Die Alben des Jahres 1984

  1. Toto - Isolation
  2. Chicago - 17
  3. Survivor - Vital Signs
  4. Kansas - The Best Of
  5. Daryl Hall & John Oates - Greatest Hits - RockīN Soul (Part 1)

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US-Mainstream-Rock

Die Veröffentlichung der Nachfolgerplatte des äußerst erfolgreichen "IV"-Album hatte sich bis in den November des Jahres 1984 hinausgezögert. Für damalige Toto-Verhältnisse waren 2 1/2 Jahre Albumpause eine lange Zeit. Doch dafür gab es gute Gründe. Der Leadsänger der ersten vier Alben, Bobby Kimball, war bereits 38 Jahre alt und hatte stimmliche Probleme. Des Weiteren fühlte er sich, laut Aussage seiner Kollegen, auch auf der Bühne nie besonders wohl [was man dann auf der 99er Bobby-Kimball-Comeback-Tour der Band aber überhaupt nicht feststellen konnte].

Da Toto immer schon eine hervorragende Live-Band gewesen waren, brauchte man einfach einen Sänger, der auch den gehobenen Konzertansprüchen gerecht werden konnte. In Fergie Frederiksen glaubte man die Lösung aller Probleme gefunden zu haben. Fergie war ein junger Sänger mit einer begnadeten Röhrenstimme, außerdem besaß sein Organ eine große Bandbreite.

Und in der Tat, "Isolation" war ein grandioses und fetziges Stück Rockmusik geworden. Titel wie "Endless", "How Does It Feel", "Carmen", "Angel Donīt Cry" oder auch Titelsong "Isolation" sind bestes Toto-Material. Bei den Singleauskopplungen setzte die Gruppe auf die altbewährten Stimmen von Steve Lukather ("How Does It Feel") und David Paich ("Holyanna" u. "Stranger In Town" ). Dennoch blieben sowohl den Singles als auch dem Album der durchschlagende Erfolg verwehrt (Album: D # 15, US # 42 / ein Top 30-Singlehit in den USA mit "Stranger ....."). Die Folge: Fergie Frederiksens Gastspiel war nach "Isolation" schon wieder beendet.

US-Rock mit Bläserunterstützung

Mit ihrem neuesten Album "17" mischte die Gruppe Chicago das Rockgeschehen noch einmal mächtig auf. Allerdings sollte das 84er Werk der Band das letzte mit Peter Cetera als Leadsänger sein. Er begab sich fortan auf Solopfaden, und dies - zumindest in den Anfangsjahren - sehr erfolgreich.

Mit der neuen Platte gelang Chicago noch einmal der Sprung in die internationalen Hitparaden. In den Staaten warf die Platte insgesamt zwei Top 10 und zwei weitere Top 20 Plazierungen ab (Album: 58 Wochen in US Top 100 - höchste Notierung # 4 / D # 12). Dennoch tat sich "17" am Anfang etwas schwer. Mit der ersten Singleauskopplung "Stay The Night" kam die Gruppe gerade mal auf # 16 der Billboard-Charts. Dabei galt doch gerade in Amerika das ungeschriebene Gesetz 'nur über eine erfolgreiche Single kannst Du auch Dein Album gut vermarkten'. Als dann aber Single II und III, die schönen Balladen "Hard Habit To Break" und "You're The Inspiration", die Top 5 stürmten, kletterte auch der Longplayer wieder nach oben in die Top 10.

Melodischer US-Rock

Nach dem kommerziellen "Flop" mit "Caught In The Game" ging die Gruppe Survivor mit einem neuen Sänger an den Start. Man merkte den Unterschied fast nicht, denn Jimi Jamison klang beinahe wie der erkrankte Altsänger Dave Bickler. Was aber viel wichtiger war: sie fanden in die Erfolgsspur zurück. Der flotte Rocksound von "Vital Signs" hielt sich fast ein Jahr in den US-Billboard-Charts und arbeitete sich bis auf Position 16 vor. Mit den Hitsingles "High On You" und "The Search Is Over" [Monster-Ballade] gelangten Survivor 1985 gar wieder in die Top 10.

Neben einem weiteren Single-Top-Erfolg mit "I Can't Hold Back" [# 13] bot "Vital Signs" eigentlich ausschließlich Melodic-Rock-Perlen: "First Night", "Broken Promises", "Moment Of Truth" und "Popular Girl" [jew. Up-Tempo-Rocker], aber auch die Midtempo/Balladen-Stücke "It's The Singer Not The Song", "Everlasting" und vor allem "I See You In Everyone" weisen erstklassiges Niveau auf.

Progrock

Als der Progressiv-Rock Hochkonjunktur hatte, war die Gruppe Kansas in aller Munde. Insbesondere in den USA konnten Kerry Livgren (Keyboards & Guitars), Steve Walsh (Lead Vocals), Dave Hope (Bass), Richard Williams (Guitars), Robby Steinhardt (Violins) und Phil Ehart (Drums) von 1975 bis 1980, in unveränderter Besetzung, große Erfolge verzeichnen. Die Alben "Leftouverture" (1976 - # 6, Vierfach-Platin in den USA -> 4.000.000 verk. Ex.) und "Point Of Know Return" (1977 - # 5, Vierfach-Platin in den USA) blieben beide fast ein Jahr in den amerikanischen Albumcharts. Neben den vorgenannten LPs kamen bis 1984 noch vier weitere in die Top 30 des Billboards. Auf "The Best Of" findet man die größten Single-Hits, insbesondere "Dust In The Wind" [US: # 6], "Carry On Wayward Son" [# 11] und "Play The Game Tonight" [# 17], sowie große Prog-Epen: z.B. "Song For America", "No One Together", "The Wall".

In Deutschland schaffte die Band lediglich einmal den Sprung in die Longplay-Charts: 1982 mit "Vinyl Confessions" auf # 36. Sonderbar eigentlich, denn hierzulande ist Kansas sehr bekannt und vor allem "Dust In The Wind" war einem aus der "Messmer-Tee"-Werbung in den Achtzigern - natürlich in abgewandelter Form - geläufig. Zwei Jahre nach dem Erscheinen dieses "Best Of"-Albums, das übrigens ohne Top 100-Chartsnotierung in Deutschland und Amerika blieb, aber trotzdem im Jahre 2001 durch konstant hohe Langzeitverkaufsraten ebenfalls US-Vierfach-Platin einheimste, fanden Kansas noch einmal den Weg in die amerikanischen Singlecharts ("All I Wanted" # 19) zurück. Zusammen mit dem 86er Album "Power" blieb dieser Song bis heute der letzte nennenswerte Eindruck, den diese Band in den Charts hinterließ. Leider .....

Pop & Soul

Dayrl Hall & John Oates waren seit 1975 in den USA mächtig gut im Geschäft. Angefangen bei "Sara Smile" und "Sheīs Gone", beides # 10 im Jahre 1976, hatten sie 1977 ihre erste Nummer 1 ("Rich Girl"). Die Schwelle zum Superstarstatus überschritten die beiden aber erst in den Achtzigern. Ihr sogenannter 'White Soul' brachte ihnen bis 1984 fünf weitere Number One Singles: "Kiss On My List", "Private Eyes", "I Canīt Go For That (No Can Do)", "Maneater" und das nach dieser Kompilation erschienene "Out Of Touch" - die letztgenannten konnten sich auch in Deutschland gut plazieren (jeweils # 15).



Die Singles des Jahres 1984

  1. The Cars - Drive
  2. Van Halen - Jump
  3. Manfred Mannīs Earth Band - Runner
  4. John Waite - Missing You
  5. The Alan Parsons Project - Donīt Answer Me
  6. Yes - It Can Happen
  7. Toto - Stranger In Town
  8. Jefferson Starship - No Way Out
  9. Chicago - Hard Habit To Break
  10. Rick Springfield - Love Somebody
  11. Valerie Dore - The Night
  12. Chicago - Stay The Night
  13. Bon Jovi - Runaway
  14. Propaganda - Dr. Mabuse
  15. Survivor - I Canīt Hold Back
  16. Slade - My Oh My
  17. Frankie Goes To Hollywood - Two Tribes
  18. Limahl - Neverending Story
  19. Fiction Factory - (Feels Like) Heaven
  20. Nik Kershaw - Wouldnīt It Be Good

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** 1984 war es zum ersten Mal so, daß - für mich damals - noch unbekannte Bands an der Spitze meiner Hitliste landeten. Und diese Songs hatten es absolut in sich. Sie zählen nämlich heute zu Klassikern ihres Genres. Der eine Song: eine wunderschöne Ballade, der andere: ein Powersynthie-Rocksong. Die Rede ist vom größten weltweiten Hit der Gruppe The Cars, "Drive", und "Jump", dem singlemäßigen Durchbruch der Band Van Halen, die bis dahin durch revolutionäre Gitarrenarbeit und mehr als respektable Top 10-Alben auffiel. "Drive" landete in Deutschland und Großbritannien auf # 4, in der US-Hitparade auf # 3. Van Halenīs Superhit erklomm die Spitze der US-Charts (D # 4, GB # 5). ** Manfred Mannīs Earth Band steuerten einen Song zum Film "The Philadelphia Experiment" bei, "Runner", und erreichten damit eine # 22 in Amerika. **


** Und schon geht es weiter mit den neuen Gesichtern. John Waite zum Beispiel, er, der später mit der Band Bad English erfolgreich sein sollte, sang sich und sein "Missing You" auf # 1 in Amerika (D # 13). ** In Deutschland ganz gewiß nicht mehr neu waren The Alan Parsons Project. Das Projekt der beiden Masterminds Alan Parsons und Eric Woolfson trug vor allem hierzulande reife Früchte. Von 1977 bis 1985 wurde jedes Album mindestens vergoldet. Die Erfolgsgeschichte nahm erst 1987 mit dem Album "Gaudi" ihr Ende. Ihren größten Singleerfolg in Deutschland, nach der Instrumentalnummer "Lucifer" (1979), hatten sie mit "Donīt Answer Me" (D # 7, US # 15). Im Radio lief dieser Song gar rauf und runter und erreichte # 1 der deutschen Airplay-Hitparade. ** Die Gruppe Yes plazierte sich mit der dritten Single aus "90125" - "It Can Happen" - auf # 51 in den Staaten. **


** Die erfolgsverwöhnte US-Gruppe Toto kam mit der ersten Single aus dem "Isolation"-Longplayer ("Stranger In Town") nicht über eine # 30 in ihrem Heimatland hinaus. ** Eine Gruppe namens Jefferson Starship - vormals Jefferson Airplane - feierte ihr Comeback in den US-Top 30 ("No Way Out" / US # 23). Ab 1985 ließ die Band auch noch das "Jefferson" weg und feierte nach dieser neuerlichen Namensänderung ein wahres Chartsfestival. Dazu mehr in den nächsten Jahren. ** Die Gruppe Chicago konnte aus ihrem Album "17" nicht weniger als vier Top 20-Singles auskoppeln. Davon sind hier zwei vertreten: "Hard Habit To Break" (US # 3, GB # 8) und "Stay The Night" (US # 16, D # 21). ** Bleiben wir gerade noch bei meinen Lieblingsbands. Survivorīs "I Canīt Hold Back" (US # 13) drückte das Album "Vital Signs" endlich in luftige Chartshöhen. **


** Jetzt wird’s aber noch einmal mächtig interessant. Es tat sich nämlich in diesem Jahr noch viel Neues auf dem Musikmarkt. Da gab es eine deutsche Band, die zunächst einmal in England Erfolg hatte, um dann, aufbauend auf dieser Chartsnotierung, auch in Deutschland den Durchbruch zu schaffen. Propaganda's Top-Hit "Dr. Mabuse" erreichte in Deutschland # 7, war aber zuvor im Vereinigten Königreich bis auf # 27 vorgestoßen. ** Sänger Jon Bon Jovi sammelte einige Rockmusiker um sich herum und hatte in Amerika seinen ersten veritablen Hit: "Runaway" [US # 39]. Daß die Band Bon Jovi damit eine wahre Flut von Hits losgetreten hatte, wußte man zwar noch nicht, konnte es aber zumindest erahnen. Denn: "Runaway" war genial. ** Eine der schillerndsten Formationen der Achtziger, Frankie Goes To Hollywood, chartete mit "Two Tribes" auf Position 1 in Deutschland (GB # 1). Zuvor war ihre Debütsingle "Relax" schon an dieser Stelle gewesen (GB # 1), und der Weihnachtsballade des Jahres 1984, "The Power Of Love", gelang immerhin noch der Sprung auf # 4 (GB # 2). Das Album "Welcome To The Pleasuredome" erreichte sowohl in Deutschland als auch in England # 1. Die Amerikaner standen der ganzen Sache skeptischer gegenüber. Dort schaffte es "Relax" aber noch auf # 10. **


** Ein phantastisches Comeback feierte die Band Slade mit der Single "My Oh My" (D # 4, GB # 2), einer Stadionhymne ohnegleichen. In den Siebzigern (von 1971 bis 1974) hatte die Band zehn Top 10-Hits in Deutschland und nicht weniger als sieben # 1-Songs in England. ** Rick Springfield verzeichnete in Deutschland seinen zweitgrößten Singleerfolg ("Love Somebody" /D # 23 - US # 5). Wenig später (1985) plazierte er sich zum einzigen Mal in den deutschen Top 10 ("Celebrate Youth" # 5). ** Die Filmmusik zu Michael Ende's "Die Unendliche Geschichte" brachte dem Sänger Limahl seinen größten Solohit ("Neverending Story" / D # 2, GB # 4). Vielleicht erinnern sich noch einige Leute daran, daß er mit der Formation Kajagoogoo 1983 seine Karriere startete und eine # 1 in Deutschland und Großbritannien hatte ("Too Shy"). ** Nik Kershaw landete mit "Woudnīt It Be Good" seinen ersten und wohl größten Hit (D # 2, GB # 4). ** Zu einem absoluten One-Hit-Wonder zählt die Gruppe Fiction Factory. "(Feels Like) Heaven" hört man noch heute im Radio, es fallen einem aber definitiv keine weiteren Titel dieser Gruppe ein ( D # 10, GB # 5). ** Zu diesen Eintagsfliegen muß auch Valerie Dore gezählt werden. Disco/Dance-Ballade "The Night" (D # 5) fand nur noch einen annähernd würdigen Nachfolger ("Get Closer" D # 12). **