Die Alben des Jahres 1983

  1. Asia - Alpha
  2. Yes - 90125
  3. Saga - Heads Or Tales
  4. Loverboy - Keep It Up
  5. Survivor - Caught In The Game

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Bombast-Rock

"Die Rückkehr der glorreichen Vier" titulierte eine Werbeseite des "Musikexpress" im September 1983 über das zweite Album von Asia. "Alpha" geriet viel harmonischer als das Debüt. Songs wie "Don´t Cry", "Eye To Eye", "Never In A Million Years", "Open Your Eyes", vor allen Dingen aber "The Last To Know" waren gradlinigere Stücke mit weniger Ecken und Kanten, welche ja das Vorgängeralbum zu einem Meilenstein der Rockmusik gemacht hatten. Die Songs auf "Alpha" waren einfach nur schön. Dabei ist es natürlich immer schwer, ein so erfolgreiches Werk wie "Asia" kommerziell zu bestätigen. Dies gelang der Band immerhin ansatzweise: Während in Amerika wieder ein Rang in den Top 10 erreicht wurde (# 6), kam man in Deutschland nicht über # 11 hinaus. Den Vogel aber schoß "Alpha" mit einer überraschenden # 4 in Großbritannien ab.

Für mich war jedes der ersten drei Asia-Alben ein absoluter Knaller - sie landeten nicht ohne Grund immer auf meiner persönlichen Pole Position. Geoff Downes' Tastenarbeit, Carl Palmers Schlagzeugkünste und auch die vorzüglichen Gitarrenklänge von Steve Howe waren Sinnbild des ganz typischen Asia-Sounds. Die charismatische Stimme von John Wetton und die grandiosen Gesangs- und Backgroundarrangements waren für mich aber das eigentliche i-Tüpfelchen dieser Musik.

Einen ersten Weggang mußten Asia nach "Alpha" verkraften, Steve Howe spielte in diesem Jahr zum letzten Mal als Vollmitglied.

Melodischer (H)Art-Rock

Die Artrock-Band Yes war seit 1971 Stammgast in den weltweiten Albumcharts. Ihr kunstvoller, ausufernder Sound war sicherlich nicht jedermann's Sache, aber sie hatten Erfolg. Jetzt passierte in diesem Jahr ein schier unglaubliches 'Ding'. Diese Band brachte nicht nur ein extrem kommerzielles Album auf den Markt, sie schafften es endlich auch die Radio- und Singlehitparaden zu knacken. "Owner Of A Lonely Heart" hieß dieser Ohrwurm, der zum mit Abstand größten Singleerfolg der Gruppe wurde. Das 83er Lineup mit Jon Anderson an den Leadvocals, Bassist Chris Squire, Trevor Rabin (Gitarre und Vocals), Drummer Alan White und Tony Kaye an den Keyboards kam mit dem phänomenalen Sound von "90125" in Deutschland zu einer "Gold"-Auszeichnung (# 2) und plazierte sich in den USA 12 Wochen in den Top 10 (höchste Notierung # 5).

Es war dennoch nicht nur der Erfolg der Single, der dieses Album zu einem Millionseller werden ließ. Die Titel des Albums waren zwar teilweise wieder recht lang geraten, doch war der Sound einfach viel massenkompatibler als auf vorherigen Longplayern der Band. Songs wie "It Can Happen", "Hearts" oder "Changes" gehören mit zum Besten, was ich jemals im Bereich anspruchsvoller aber kommerzieller Rockmusik gehört habe.

Kanadischer Prog-Rock

Saga hatten sich derweilen fest in Deutschland etabliert. Michael Sadler, Jim Gilmour, die Brüder Ian und Jim Crichton sowie Steve Negus kassierten nach ihrem "Worlds Apart"-Album eine weitere goldene Schallplatte für "In Transit" (D # 3) ab, dem Live-Mitschnitt, der die Zeit bis zum nächsten Studioalbum verkürzen sollte.

Im September 1983 war es dann soweit. Das mit Spannung erwartete neue Werk der fünf Kanadier stand in den Läden. Und es begeisterte Kritiker und Konsumenten gleichermaßen. Zum dritten Mal in Folge durchbrachen Saga die 250.000er Marke und blieben mit "Heads Or Tales" acht Wochen in den Top 10 (höchste Plazierung # 3). Die Klassiker des Albums: "The Flyer", "Scratching The Surface", "Cat Walk".

Straighter Kanada-Rock

Frisch, fromm(?), fröhlich, frei! So hieß die Devise der kanadischen Rockband Loverboy. Mit ihrem dritten Album "Keep It Up" setzten sie ihren Erfolgszug in Amerika fort. Nachdem das 81er "Get Lucky" sage und schreibe 73 Wochen in den Billboard-Charts vebrachte, plazierte sich der neue Longplayer wieder in den Top 10 (US # 7). Doch auch in Deutschland konnten Loverboy zum ersten Mal (und leider auch einzigen Mal) kräftig punkten. Angetrieben von einem sensationellen Auftritt im 'Rockpalast' (war in den 70ern/80ern ein monströses TV-Liveevent) kletterte "Keep It Up" bis auf # 25.

Highlights aus einer Platte mit neun Rockperlen: US # 11 Single "Hot Girls In Love"; die Rockkracher "Strike Zone", "Queen Of The Broken Hearts", "Chance Of A Lifetime" und "One-Sided Love Affair"; Ballade "It's Never Easy". Nun, damit hab ich sie ja fast alle aufgezählt ...

Melodischer US-Rock

Manchmal versteht man die Musikwelt wirklich nicht. Da gibt es eine Rockgruppe, die 1982 mit ihrem "Eye Of The Tiger"-Album gewaltig abräumte und nun ein Jahr später die mehr als würdige Nachfolgeplatte präsentierte. Problem an der Geschichte: Niemand wollte sie hören!

Das neue Survivor-Album "Caught In The Game" war mit Rockknallern und hochkarätigen Balladen nur so gespickt. Allein der Titelsong und Opener gehört zu meinen absoluten Favorites der Formation. Ob "I Never Stopped Loving You", "Santa Ana Winds", "Jackie Don´t Go" oder "It Doesn´t Have To Be This Way", Survivor hatten gleich mehrere potentielle Top 20-Songs in petto. Warum die Band anno 1983 nur auf # 82 (!!!!!!!!!!!) in den US-Charts landete, ist mir bis heute ein Rätsel - selbst im nicht gerade Survivor-freundlichen Germany kam das Album bis auf # 63. Nach "Caught In The Game" stieg Ursänger Dave Bickler aus.



Die Singles des Jahres 1983

  1. Asia - Don´t Cry
  2. Yes - Owner Of A Lonely Heart
  3. The Tubes - She´s A Beauty
  4. Toto - I Won´t Hold You Back
  5. Survivor - Caught In The Game
  6. Saga - The Flyer
  7. Ultravox - Hymn
  8. Journey - Faithfully
  9. Journey - Seperate Ways
  10. Police - Every Breath You Take
  11. Electric Light Orchestra - Secret Messages
  12. Billy Joel - Uptown Girl
  13. Kansas - Fight Fire With Fire
  14. Masquerade - Guardian Angel
  15. Daryl Hall & John Oates - Maneater
  16. Bryan Adams - This Time
  17. Christopher Cross - All Right
  18. Def Leppard - Photograph
  19. Madness - Our House
  20. Spandau Ballet - True

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** Wieder standen zwei Songs von meinen absoluten Lieblingsgruppen ganz hoch in meiner Gunst. Asia hatten mit "Don´t Cry" ihren letzten großen Hit (US # 10, D # 54) und Yes setzen sich Ende des Jahres 1983 an die Spitze der US-Hitparade. In Deutschland arbeitete sich "Owner Of A Lonely Heart" bis auf # 10 vor. ** The Tubes waren eine obskure Band, die mit "She´s A Beauty" den Wandel zum Kommerzrock (US # 10) vollzog. Der Titel beeindruckte mich extrem, wurde aber im (deutschen) Radio so gut wie nie gespielt. Da ich mir erst 1996 eine "Best Of"-CD der Tubes zulegte, hatte ich diese Klasse-Nummer gut 12, 13 Jahre nicht mehr gehört. Das 'Wiederhören' war entsprechend grandios. ** Toto´s dritte Top 10 Single aus dem "IV"-Album hieß "I Won´t Hold You Back" (US # 10). Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen konnte, diese traumhafte Ballade war die letzte Top 10-Plazierung in den USA. **


** Das Album zündete erfolgstechnisch nicht, die Single tat' s auch nicht. Survivor verhungerten mit "Caught In The Game" auf # 77 in den Staaten. ** Saga konnten einen weiteren Radiohit in Deutschland feiern ["The Flyer" / mit # 19 der Airplaycharts sogar der größte Radioerfolg in D], in der US-Hitparade kamen sie damit sogar in die Billboard Top 100. ** Eine weitere amerikanische Rockband sorgte im Jahr 1983 für Aufsehen. Nicht nur "Seperate Ways" (US # 6) und die Ballade "Faithfully" ( US # 12) räumten ab, auch das neue Journey-Album "Frontiers" blieb 22 (!) Wochen in den amerikanischen Top 10. **


** Was machten Musictommy´ s alteingesessenen Gruppen noch in dieser Zeit? ELO schafften mit ihrem "Secret Messages"-Album noch einmal einen Top 10 Erfolg in Großbritannien (# 4) und Deutschland (# 6). In meinen Album-Top 5 erreichte die LP nur den undankbaren sechsten Platz. Doch dafür kam die gleichnamige Single rein. Der große Hit aus diesem Album war aber die Nummer "Rock´ n Roll Is King" (D # 17, US # 19, GBR # 11). ** Kansas charteten auf # 58 in den Staaten ("Fight Fire With Fire"). Kerry Livgren, einer der kreativen Köpfe der Band verließ diese nach dem 83er "Drastic Measures"-Album und sollte erst 17 Jahre später wieder auf einem kompletten Band-Studioalbum mitwirken. **


** The Police landeten einen der Megahits des Jahres. "Every Breath You Take" war # 1 in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten. In der Bundesrepublik schafften sie es bis # 8. Das "Synchronicity"-Album sollte nach vier erfolgreichen Jahren das letzte Werk dieser Gruppe sein. Die Mitglieder gingen fortan getrennte Wege. Von ihnen schaffte nur einer die ganz große Solokarriere - Sänger und Frontmann Sting. ** Apropos alteingesessene Musiker. Unter Mithilfe einiger Toto-Mitglieder (Steve Lukather & David Paich u.a.) kam Christopher Cross mit "All Right" auf # 23 in Deutschland und # 12 in den USA. Dieser Hit war nicht sein erster. 1981 standen sowohl "Arthur's Theme" als auch "Sailing" [nicht zu verwechseln mit der Rod Stewart-Nummer] auf # 1 der US-Charts. ** Billy Joel kam in Amerika mit "Uptown Girl" auf # 3, in Deutschland konnte er damit seinen bis dahin größten Erfolg feiern (# 18). ** In den Staaten waren Dayrl Hall & John Oates bereits Superstars, ihre neueste # 1 Single "Maneater" plazierte sich aber auch bei uns gut: # 15. **


** Was gab es Neues auf dem Musikmarkt? Decken wir erst einmal den Rockbereich ab: In Amerika traten Def Leppard und Bryan Adams nachhaltig in Erscheinung. Def Leppard's drittes Album "Pyromania" brachte den endgültigen Durchbruch, es hielt sich 38 Wochen in den US Top 10 und brachte drei Singleerfolge hervor: "Photograph" (# 12), "Foolin'" (# 26) und "Rock Of Ages" (# 16). Bryan Adams kam mit "This Time" auf # 24, hatte aber zuvor schon mit "Straight From The Heart" und "Cuts Like A Knife" Erfolg. Der Beginn zweier großer Karrieren hatte stattgefunden, wobei Adams zu einem absoluten Weltstar mutieren sollte, der bis heute die internationalen Top 10 belagert. ** Die Briten von Ultravox verzeichneten ihren ersten Top 10-Hit ("Hymn") in Deutschland (GBR # 7). ** Zwei weitere britische Bands feierten in diesem Jahr ihre ersten weltweiten Erfolge. Die "Verrückten" von Madness katapultierten "Our House" in die Top 10 der wichtigsten Charts (D # 8, US # 7, GBR # 5) und die Schmusepopper des Spandau Ballet hielten Einzug in die Hitparaden-Oberliga ("True" - D # 9, US # 4, GBR natürlich # 1). ** Aus deutschen Landen bot Drafi Deutscher's Projekt Masquerade nette Popmusik. "Guardian Angel" lieferte sich mit der von Nino De Angelo interpretierten deutschen Fassung "Jenseits von Eden" ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 1. Masquerade verlor .... **