Die Alben des Jahres 1991

  1. Bryan Adams - Waking Up The Neighbours
  2. Bad English - Backlash
  3. Mike & The Mechanics - Word Of Mouth
  4. Van Halen - For Unlawful Carnal Knowledge
  5. Starship - Greatest Hits 1979-1991
  6. Firehouse - Firehouse
  7. Glass Tiger - Simple Mission
  8. Scorpions - Crazy World
  9. Supertramp - The Very Best Of
  10. Roxette - Joyride

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Das Jahr 1991 war wieder eines der großen Rockjahre. Sicher, von meinen Lieblingsbands aus den 80ern [z.B. Toto, Asia, Saga oder Chicago] kam Anfang der 90er entweder gar nichts, oder nur Durchschnittsware. Aber es gab immer noch genügend andere Rockbands, die Musictommy begeisterten.



Straighter US-Rock

Seit sieben Jahren war der gute Mann nun schon dick im Musikgeschäft tätig. Aber, daß ausgerechnet der Rockhammer des Jahres von ihm kommen würde, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Bryan Adams hatte sich mit Songs wie "Summer Of '69", "Heaven" oder "Somebody" bereits Mitte der Achtziger in die Namensliste der Rockheroen eingetragen. Doch was nun 1991 mit seinem Album "Waking Up The Neighbours" folgte, war die Krönung seiner Karriere. Zum ersten Mal gelang ihm der Sprung auf Platz 1 der deutschen LP-Charts. Gleiches glückte in Großbritannien. In den USA erreichte er # 6.

Wieder einmal zeichnete sich hierfür ein Mann verantwortlich, der schon seit geraumer Zeit einen äußerst erfolgreichen Produzentenjob ausübte - Robert John "Mutt" Lange. Wow! Als ich den Song "Can't Stop This Thing We Started" erstmalig im Radio hörte, dachte ich zunächst, Def Leppard [für diese Band war Lange seit 1983 tätig] wären hier am Werk, so rockig und bombastisch kam dieser Titel daher. Dabei hatte die Erfolgsgeschichte des neuen Adams-Album mit einer Ballade begonnen: Zum "Robin Hood"-Film [mit Kevin Costner] steuerte Bryan Adams die Schnulze des Jahres bei; "(Everything I Do) I Do It For You" avancierte zu seinem größten Hit. Auf "Waking Up The Neighbours" blieben Songs dieser Art aber die Ausnahme.

Unwiderstehlicher Power-Stuff wurde einem hier präsentiert, und die Anzahl der Hitsingles wurde mit "Do I Have To Say The Words" und "Thought I'd Die And Gone To Heaven" auf insgesamt vier erhöht. Das war längst nicht alles. Titel wie der Opener "Is Your Mama Gonna Miss Ya?", "Not Guilty", "Vanishing", eine "(Everything I Do) I....." ähnelnde Ballade, oder "All I Want Is You" empfahlen sich ebenso für eine Auskopplung.

Die Frischkur für den in der Zwischenzeit schon etwas angestaubten Sound von Adams war Anfang der Neunziger auch bitter nötig gewesen, steckte der Künstler doch seit Mitte 1987 in einem mittelgroßen Karriere-Loch. Mit den Albumabverkäufen konnte man zwar noch recht zufrieden sein, aber seine Singles fanden immer seltener den Weg in die internationalen Top 10. Nach einer Albumpause von mehr als 4 Jahren war das Comeback, zusammen mit einem der begehrtesten Produzenten dieser Tage, umso stürmischer ausgefallen.

Melodischer US-Rock

Die Gruppe Bad English brachte zwei Jahre nach dem Einstand das Album "Backlash" auf den Markt. Frei nach der Single "Straight To Your Heart" wurde erneut flotter (straighter) Mainstream-Rock geboten. Erfolgstechnisch blieb man aber weit hinter dem Debütalbum zurück. Das lag hauptsächlich am Scheitern der Bad English-Singles bereits an der Top 40-Hürde. Obwohl auf dieser LP reihenweise Top 20 Songs zu finden waren - neben obengenanntem Titel besaßen beispielsweise "So This Is Eden", die Ballade "Time Alone With You", "Pray For Rain" oder "Make Love Last" qualitativ hochwertiges Radioformat.

Die Titel der neuen Platte lebten von der vorzüglichen und markanten Stimme eines John Waite und der Gitarren- & Keyboard-Arbeit der beiden Journey-Mitglieder (damals Ex) Neal Schon und Jonathan Cain. Das hatte man ja bereits beim Erstling feststellen können. Dennoch war in den Vereinigten Staaten schon nach 4 Wochen Top 100 (höchste Plazierung # 72) Abschied angesagt. Da konnten sich die Gruppenmitglieder auch nicht mit dem Einstieg in die deutschen Album-Charts trösten (insgesamt 8 Wochen mit # 48 als Bestnotierung).

Das Projekt hatte nach "Backlash" ein recht frühes Ende gefunden. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten die Jungs ruhig noch eins, zwei Platten herausbringen können. Allerdings behält man eine Band mit zwei wirklich guten Werken, und die hatten Bad English definitiv, in allerbester Erinnerung .....

Kunstvoller Pop

Dem Erfolgsalbum "Living Years" (1989) ließen Mike & The Mechanics ein 'Auf-Nummer-Sicher'-Album folgen. "Word Of Mouth" war das ausgeglichenste Werk der Truppe um Mike Rutherford. Keine überragenden Höhen - keine Tiefen. Die CD aus 1991 war mit den üblichen Attributen der Band - schöne Keyboard-Teppiche, solides Gitarrenhandwerk und stimmliche Power von Paul Carrack und Paul Young - unterlegt und ging folgerichtig sehr schnell ins Ohr des Zuhörers.

Mit dem Titelsong, einer richtigen Stadion-Mitsinghymne [Plazierung s.u. bei den Singles des Jahres], und "Everybody Gets A Second Chance" (D # 51, GB # 56) erreichte die Gruppe auch wieder respektable Ergebnisse in den Singlecharts. Natürlich lagen zwischen dem Erfolg des Albums "Living Years" und der neuen Platte Welten (D # 22, GB # 11, USA: Fehlanzeige), aber man hatte diesmal auch keine überragende Monster-Single á la "The Living Years" an Bord, und das wirkte sich insbesondere in Amerika negativ auf die LP-Verkaufszahlen aus.

Straighter und melodischer Hardrock

Das Jahr rockte! - Da wollten Van Halen sich natürlich nicht bitten lassen. Wurden die letzten Albumerfolge der Gruppe immer von hochkarätigen Top 10-Singles begleitet, fehlten diesmal die einschlägigen Auskopplungen, die man insbesondere in den Staaten [i.d.R.] brauchte, um ein Album zu puschen: "Top Of The World" (US # 27) und "Right Now" (US # 55) waren sensationelle Songs, erreichten aber nicht die Top 20. Der 'Singlemißerfolg' hatte aber keinerlei Auswirkungen auf die Chartsplazierungen des neuen Albums "For Unlawful Carnal Knowledge" [Übersetzt: Für ungesetzlichen Geschlechtsverkehr], Kurzform: F.U.C.K. Die Notierungen hielten sich im Van Halen-Normalbereich, was bedeutete: # 1 in den USA, Top 10 in Deutschland (# 6) und # 12 in Großbritannien.

Der neue Opus bot aber dennoch viel mehr als die letzten Platten. Früher war das ein Gemisch aus Synthie-Songs und fröhlich verspielten Hardrock-Nummern. 1991 bot die Band eigentlich nur eines: knackigen und forschen Geradeaus-Hardrock mit Melodiegarantie. Ein 'hochexplosives' Rock-Gemisch also! Ansteckungsgefahr: 100%.

Melodischer US-Rock

Der Werdegang der Gruppe Starship geht zurück bis in die Sechziger Jahre. Damals noch als Jefferson Airplaine unterwegs, konnte man 1967 zwei Singles in die US Top 10 hieven: "Somebody To Love" und "White Rabit". Das dazugehörige Album "Surrealistic Pillow" arbeitete sich bis auf # 4 in den Staaten vor. Programm war damals psychedelischer Rock.

Mitte der 70er nannte man sich in Jefferson Starship um und blieb weiterhin auf einer Welle des Erfolges. Die Alben "Red Octopus" (1975 US # 1), "Spitfire" (1976 US # 2), "Earth" (1978 US # 8) und "Freedom At Point Zero" (1979 US # 10) dokumentierten dies eindrucksvoll. Mit "Miracles" (1975) und "Count On Me" (1978) gelangen auch dieser Formation zwei Top 10-Singles. 1984 kam es zu Rechtsstreitigkeiten mit dem ausgestiegenen Ur-Mitglied Paul Kantner. Er untersagte es den restlichen Mitglieder, allen voran Ur-Sängerin und Ex-Model Grace Slick, dem seit 1979 zum Jefferson Starship gestoßenen zweiten Sänger Mickey Thomas und Craig Chaquico (Guitars), den Namen Jefferson Starship ohne ihn weiterhin zur Schau zu stellen. Die Reaktion: Zukünftig flog das Starship ohne Jefferson weiter.

Die "Greatest Hits"-Kompilation aus dem Jahr 1991 konzentriert sich auf die Spätphase des Jefferson Starships mit Hits wie "Find Your Way Back" (1981 US # 29), "Jane" (1979 US # 14) und "No Way Out" (1984 US # 23) und die komplette Erfolgsgeschichte des Starships ab 1985. Überhaupt war die Band im Laufe der Jahrzehnte immer kommerzieller geworden, mit dem Höhepunkt in den Jahren 85-87, wo drei Mal der Sprung auf No. 1 der US Single-Charts gelang. Die Hits: "We Built This City", "Sara" und "Nothing's Gonna Stop Us Now". Diese Titel sorgten aber auch außerhalb der Staaten für mächtiges Aufsehen. Der letzte Top 20-Hit hieß "It's Not Enough" aus dem Jahr 1989.

Melodischer US-Hardrock

Das Debütalbum der amerikanischen Hardrock-Formation Firehouse ("Firehouse") hielt sich über ein Jahr in den US-Charts und kletterte bis auf Position 21. Mit zwei Top 20-Singles ("Love Of A Lifetime" u. "Don't Treat Me Bad") nahm die Erfolgsbilanz für eine Newcomer-Band recht ansehnliche Züge an. Die Gruppe klang nicht nur wie eine frischere Ausgabe von Bon Jovi, der gute Jon hatte auch letzten Endes für den entscheidenden Kick gesorgt. Jon Bon Jovi hatte die Jungs nämlich bei einem Club-Auftritt gesehen, und war von deren Musik grenzenlos begeistert. Erst einmal ins Gespräch gebracht, war der Labeldeal mit einem Major (Sony) schnell unter Dach und Fach.

Mit typischen US-Hardrock-Songs wie "All She Wrote", "Don't Walk Away", "Overnight Sensation" oder obengenanntem "Don't Treat .....", aber vor allem mit den schönen Balladen "Home Is Where The Heart Is" und og. "Love Of A ...." konnte sich die Band souverän im Dschungel der unzähligen Rockformationen aus Amerika behaupten. In ihrer durchweg gegebenen Kommerzialität wußten sie sich von Bands wie Poison, Cinderella oder White Lion abzusetzen. Prinzipiell setzte die Gruppe den Zuhörer einem Standard-Format des Hardrocks aus, das immer irgendwie ähnlich klang, aber in keinster Weise langweilig wurde. Diesen Power sollte die Formation auch noch ins Jahr 1992 hinüberretten können. Das folgende Album geriet nämlich noch eine Spur besser.

Flotter Pop/Rock

Mitte der Achtziger feierte die Gruppe Glass Tiger ihre größten Erfolge. Ende 1990 brachten sie ihre dritte Platte, "Simple Mission", heraus, und kein Mensch wollte das Ding mehr kaufen. Ich hatte zwar die ersten beiden Scheiben der Gruppe im Plattenschrank, war aber von der letzten LP sehr enttäuscht worden. Folgerichtig interessierte mich "Simple Mission" zunächst einmal überhaupt nicht. Bis zu einem ganz besonderen Tag im Oktober des Jahres 1991. Ich hatte am nächsten Tag [um 9.00 Uhr] eine Klausur zu schreiben, die zugegebenermaßen nicht unbedingt der 'Reißer' war, aber Prüfungen machen mich immer besonders 'launig'. Als 'Einstimmung' auf dieses Happening stand aber noch ein Konzert der Gruppe Roxette in der Frankfurter Festhalle an. Zu Viert [Zwei Mädels, Zwei Jungs] zogen wir los, und ich dachte mir: 'mal sehen, wie diese Vorbereitungsstrategie sich auswirkt'. Skepsis war schon angesagt.

Nun, ganz nett fand ich das schon, daß als Vorgruppe Glass Tiger auftraten, aber noch freute ich mich eigentlich auf den Hauptact. Ungefähr 45 Minuten später hatte ich meine Klausur völlig vergessen. Und an Roxette dachte ich schon gar nicht mehr. Das war im höchsten Maß sensationell, was die Rock-Truppe um Sänger Alan Frew an diesem Abend auf die Bühne zauberte. Mit den alten Hits "Someday" und "Don't Forget Me (When Iīm Gone)", aber auch neuen Stücken von eben diesem Album, hinterließ man die Besucher der Festhalle beeindruckt. Jetzt war es mir also schon zum zweiten Mal passiert, daß eine Vorgruppe den Hauptakteuren die Show stahl. Das war meine Meinung, aber viele der Zuschauer sahen das genauso. Nach geschriebener Klausur zog es mich am nächsten Tag sofort in einen Plattenladen, und dort holte ich das nach, was ich zuvor versäumt hatte.

Dieses neue Album der Gruppe strotzte von wunderbaren Balladen ("Where Did Our Love Go", "Rescued (By The Arms Of Love)"), Midtempo-Songs ("My Town", "One To One", "Blinded") und kernigen Rockern ("One Night Alone", "Simple Mission", "(She Said) Love Me Like A Man"). Gut, daß ich an diesem Abend in der Festhalle gewesen bin ......

Hardrock mit Melodie aus Hannover

Das neue Album der Scorpions, "Crazy World", war ein straightes und frisches Rockalbum mit betörenden Balladen als Zusatzleistung. Die Hannoveraner existierten nun [1991] schon fast 20 Jahre, sie klangen aber eher wie hochmotivierte Newcomer. Der Erfolg der LP hielt sich wieder in dem Bereich, wie ihn die Scorpions gewohnt waren - zumindest zu Hause: Top 10 in Deutschland. Die Plazierungen in den USA und Großbritannien ließen da schon etwas zu wünschen übrig. Das war die Ausbeute des 90/91er Werkes der deutschen Hardrock-Formation. Zunächst einmal .....

Mit reservierten Titeln wie "Don't Believe Her", "To Be With You In Heaven" oder der Ballade "Send Me An Angel" und fetzigen Rock-Nummern wie "Restless Nights", "Hit Between The Eyes" oder "Kicks After Six" überzeugten die Scorpions zum wohl letzten Mal restlos in ihrem hauseigenen Genre, dem gepflegten Hardrock. Das Album hätte sich wohl so gut 20 - 25 Wochen in den deutschen Charts gehalten und wäre dann auf 'nimmer wiedersehen' verschwunden. Doch den entscheidensten Teil dieser Scorps-Geschichte hab' ich noch gar nicht erwähnt: Nun, am 03.10.1990 wurden die Bundesrepublik und die 'DDR' auch offiziell wiedervereint. Und genau dieses 'Wende'-Ereignis brachte den Scorpions ihren mit Lichtjahren Abstand allergrößten Hit. - Einen für die Ewigkeit.

"Wind Of Change", eine geniale Power-Ballade, die den Zahn der Zeit so perfekt wie kein anderes Musikstück traf, mutierte zum absoluten Welterfolg. Bis heute kann wohl noch 'jeder' Deutsche das Pfeif-Intro zu diesem Song auswendig performen. Erst dieser Super-Hit brachte das Album "Crazy World" dann dorthin, wo es für viele Wochen blieb, auf # 1 der deutschen Albumhitparade. Insgesamt gastierte man dann 80 Wochen in den deutschen Top 100, 63 Wochen in den US Top 100 (höchste Notierung des Albums # 21) und auch in Großbritannien fand man den Weg zurück in die LP-Charts - bis auf # 27.

Bombast-Pop

Die Erfolgsstory der Gruppe Supertramp begann Mitte der 70er Jahre. Rick Davies (Keyboards & Vocals), John Helliwell (Saxophon), Dougie Thomson (Bass), Bob Siebenberg (Drums) und Rodger Hodson (Guitars, Keyboards, Vocals) zogen aus, um die Musikwelt als 'Saubermänner', ohne Skandale und Exzesse, zu erobern. Dies gelang ihnen in eindrucksvoller Weise.

1975 hatten sie mit "Dreamer" ihren ersten Top 10-Hit [nur in Großbritannien]. 1977 gelangte man mit "Give A Little Bit" schon in allen drei betrachteten Ländern (USA # 20, D # 29, GB # 27) in die Top 30. Bis zu diesem Jahr hielten sich die Album-Erfolge dieser Formation noch in einem recht bescheidenen Rahmen. "Crime Of The Century" und "Crisis? What Crisis?" (beide 1975) erreichten nur in Großbritannien Top 10-Plazierungen. Erstgenannte Platte kam dann 1977, im Sog des dritten Albums ("Even The Quitest Moments" US # 17, D # 14, GB # 18), doch noch in die deutschen Top 10 (# 5), und blieb volle drei Jahre in der Hitliste.

Den endgültigen Durchbruch brachte dann das Jahr 1979. Das Album "Breakfast In America" kam in den USA und Deutschland auf # 1 (GB # 2). In unseren Landen besetzte das 79er Werk fast ein Jahr lang (46 Wochen) die Top 10. Insgesamt vier Hitsingles sorgten für diesen durchschlagenden Erfolg: "The Logical Song" (US # 6, D # 12, GB # 6), "Breakfast In America" (D # 23, GB # 8), "Goodbye Stranger" (US # 13) und "Take The Long Way Home" (US # 10). Alle - für sich genommen - Klassiker der Musikgeschichte. Das Live-Album "Paris" aus dem Jahr 1980 manifestierte Supertramp's Megagruppen-Status (US # 12, D # 5, GB # 7). 1982 brachte man die LP "...Famous Last Words" heraus und knackte allerorts die Top 5 (US & GB # 5, D # 1). Auf dieser Platte befand sich der größte Single-Hit der Band in Deutschland, "It's Raining Again". Für den Song war erst auf # 3 Endstation, in den USA erreichte das Mitsing-"Liedchen" # 11, in Großbritannien # 25.

Nach "...Famous Last Words" verließ 'Mr. Supertramp' Rodger Hodson die Band. Was man an ihm verloren hatte, zeigt ein Auftritt des Sängers, Keyboarders und Gitarristen bei "Sound Of Frankfurt" im Jahr 2000. Der Mann trat ganz alleine auf. Nur mit einem Klavier und einer akustischen Gitarre bewaffnet, riß er die unzähligen Besucher, die meisten waren bei den ersten Hits von Supertramp noch nicht einmal geboren, zu regelrechten Begeisterungsstürmen und Mitsing-"Orgien" hin. Dies passierte immer dann, wenn er die Klassiker seiner alten Band darbot. Die wiederum tat sich ab 1983 ohne ihren Frontmann recht schwer. Nur mit der Single "Cannonball" [gesungen von Rick Davies] kam man 1985 noch einmal die Top 30 der Vereinigten Staaten (D # 60). Das 85er Album "Brother Where You Bound" erreichte # 5 in Deutschland, in den USA # 21 und in England eine Position 19. "Free As A Bird", das Album aus dem Jahr 1988, kam lediglich hierzulande in die Top 100 (höchste Notierung: # 23). 1997 legte die Gruppe noch einmal ein Überraschungs-Comeback hin und öffnete mit der CD "Some Things Never Change" die Tür zur deutschen Top 10 (Beste Notierung: Platz 3).

"The Very Best Of Supertramp" erreichte 1990/1991 # 6 in Deutschland und # 23 in Großbritannien.

Gute Laune-Pop

Mit dem flotten Album "Joyride" setzten sich Roxette endgültig die Pop-Krone auf. Den beiden Musikern [Per Gessle & Marie Fredriksson] gelangen reihenweise hochkarätige Pop/Rock-Nummern, die ihre Massentauglichkeit durch eine absolute Ohrwurmgarantie unter Beweis stellten. Der Longplayer war in Deutschland (# 1) und Großbritannien (# 2) ganz vorne dabei, in den USA ging's rauf bis # 12. Mit den Singles "Joyride" (D # 1, US # 1, GB # 4), "Fading Like A Flower" (D # 5, US # 2, GB # 12), "The Big L." (D # 13, GB # 21) und "Spending My Time" (D # 9, US # 32, GB # 22) unterstrich die Band ihr unverschämt glückliches Händchen für catchy Refrains und Mitsing-Hymnen.

Das Album "Joyride" bestand aber nicht nur aus vier überragenden Songs, sondern aus insgesamt 15 fröhlichen und frischen Pop-Perlen, ohne auch nur einen einzigen Ausfall. Und das machte die LP zu einem echten 'Gute Laune'-Erlebnis.



Die Singles des Jahres 1991
  1. Huey Lewis & The News - It Hit Me Like A Hammer
  2. Styx - Show Me The Way
  3. Bryan Adams - (Everything I Do) I Do it for You
  4. Scorpions - Wind Of Change
  5. Bad English - Straight To Your Heart
  6. Mike & The Mechanics - Word Of Mouth
  7. Ten Sharp - You
  8. Queensryche - Silent Lucidity
  9. Firehouse - Love Of A Lifetime
  10. OMD - Pandoraīs Box
  11. Glass Tiger - My Town
  12. Roxette - Joyride
  13. Genesis - No Son Of Mine
  14. The Rembrandts - Just The Way It Is, Baby
  15. Firehouse - Donīt Treat Me Bad
  16. Queen - The Show Must Go On
  17. Chesney Hawkes - The One And Only
  18. Massive Attack - Unfinished Sympathy
  19. Bryan Adams - Canīt Stop This Thing We Started
  20. The Farm - All Together Now

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** Die neueste Single von Huey Lewis & The News traf mich wie ein Hammer oder besser, wie ein Blitzschlag: "It Hit Me Like A Hammer" war für mich nicht nur unangefochten die Nummer 1 der Rocksongs in diesem Jahr, sondern auch der Beste, den diese Band jemals dargeboten hat. In Deutschland erreichte dieser Titel # 51, in den USA # 21. Die großen Zeiten von Huey Lewis neigten sich dieser Tage ihrem Ende zu. Das 91er Album "Hard At Play" wies in Deutschland mit # 13 seine höchste Notierung auf. In den USA, der eigentlichen Hochburg der Gruppe, schaffte man es gerade noch in die Top 30 (# 27) und in Großbritannien sogar nur unter die ersten 40 (# 39). Der ersten Single aus diesem Album ("Couple Days Off") war noch etwas mehr Erfolg beschieden als "It Hit Me .....": in den Staaten kam man damit fast noch einmal in die Top 10 (# 11 / D # 40). **


** Ein grandioses Comeback feierte 90/91 die Rockband Styx - zumindest in Amerika. Ihre wunderbare Single "Show Me The Way" zählte zu den besten Songs dieser Truppe überhaupt. Mit einer # 3 in den US-Singlecharts kamen sie sogar an ihre großen Erfolge aus den 70ern und Anfang der 80er heran. Eine ausführliche History über Styx wird es im Jahr 1996 im Rahmen der Besprechung des "Greatest Hits"-Album geben. Also: Stay tuned! ** Bryan Adams war 1991 zwei Mal zu Gast in meinen Top 20: mit "(Everything I Do) I Do It For You" (D, US & GB # 1) und "Can't Stop This Thing We Started" (D # 14, US # 2, GB # 12). ** Der "Wind Of Change" der Scorpions trug sie in 'die weite Welt hinein' und die Top 5 in Deutschland (# 1), USA (# 4) und Großbritannien (# 2). **


** Mit ihrer letzten Erfolgssingle "Straight To Your Heart" rockten sich Bad English noch einmal auf # 42 der US Charts. ** Die Stadionhymne "Word Of Mouth" hatte eigentlich das Zeug dazu, die Nachfolge des Tophits "The Living Years" (1989) anzutreten, aber Mike & The Mechanics mußten sich mit # 13 in Großbritannien und # 27 in Deutschland begnügen (US # 78). ** Einen echten Dauerbrenner landete die Formation Ten Sharp mit "You". Insgesamt 40 (!) Wochen hielt sich der Ohrwurm in den deutschen Single-Charts (höchste Plazierung: # 4; GB # 10). Doch dieser Song blieb bis heute [2001] der einzige hochkarätige Verkaufserfolg der Gruppe. **


** Die moderne Progressiv-Rockband Queensryche hatte in "Silent Lucidity" 1991 ihren größten Single-Erfolg (US # 9, D # 46, GB # 34). Auch die dazugehörige LP "Empire" ließ sich sehr gut absetzen und sollte zum bestverkauftesten Werk der Gruppe werden: Bis auf Rang 7 bewegte man sich in den US-Albumcharts vor (D # 22, GB # 13). ** Firehouse taten es BA gleich und waren in diesem Jahr ebenso mit zwei Titeln in Musictommy's Bestenliste vertreten: Die Ballade "Love Of A Lifetime" kam in Amerika bis auf # 5, die Nachfolge-Single "Donīt Treat Me Bad" war wesentlich flotter und erreichte # 19 (US). **


** Aus dem "Platin"-Album "Sugar Tax" koppelte Solo-Andy McCluskey alias OMD drei äußerst erfolgreiche Singles aus. "Sailing On The Seven Seas" kam in Deutschland auf # 9, in England sogar auf # 3. Schöner fand ich allerdings "Pandora's Box", das es aber nur bis # 11 (D) und # 7 (GB) schaffte. Der dritte Verkaufsrenner aus dem 91er Album folgt im Jahr 1992. ** Mit Unterstützung von Rod Stewart glückte es der Rockformation Glass Tiger mal wieder in die Single-Hitparaden zu kommen, wenn auch nur in hintere Regionen. Aber immerhin: "My Town" erreichte in Deutschland # 51 (insgesamt 23 Wochen in der Hitparade) und in GB # 33. ** Fast so erfolgreich wie Bryan Adams' Super-Sommerballade des Jahres 1991 war der flotte Frühlings-Song "Joyride" von Roxette (D & US # 1, GB # 4). **


** Genesis waren nach mehr als fünf Jahren mit einem neuen Album zurück. "We Can't Dance" wurde noch stärker von Phil Collins dominiert als zuvor "Invisible Touch" (1986). Teilweise fiel es jetzt sogar dem Zuhörer schon schwer, Solomaterial des Masterminds von Genesis-Stücken zu unterscheiden: Ich habe diesbzgl. so meine Probleme mit den Titeln dieses erfolgreichsten Genesis-Albums in Deutschland .... (D # 1 / 50 Wochen Top 10 - 1 Million verkaufte Exemplare; GB # 1 / 21 Wochen Top 10; US # 4 / 5 Wochen Top 10). Bei der ersten Single aus diesem Album - "No Son Of Mine" (D # 3, US # 12, GB # 6) - war die Zuordnung allerdings klar, so klangen nur Genesis. ** Mit fröhlicher Gitarren-Pop/Rock-Musik spielten sich The Rembrandts mit "Just The Way It Is, Baby" bis auf # 6 in Deutschland und # 14 in den USA. ** Nach dem AIDS-Tod von Freddie Mercury konnte die Devise von Queen nur "The Show Must Go On" heißen, zumal den Mitgliedern der Band die Problematik wohl schon einige Zeit bekannt war (D # 7, GB 16). **


** Das Teeny-Idol Chesney Hawkes machte die Mädchen wild. Und sie nahmen es ihm ab, wenn er sagte er sei "The One And Only" (D # 8, US # 10, GB als Ausgangspunkt des Erfolgs # 1). Aber abseits dieser Teeny-Hysterie mußte man fairerweise zugeben: der Song hatte was! ** Mit ihrer erfolgreichsten und besten Single, "Unfinished Sympathy", setzte sich die Dancefloor-Formation Massive Attack in den internationalen Top 20 fest: D # 17, GB # 13. Kurioses am Rande. Die Gruppe benannte sich wegen des Golf-Krieges kurzweilig in 'Massive' um. Denn 'Massive Attack' war zu diesen Zeiten kein unproblematischer Bandname. Wenig später kehrte man aber zum ursprünglichen Bandnamen zurück. ** Typisch britisch gab sich die Gruppe The Farm und landete 1991 mit "All Together Now" einen Überraschungshit, auch über die englischen Grenzen hinweg (GB # 4, D # 5). **