Die Alben des Jahres 1981

  1. Electric Light Orchestra - Time
  2. Journey - Escape
  3. REO Speedwagon - Hi Infidelity
  4. Saga - Silent Knight
  5. Manfred Mannīs Earth Band - Chance

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Pop/Rock'n'Roll

Im Jahr 1981 endeckte ich die Popmusik. Bahnbrechend war dabei für mich das Album "Time" vom Electric Light Orchestra. Mit ihrem Pop&Roll-Sound im bombastischen Gewand waren sie ab Mitte der Siebziger Megastars. Hits wie "Livin' Thing" (1977), "Mr. Blue Sky" (1978), "Don't Bring Me Down" und "Confusion" (1979) ließen die Gruppe zu Stammgästen in den internationalen Hitparaden werden. Auch ihre Alben verkauften sich außerordentlich gut. Mit diesem 81er Werk gelang den Mannen um Jeff Lynne, dem Kopf der Band, der auch alle Songs selbst schrieb und produzierte, letztmalig der Sprung nach ganz oben.

Die LP hielt sich fünf Wochen an der Spitze der deutschen Album-Charts und die Singleauskopplung "Hold On Tight" erreichte nicht nur in Deutschland # 2, sondern wurde zu einem weiteren Welthit der Gruppe; dem letzten bemerkenswerten allerdings. Mit dem Powersong "Twilight" (D # 17) und "The Way Life's Meant To Be" (D # 30) befanden sich noch zwei weitere veritable Hits an Bord. "Here Is The News", die vierte Single, erreichte dann in Deutschland nur noch hintere Chartsränge.

Aber an "Time" waren nicht nur die Singles reizvoll. Dieses ganze Album mit seinem synthiegetragenen, fast futuristischen Sound und den - für ELO-Verhältnisse - harten Klängen zählt bis heute (2001) zu meinen absoluten "All Time"-Favoriten. Die Stammbesetzung für das 81er Album bestand neben JL aus Bev Bevan, Richard Tandy und Kelly Groucutt, also den Vier, die im engeren Sinne ELO seit 1976 ausmachten. Dementsprechend präsentierten ELO '81 auch wieder diese cremigen Gesangsharmonien, welche man von ihnen gewohnt war, nur eben in einem moderneren Stil - im 80er-Gewand.

Auf diesem Werk gefallen mir alle Stücke, und zwar in genau der Reihenfolge, wie sie auf der Platte sind. Nix mit vorspulen oder Zufallsgenerator einsetzen! Diese Platte, die ich natürlich auch als CD besitze, wird von mir von vorne bis hinten durchgehört, und ich genieße jede dieser 44:01 Minuten. Dies liegt zum Großteil daran, daß es sich hierbei um ein Konzept-Werk mit einem "Prologue" und einem "Epilogue" und fließenden Übergängen zwischen den Songs handelt.

Wenn ich an die Computer-Stimme des "Prologue's" denke [von Jeff Lynne gesprochen] und dessen Übergang zum genialen Hit "Twilight", da könnte ich hier mit dem Schwärmen anfangen und würde nie wieder aufhören. Während der Reise durch diesen in sich geschlossenen Meistercut ist durchweg Mitsingen angesagt. Es macht absolut keinen Sinn hier weitere Highlights der Platte vorzustellen, denn jeder Part stellt - im Gesamtkontext gesehen - ein Solches dar.

Nur noch zweimal sollten ELO in der Folgezeit ins Rampenlicht der 80er zurückkehren. Ihre große Zeit hatten sie nach "Time" aber definitiv hinter sich.

US-Mainstreamrock

Im Kreise der großen amerikanischen Rockbands hatten Journey einen festen Platz neben Toto, Styx etc. Das Album "Escape" wurde zum größten Verkaufserfolg der Band. Hierzulande hielt sich die Resonanz in Grenzen, aber in den USA waren Steve Perry (Gesang), Neal Schon (Gitarre), Jonathan Cain (Keyboards) - um die wichtigsten Mitglieder zu nennen - Superstars. In Deutschland chartete "Escape" nur auf # 49, in den Vereinigten Staaten führten die erfolgreichen Singles "Open Arms" (vergesst das Remake vom Mariah Carey, die Original-Mörderschnulze haut euch um - US # 2), "Who's Crying Now" (Noch ne traumhafte Ballade - US # 4) und "Donīt Stop Believin'" (Melodic-Power-Rock - US # 9) das Album zu Platinehren. Journey's Opus hielt sich 39 Wochen (!) in den amerikanischen Billboard Top 10, davon 4 auf der Poleposition.

Bei "Escape" stimmt die Verhältnismäßigkeit von Erfolg und Klasse endlich mal überein. Ja, mit diesem Album zauberten Journey wirklich ihr All-Time-Meisterwerk. Neben den obengenannten wunderbaren Hits, durfte man auch die restlichen sieben Songs zu den Genie-Streichen des Mainstream-Rock zählen. Im Stenogramm: der flotte & harte Titelsong (welch ein grandioser Instrumental-Mittelteil - der Waaaaaaaaahnsinn!), die Ballade "Still They Ride" (auch noch ein US-Single-Hit), die gefühlvolle, unter die Haut gehende Halbballade "Mother, Father" sowie die erdigen Stücke "Stone In Love" [leichter AC/DC-Touch; wiederum sensationelles Instrumental-Intermezzo!], "Keep On Runnin'", "Lay It Down" (im Refrain versprühen die Journey's ein bißchen LRB-Feeling) und "Dead Or Alive" (der Refrain krönt den flotten Rocker).

Niemals wieder war Steve Perry in einer solch' sensationellen Form. Er interpretierte die Songs auf eine Art und Weise, daß es einem eiskalt über den Rücken lief. Doch die beiden anderen 'Ober-Journeys' standen ihm in nichts nach - Neal Schon entlockte seinem Saiteninstrument die wunderbarsten Töne und manifestierte seinen Ausnahmestatus in der Gitarristen-Beletage - Jonathan Cain ließ sich da natürlich nicht lange bitten: seine Keyboard-Salven schufen die kongeniale Begleitung. Die fünf Journeys, Ross Valory am Bass und Steve Smith an den Drums komplettierten die Band, kreierten mit "Escape" einen definitiven Meilenstein des Melodic-Rocks und lieferten anbei die Musterlösung für satt produzierten 80s-US-Rock-Sound.

Melodischer US-Rock

REO Speedwagon zählten ebenfalls zu den amerikanischen Rockbands, die in den Anfangsachtzigern bis Mitteachtzigern für Furore sorgten. Die Single "Keep On Loving You" avancierte zum Megaerfolg und belegte in Amerika # 1. In Deutschland kam der Titel immerhin auf # 15 der Singlecharts und ist bis heute der größte Erfolg bei uns geblieben. Angetrieben von diesem Erfolgssong begab sich auch das Album "Hi Infidelity" auf # 1 der US-Albumcharts (D # 18). Noch einmal sollten REO Speedwagon für weltweiten "Aufruhr" sorgen, dazu mehr im Jahr 1985 ....

Kanadischer Prog-Rock mit Classiceinfluß

Eine noch relativ unbekannte Rockband aus Kanada, die mit einem unverwechselbaren - klassisch angehauchten - Sound als Insidertip die Runde machte, präsentierte mit "Silent Knight" ihr drittes Album. Auf diesem Saga-Album befinden sich die Klassiker "Careful Where You Step" und "Don't Be Late". Diese Songs zählen noch heute zu den absoluten Highlights ihrer Liveauftritte.

Der große Durchbruch der Gruppe sollte im Jahr 1982 folgen, und von da an waren Saga nicht nur Stammgast in den deutschen Albumcharts, nein, auch "Gold"-Auszeichnungen für LP-Verkäufe über 250.000 Einheiten sollten folgen.

Keyboard-Rock

Wer erinnert sich nicht an Manfred Mann, der schon in den Sechzigern mit Hits wie "Do Wah Diddy Diddy", "Ha! Ha! Said The Clown" oder "Mighty Quinn" die deutschen Singlecharts belagerte.

Seit Anfang der Siebziger hieß sein Projekt "Manfred Mannīs Earth Band". Nach zwei Erfolgsalben, "Watch" ('Platin' 1978) und "Angel Station" ('Gold' 1979), konnte sich Manfred Mann mit seiner Earth Band erneut hoch in der deutschen Albumhitparade plazieren. Insgesamt hielt sich "Chance" 41 Wochen in der deutschen Media Control-Hitliste und kletterte bis # 11. Mit "For You" und "Lies (Through The 80s)" enthielt das Album zwei Airplayhits.



Die Singles des Jahres 1981

  1. Electric Light Orchestra - Hold On Tight
  2. Electric Light Orchestra - Twilight
  3. Barclay James Harvest - Life Is For Living
  4. Bucks Fizz - Macking Your Mind Up
  5. REO Speedwagon - Keep On Loving You
  6. Ottawan - Hands Up
  7. Loverboy - Turn Me Loose
  8. Visage - Fade To Grey
  9. Foreigner - Urgent
  10. Ultravox - Vienna
  11. Kim Carnes - Bette Davis Eyes
  12. Rick Springfield - Jessieīs Girl
  13. Manfred Mannīs Earth Band - For You
  14. Abba - Lay All Your Yove On Me
  15. Steve Winwood - While You See A Chance
  16. John Lennon - Woman
  17. Dayrl Hall & John Oates - Kiss On My List
  18. Sheena Easton - For Your Eyes Only
  19. Little River Band - The Night Owls
  20. Police - Every Little Thing She Does Is Magic

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** Während die oben erwähnten "Hold On Tight" und "Twilight" von meiner damaligen absoluten Lieblingsband ELO bei mir rauf- und runtergespielt wurden, kam dahinter erst einmal lange Zeit gar nichts. ** Dennoch gab es auch in diesem Jahr genügend bemerkenswertes Material. Barclay James Harvest z.B., die mit "Life Is For Living" (D # 2) ihren mit Abstand größten Singlehit verzeichneten. Überhaupt war diese Band ein rein deutsches Phänomen, das in der Zeit von 1977 bis 1991 hierzulande unverschämt erfolgreich gewesen ist und Album Top 10 Plazierungen häufen konnte. ** Neben den schon oben [in der Albumliste] erwähnten Songs von REO Speedwagon und Manfred Mannīs Earth Band, möchte ich aber noch ein paar weitere Aspekte herausstellen. Da gab es nämlich auch eine Gruppe namens Bucks Fizz, die mit ihrem "Gute Laune"-Song "Macking Your Mind Up" nicht nur den 81er "Grand Prix De La Chanson" gewannen, sie schafften es gar in die internationalen Top 10 (D # 5). **


** Die kanadische Rockband Loverboy verzeichnete mit "Turn Me Loose" ihren ersten Hit in Amerika (# 35), weitere sollten folgen und die Band zu einer der angesagtesten Geradeaus-Rockbands der Achtziger machen. ** Und wer erinnert sich nicht an die Megasynthie-Nummer von Visage, "Fade To Grey" (D # 1). Dieses Projekt lief übrigens unter der Obhut von Midge Ure, seineszeichen der Kopf der Band Ultravox, die in diesem Jahr mit "Vienna" (D # 14) auf sich aufmerksam machte. ** Foreigner rockten sich 1981 mit "Urgent" auf # 12 der deutschen Singlecharts (US # 4) und der Eigthies-Mainstreamrocker Rick Springfield hatte mit "Jessieīs Girl" seine bis zum heutigen Tage einzige # 1 in den USA. **


** John Lennons Ermordung im Jahr 1980 löste Bestürzung aus, seinen Songs gab das erfolgstechnischen Auftrieb. "Women" kam in Deutschland bis auf Position 4. ** Die Gruppe Ottawan schaffte mit ihrer Disco-Nummer "Hands Up" den Sprung auf # 2, Reibeisen-Stimme Kim Carnes schnappte sich mit ihrem einzigen Welthit "Bette Davis Eyes" gar die Pole in Deutschland und ließ sie für sieben Wochen nicht mehr los. ** Eine große Weltkarriere einer Band, die in einem Atemzug mit den Beatles genannt wird, neigte sich seinerzeit dem Ende zu. Mit "Lay All Your Love On Me" schafften es ABBA noch einmal in die Top 30 der deutschen Singlecharts. Ein letztes Album kam Ende 1981 ("The Visitors") noch auf den Markt und bescherte den vier Schweden noch einmal eine # 1. Dazu gibt's mehr im nächsten Jahr. **


** Des Weiteren: Steve Winwoodīs "While You See A Chance" (Airplay-Hit in D / # 7 in USA) war der Startschuß zu einer sehr erfolgreichen Solokarriere des ehemaligen "Spencer Davis Group"- und "Traffic"-Mitglieds; Dayrl Hall & John Oates mit "Kiss On My List" (Airplay-Hit in D, # 1 in USA); Sheena Easton mit ihrem "James Bond"-Theme (aus "In tödlicher Mission") "For Your Eyes Only" (D # 5); die australische Rock/Pop-Formation Little River Band mit ihrer US Top 10 Nummer "The Night Owls"; Police mit dem Hit "Every Little Thing She Does Is Magic" (D # 21) aus ihrem "Ghost In The Machine"-Album. **