
Die Veröffentlichung der Nachfolgerplatte des äußerst erfolgreichen "IV"-Album hatte sich
bis in den November des Jahres 1984 hinausgezögert. Für damalige Toto-Verhältnisse waren
2 1/2 Jahre Albumpause eine lange Zeit. Doch dafür gab es gute Gründe. Der Leadsänger der
ersten vier Alben, Bobby Kimball, war bereits 38 Jahre alt und hatte stimmliche Probleme.
Des Weiteren fühlte er sich, laut Aussage seiner Kollegen, auch auf der Bühne nie besonders
wohl [was man dann auf der 99er Bobby-Kimball-Comeback-Tour der Band aber überhaupt nicht feststellen konnte].
Da Toto immer schon eine hervorragende Live-Band gewesen waren, brauchte man
einfach einen Sänger, der auch den gehobenen Konzertansprüchen gerecht werden konnte.
In Fergie Frederiksen glaubte man die Lösung aller Probleme gefunden zu haben. Fergie war
ein junger Sänger mit einer begnadeten Röhrenstimme, außerdem besaß sein Organ eine
große Bandbreite.
Und in der Tat, "Isolation" war ein grandioses und fetziges Stück Rockmusik geworden. Titel
wie "Endless", "How Does It Feel", "Carmen", "Angel Donīt Cry" oder auch Titelsong
"Isolation" sind bestes Toto-Material. Bei den Singleauskopplungen setzte die Gruppe auf
die altbewährten Stimmen von Steve Lukather ("How Does It Feel") und David Paich
("Holyanna" u. "Stranger In Town" ). Dennoch blieben sowohl den Singles als auch dem
Album der durchschlagende Erfolg verwehrt (Album: D # 15, US # 42 / ein Top 30-Singlehit in den USA mit "Stranger ....."). Die Folge: Fergie Frederiksens Gastspiel war nach
"Isolation" schon wieder beendet.

Mit ihrem neuesten Album "17" mischte die Gruppe Chicago das Rockgeschehen noch
einmal mächtig auf. Allerdings sollte das 84er Werk der Band das letzte mit Peter Cetera als
Leadsänger sein. Er begab sich fortan auf Solopfaden, und dies - zumindest in den
Anfangsjahren - sehr erfolgreich.
Mit der neuen Platte gelang Chicago noch einmal der Sprung in die internationalen Hitparaden. In den Staaten warf die
Platte insgesamt zwei Top 10 und zwei weitere Top 20 Plazierungen ab (Album: 58 Wochen
in US Top 100 - höchste Notierung # 4 / D # 12). Dennoch tat sich "17" am Anfang etwas
schwer. Mit der ersten Singleauskopplung "Stay The Night" kam die Gruppe gerade mal auf #
16 der Billboard-Charts. Dabei galt doch gerade in Amerika das ungeschriebene Gesetz 'nur
über eine erfolgreiche Single kannst Du auch Dein Album gut vermarkten'. Als dann aber
Single II und III, die schönen Balladen "Hard Habit To Break" und "You're The
Inspiration", die Top 5 stürmten, kletterte auch der Longplayer wieder nach oben in die Top
10.

Nach dem kommerziellen "Flop" mit "Caught In The Game" ging die Gruppe Survivor mit
einem neuen Sänger an den Start. Man merkte den Unterschied fast nicht, denn Jimi Jamison
klang beinahe wie der erkrankte Altsänger Dave Bickler. Was aber viel wichtiger war: sie fanden in die
Erfolgsspur zurück. Der flotte Rocksound von "Vital Signs" hielt sich fast ein Jahr in den US-Billboard-Charts und arbeitete sich bis auf Position 16 vor. Mit den Hitsingles "High On You" und "The Search Is Over" [Monster-Ballade] gelangten Survivor 1985 gar wieder in die Top 10.
Neben einem weiteren Single-Top-Erfolg mit "I Can't Hold Back" [# 13] bot "Vital Signs" eigentlich ausschließlich Melodic-Rock-Perlen: "First Night", "Broken Promises", "Moment Of Truth" und "Popular Girl" [jew. Up-Tempo-Rocker], aber auch die Midtempo/Balladen-Stücke "It's The Singer Not The Song", "Everlasting" und vor allem "I See You In Everyone" weisen erstklassiges Niveau auf.

Als der Progressiv-Rock Hochkonjunktur hatte, war die Gruppe Kansas in aller Munde.
Insbesondere in den USA konnten Kerry Livgren (Keyboards & Guitars), Steve Walsh (Lead
Vocals), Dave Hope (Bass), Richard Williams (Guitars), Robby Steinhardt (Violins) und Phil
Ehart (Drums) von 1975 bis 1980, in unveränderter Besetzung, große Erfolge verzeichnen.
Die Alben "Leftouverture" (1976 - # 6, Vierfach-Platin in den USA -> 4.000.000 verk. Ex.) und "Point Of Know Return" (1977 - # 5, Vierfach-Platin in den USA) blieben
beide fast ein Jahr in den amerikanischen Albumcharts. Neben den vorgenannten LPs kamen
bis 1984 noch vier weitere in die Top 30 des Billboards. Auf "The Best Of" findet man die größten Single-Hits, insbesondere "Dust In The Wind" [US: # 6], "Carry On Wayward Son" [# 11] und "Play The Game Tonight" [# 17], sowie große Prog-Epen: z.B. "Song For America", "No One Together", "The Wall".
In Deutschland schaffte die Band lediglich einmal
den Sprung in die Longplay-Charts: 1982 mit "Vinyl Confessions" auf # 36. Sonderbar
eigentlich, denn hierzulande ist Kansas sehr bekannt und vor allem "Dust In The Wind" war
einem aus der "Messmer-Tee"-Werbung in den Achtzigern - natürlich in abgewandelter
Form - geläufig. Zwei Jahre nach dem Erscheinen dieses "Best Of"-Albums, das übrigens
ohne Top 100-Chartsnotierung in Deutschland und Amerika blieb, aber trotzdem im Jahre 2001 durch konstant hohe Langzeitverkaufsraten ebenfalls US-Vierfach-Platin einheimste, fanden Kansas noch einmal den Weg
in die amerikanischen Singlecharts ("All I Wanted" # 19) zurück. Zusammen mit dem 86er
Album "Power" blieb dieser Song bis heute der letzte nennenswerte Eindruck, den diese Band in den Charts hinterließ. Leider .....

Dayrl Hall & John Oates waren seit 1975 in den USA mächtig gut im Geschäft. Angefangen
bei "Sara Smile" und "Sheīs Gone", beides # 10 im Jahre 1976, hatten sie 1977 ihre erste
Nummer 1 ("Rich Girl"). Die Schwelle zum Superstarstatus überschritten die beiden aber
erst in den Achtzigern. Ihr sogenannter 'White Soul' brachte ihnen bis 1984 fünf weitere
Number One Singles: "Kiss On My List", "Private Eyes", "I Canīt Go For That (No Can
Do)", "Maneater" und das nach dieser Kompilation erschienene "Out Of Touch" - die
letztgenannten konnten sich auch in Deutschland gut plazieren
(jeweils # 15).
** 1984 war es zum ersten Mal so, daß - für mich damals - noch unbekannte Bands an der Spitze
meiner Hitliste landeten. Und diese Songs hatten es absolut in sich. Sie zählen nämlich heute
zu Klassikern ihres Genres. Der eine Song: eine wunderschöne Ballade, der andere: ein
Powersynthie-Rocksong. Die Rede ist vom größten weltweiten Hit der Gruppe The Cars, "Drive", und "Jump", dem singlemäßigen Durchbruch der Band Van Halen, die bis dahin
durch revolutionäre Gitarrenarbeit und mehr als respektable Top 10-Alben auffiel. "Drive"
landete in Deutschland und Großbritannien auf # 4, in der US-Hitparade auf # 3. Van
Halenīs Superhit erklomm die Spitze der US-Charts (D # 4, GB # 5). ** Manfred Mannīs Earth
Band steuerten einen Song zum Film "The Philadelphia Experiment" bei, "Runner", und
erreichten damit eine # 22 in Amerika. **