht der internationale Durchbruch
gelingen will. **
** Bei Spiller's "Groovejet" war die heute 23jährige Sophie Ellis Bextor für die
Gesangsparts verantwortlich, zugleich war dieser Euro-Hit das Sprungbrett für eine Solo-Karriere. Die äußerst attraktive, im Popgeschäft als 'Zicke' bekannte Sophie E. B.
verzeichnete in Großbritannien mit den luftig-leichten Swing-Dance-Nummern "Take Me
Home", "Murder On The Dancefloor" [jeweils # 2] und "Get Over You/Move A Mountain"
[# 3] drei Top 3-Hits. Der Longplayer "Read My Lips" klettert bis an # 2, Ende 2002
stand man bei weit über 600.000 abgesetzten GB-Einheiten. Hierzulande war mit dem
Debüt "Take Me Home" nur eine Plazierung im letzten Drittel der Top 100 möglich, mit
"Murder On The Dancefloor" kratzte sie aber an den Top 10 [höchste Notierung: # 11,
Airplaycharts: # 2]. "Get Over You" erklomm # 28. Das Album "Read My Lips" erreichte
# 10. **
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