Die Alben des Jahres 1992
  1. Def Leppard - Adrenalize
  2. Firehouse - Hold Your Fire
  3. Foreigner - The Very Best... And Beyond
  4. Simple Minds - Glittering Prize 81/92
  5. Tears For Fears - Tears Roll Down (Greatest Hits 82-92)
  6. Pet Shop Boys - Discography
  7. Asia - Aqua
  8. Kylie Minogue - Greatest Hits
  9. Toto - Kingdom Of Desire
  10. Belinda Carlisle - The Best Of Vol.1

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1992 war eher ein verhaltenes Jahr. Vorne standen zwei Rockbands, die für die absoluten Highlights des Jahres sorgten: Def Leppard und Firehouse. Dahinter folgte eine Reihe von 'Best Of'-Platten. Erst danach kamen zwei weitere Top-Faves von Musictommy: Asia und Toto. Letztere landeten sogar hinter Popsternchen Kylie. Waren es die Neunziger, die diese Bands in ein Loch steuerten? War ihre Zeit einfach vorbei? Näheres dazu in den folgenden Ausführungen ......



Bombastischer US-Powerrock

Fast fünf Jahre nach der Veröffentlichung des bahnbrechenden Rock-Album "Hysteria" gab es endlich wieder neues Material der Gruppe Def Leppard. Das Album "Adrenalize" geriet zwar nicht ganz so sensationell wie der Vorgänger, aber ihren typischen Powersound hatte die Band beileibe noch nicht verlernt. Man merkte noch nicht einmal, daß der Produzent der beiden Vorgänger-Alben - Robert John "Mutt" Lange - sich zu den Arbeiten an der neuen Scheibe etwas mehr im Hintergrund gehalten hatte und lediglich an neun der zehn Songs mitschrieb [seine Funktion wurde offiziell als "Executive Producer" bezeichnet, was immer auch das heißen mag?].

Den Producer-Part übernahmen nun die Gruppenmitglieder selbst und der ebenfalls schon lange Jahre für Def Leppard tätige Mike Shipley. Das Ergebnis konnte sich sehen [hören] lassen. Vom ersten bis zum letzten Ton bot die Band wieder den vertraut bombastischen Stimmungs-Hardrock, der sie spätestens seit 1983 charakterisierte. Die Singles "Let's Get Rocked", "Heaven Is", "Make Love Like A Man", "Have You Ever Needed Someone So Bad" und "Tonight" verfehlten diesmal die Top 10 der US-Charts, dennoch besaß die CD das nötige Potential, um sowohl in Großbritannien als auch in den USA auf # 1 zu kommen. In Deutschland gelangte die Gruppe mit ihrem neuen Werk erneut in die Top 10 (# 8).

Melodischer US-Hardrock

Die zweite bemerkenswerte Rock-Platte kam von der 90er/91er Überraschungsformation Firehouse. Mit "Hold Your Fire" harmonisierten die vier Hardrocker ihre Stärken noch ein gewaltiges Stück weiter als beim Debütalbum. Die Songs klangen noch flotter, zugleich aber auch noch melodischer als im Jahr 1991. Dennoch konnte man den Erfolg des Vorgängers nicht ganz wiederholen. In den USA war erstens schon auf # 23 Endstation und zweitens war die Verweildauer in den Charts (19 Wochen) wesentlich kürzer als mit "Firehouse" (# 21 / 52 Wochen). Wenigstens hatte sich die Qualität der Band auch bis nach Deutschland herumgesprochen: # 66 in den Albumcharts.

Wen es eine Band schaffte, in ein Album mit drei so genialen Melodic-Hardrock-Titeln wie es "Reach For The Sky", "Rock You Tonight" und "Sleeping With You" ohne Zweifel waren, zu starten, konnte sie eigentlich nicht mehr verlieren. Und genau in dieser Art und Weise gestaltete es sich mit dieser CD. Firehouse entpuppten sich aber nicht nur als Stadion-Rocker, sie gaben sich auch als Meister der Balladen zu erkennen. Die unter die Haut gehende Rock-Schnulze "When I Look Into Your Eyes" zählt bspw. zu den absoluten Highlights des Melodic-Rock. Mit "Hold The Dream" legten sie dann zum Schluß noch einen weiteren Balladen-'Hammer' nach.

US-Mainstream-Rock

Nach dem 88er "Inside Information" trennte sich Stammsänger Lou Gramm von der Formation Foreigner. 1992, zu den Aufnahmen der drei neuen Titeln auf "The Very Best... And Beyond", war er wieder mit von der Partie. Diese Songs ("Soul Doctor", "Prisoner Of Love" & "With Heaven On Our Side") hörten sich insgesamt sehr ansprechend an; das Comeback der 'Stimme' von Foreigner konnte also als gelungen bezeichnet werden.

Die weltweite Foreigner-Sturmattacke auf die internationalen Charts in den Jahren 1981 - 1988 hatte ihren Ursprung in den USA. Dort legte die Band einen unglaublichen Karrierebeginn hin. 1977 setzten sich die Singles "Feels Like The First Time" und "Cold As Ice" sofort in den Top 10 fest. Das Debüt-Album "Foreigner" drang gar bis # 4 vor. So etwas nennt man einen Senkrechtstart. Selbst US-Superbands wie Toto oder Journey konnten so etwas nicht bewerkstelligen. Das zweite Album "Double Vision" (1978) erreichte in den USA # 3. In Großbritannien machte man sich mit dieser LP erstmalig in den Charts bemerkbar (# 23). In diesem Jahr verzeichnete die Gruppe zwei weitere Top 10-Singles, Titelsong "Double Vision" und "Hot Blooded" rockten die US-Charts.

In Deutschland fingen Foreigner relativ 'klein' an: Das dritte Werk "Head Games" landete 1979 auf # 39. In den USA gab es wieder höchste Notierungen (# 5). Diesmal schafften es die Singles "Dirty White Boy" und "Head Games" nur in die Top 20. War Rückschritt angesagt? Sollten die Achtziger zum Abgesang auf Foreigner werden? Natürlich nicht! Denn jetzt ging es erst richtig los. Das Album "4" aus dem Jahr 1981 brach alle bis dahin gesetzten Bestleistungen der Band um Längen. Endlich hatten sie nämlich das realisiert, wovon jede US-Band träumt: einmal auf # 1 der Billboard-Charts zu stehen. In Deutschland nistete man sich 68 lange Wochen in den Album-Charts fest und kam bis auf # 4 (GB # 6).

Was aber erklärte den gigantischen Erfolg dieser Formation am Anfang der Achtziger? Nun, zum einen war es natürlich die große Zeit des US-Rocks mit Gruppen wie Journey, Survivor Styx oder Toto. Aber den stärksten Einfluß auf den internationalen Durchbruch der Band dürften der Rockknaller "Urgent" (D # 12, US # 4) und die traumhafte Ballade "Waiting For A Girl Like You" (D # 29, GB # 11, US # 2) ausgeübt haben. Zusammen mit "Juke Box Hero" (D # 24, US # 26) und "Break It Up" (US # 26) sorgten also vier Auskopplungen für die Dauerpräsenz der Band in den Hitparaden der Jahre 1981 bis 1982.

Die Gruppe hatte sich ihre Erfolge also hart erarbeiten müssen. Hat man dann aber endlich den Durchbruch geschafft, dann klappt es mit der nächsten Platte nicht selten fast wie von selbst. So geschehen auch bei Foreigner. Das im Dezember 1984 veröffentlichte "Agent Provocateur" erreichte gut sechs Wochen später # 1 der deutschen Album-Charts. In Großbritannien plazierte man sich ebenfalls auf der Pole Position. In Amerika kamen Foreigner nicht über Platz 4 hinaus. Auch hier waren es wieder die Singles, die für Aufsehen sorgten: "I Want To Know What Love Is", ein würdiger Nachfolger der 82er Ballade "Waiting For A Girl....", brachte der Band ihren einzigen # 1 Hit in den USA und Großbritannien ein. Den Deutschen war diese Nummer ebenso ans Herz gewachsen, mit einer Position 4 gilt der Titel bis heute als größter Hit in Deutschland. "That Was Yesterday", die zweite Single, kam rockiger daher und erreichte in den USA # 12 (D # 31, GB # 35).

Nach Erscheinen von "Inside Information" im Jahr 1988 wurde eines klar: Foreigner hatten ihren Zenit mit "Agent Provocateur" erreicht. Von nun an ging es bergab. Die neue Platte erreichte nun in Deutschland ihre höchste Notierung (# 7). In den USA reichte es nur noch zu # 15. Immerhin gelangten dort wieder zwei Singles in die Top 10: "I Don't Want To Live Without You" (# 5) und "Say You Will" (# 6, D # 22). Das 91er Album "Unusual Heat" wurde ohne die Beteiligung von Lou Gramm aufgenommen. Mick Jones, der zweite Kopf der Band, bastelte mit neuem Sänger ein nettes Stück Rockmusik, aber der Erfolg blieb aus. Nur in Deutschland fand man den Weg in die Top 20 (# 13).

Das oben erwähnte Comeback von Gramm im Jahr 1992 konnte den Charts-Erfolg des Best Of-Album allerdings nur unwesentlich beeinflussen: D # 23, GB # 19.

Kunstvoller Schotten-Rock

Mit dem Album "Once Upon A Time" (1985) und der vorangegangenen Erfolgs-Single "Don't You (Forget About Me)" schaffte die Gruppe Simple Minds den weltweiten Durchbruch zur Supergruppe. Von da an gehörten Top 10-Album- wie auch Top 20-Single-Plazierungen zum Standard der Band. Konkret begleiteten ein Live-Album (1987), das 89er Studioalbum "Street Fighting Years" und "Real Life" (1991) die Band in ihrer weiteren Erfolgsphase.

Auf das Konto von Jim Kerr und seiner Truppe gingen neben obengenanntem Tophit u.a. die einschlägigen Songs "Waterfront", "Alive And Kicking", "Belfast Child", "Sanctify Yourself" und "Let There Be Love". "Glittering Prize 81/92" kam in Deutschland auf # 10 und in Großbritannien auf # 1, wie fast jedes Album der Simple Minds aus der Zeit 1984 - 1992.

Pop mit höchstem Anspruch

Mit ganzen drei Alben gelang es der Gruppe Tears For Fears Musikgeschichte zu schreiben. Los ging es 1983: Roland Orzabal und Curt Smith kamen mit ihrer ersten Single "Mad World" auf Position 3 der britischen Charts. Wenig später schaffte der Titel # 21 in Deutschland. Aus dem Debütalbum "The Hurting" (GB # 2, D # 15, US # 73) wurden noch zwei weitere Songs ausgekoppelt: "Change" kam wie "Pale Shelter" auf # 4 in Großbritannien. Bei uns plazierte sich "Pale Shelter" immerhin noch auf # 25. Das war der recht softe Startschuß für eine kurze aber bedeutsame Erfolgsstory.

Dabei ist das Jahr 1985 ganz besonders hervorzuheben. Das zweite Album der Gruppe, "Songs From The Big Chair", sonnte sich in Amerika, in Deutschland und auch in Großbritannien an der Spitze der LP-Charts. Die Ursachen dieses Erfolges waren eindeutig in der Single-'Politik# von Tears For Fears zu suchen. Auf dieser Ebene vollbrachten die beiden Köpfe Smith und Orzabal wahre Glanzleistungen. Die Auskopplungen "Shout" (D # 1, GB # 2, US # 1) und "Everybody Wants To Rule The World" (US & GB # 1, D # 11) zählten zu den Ohrwürmern des Jahres.

Vier Jahre später war die Band dann noch einmal mit "Sowing The Seeds Of Love" buchstäblich in 'aller Munde'. Der Titel begab sich bis auf # 2 in den USA und fand auch in England (# 5) und Deutschland (# 11) zahlreiche Abnehmer. Das dazugehörige letzte gemeinsame Studioalbum der beiden Musiker ("The Seeds Of Love") stieg folgerichtig wieder bis in die internationalen Top 10: D # 5, US # 8, GB # 1. Die vorliegende "Tears Roll Down (Greatest Hits 82-92)"-Veröffentlichung bot einen hervorragenden Überblick bezüglich der wichtigsten und erfolgreichsten Songs von Tears For Fears. Dieses Greatest Hits-Album besteht aus zwölf wunderbaren Popsongs und gehört eigentlich in jeden 'ordentlichen' Plattenschrank. In den Charts konnte man in Großbritannien bis Platz 2, in Deutschland bis Platz 7 klettern. In Amerika ließ der Zuspruch mit # 53 etwas zu wünschen übrig.

Ab 1993 führte Orzabal die Gruppe alleine weiter. Der Output "Elemental" erreichte, obwohl qualitativ zweitklassig, ein letztes Mal respektable Hitparaden-Notierungen: D # 26, GB # 5, US # 45.

Kunstvoller Pop

Um Teil 1 der Erfolgsgeschichte [bis 1991] der Pet Shop Boys darzulegen, beginnt man am besten mit der Anzahl der Single-Hits aus der Zeit von 1985 bis 1991. In England und Deutschland waren es jeweils 12 (!) Top 10-Hits. In den nicht gerade Pop-freundlichen USA erreichte man immerhin noch fünf Mal die Top 10.

Auf "Discography - The Complete Singles Collection" (D # 7, GB # 2, US # 53) findet man sie alle wieder. Angefangen bei "West End Girls" über "Suburbia" und "It's A Sin" geht es zu "What Have I Done To Deserve This". "Always On My Mind" schloß sich dieser Reihe ebenso nahtlos an wie "Domino Dancing" oder "So Hard".

Nach dem nun die Facts bekannt sind, kann man auch noch einmal auf die LPs der Band eingehen. Der Debütlongplayer "Please" erreichte 1986 # 38 in Deutschland, # 7 in den USA und # 3 in Großbritannien. Das bis heute erfolgreichste reguläre Studioalbum war "Actually" (1987 / D & GB # 2, US # 25). Dieses Werk wurde 1993 von einer weiteren PSB-Veröffentlichung [dazu mehr im nächsten Jahr] zwar plazierungsmäßig noch übertroffen, war dafür aber ein echter Dauerbrenner in den Charts. Mit "Introspective" (1988 / D # 3, GB # 2, US # 34) und "Behaviour" (1990 / D # 4, GB # 2, US # 45) setzte sich dieser Trend, wenn auch etwas abgeschwächt, fort. The Story continues ......

Bombast-Rock

Bevor ich zum 92er Album der Gruppe Asia komme, muß ich mal wieder eine meiner 'netten' und von mir allseits geliebten Vorgeschichten loswerden. Irgendwann im Frühsommer des Jahres 1992 schlug ich die 'Bild'-Zeitung auf und fand eine Werbung vom 'Media Markt'. Der Megastore war damals in Frankfurt noch recht neu, und ich wußte gar nicht so genau, wo ich denn da eigentlich hinfahren mußte: Doch dieses Problem mußte schnell gelöst werden ;-). Der Grund: Nur knapp unter 20 Märker wollten die für das neue Album einer meiner absoluten Lieblingsbands, Asia, haben. Von der Veröffentlichung der CD "Aqua" wurde ich allerdings sehr überrascht, zumal ich davon ausging, die Truppe um John Wetton, Carl Palmer & Geoff Downes hätte sich aufgelöst.

Nach ellenlanger Fahrt angekommen, wartete im CD-Laden die nächste Überraschung auf mich: Das Cover des neuen Werkes war irgendwie anders als die vorherigen, viel blasser! Na ja, egal! Hauptsache die CD war für wenig Geld in meiner Tasche gelandet. Auf ging's zur Fahrt nach Hause. Wieder verfuhr ich mich in Frankfurt. Das war aber auch egal, mein Ziel, die Asia-CD, hatte ich ja erreicht. Zu Hause angekommen, ging es sofort ans Auspacken der Platte. Ich schlug instinktiv das Booklet auf, und ....... Palmer, Downes, Payne (??? Wer war denn das auf einmal??) ...... sogar Howe war wieder mit von der Partie .... aber um Himmels Willen, wo war denn der Name Wetton versteckt? Ich suchte und suchte ..... aber fand ihn nicht! Das war der eigentliche Schock, der mich erst einmal 'lahm' legte.

Dieser John Payne hatte also einfach den Posten meines Ober-'Asianer' John Wetton übernommen. Daß es dieses Album dementsprechend schwer bei mir haben würde, war von diesem Moment an glasklar. Nach einigen Hördurchläufen waren dann wieder einigermaßen objektive 'Gedankengänge' bezüglich dieser Platte möglich, und die führten mich zu einem positiven Urteil. Die Musik klang nämlich dank der Tastenfertigkeit von Geoff Downes sehr nach Asia. Die Titel waren insgesamt sogar flotter und rockiger geworden. John Payne's Stimme wirkte rauher als die von John Wetton, schon dadurch bekamen die Songs ein etwas anderes Klangbild.

"Aqua" gestaltete sich als ein gutes Stück Rock. Es gab keine Schwächen auf diesem Album, dafür aber etliche Stärken. "Who'll Stop The Rain", "Love Under Fire", "Someday", "The Voice Of Reason", "Lay Down Your Arms", "A Far Cry" und "Heaven On Earth" (der beste Song des Albums) zählten zu den starken Songs. Der Rest (6 Songs) stellte Durchschnitt dar. In den deutschen Charts erreichte das neue Asia-Album einen erstaunlichen Rang 51. Erstaunlich deshalb, weil man sich am Ende der Wetton-Ära, von nun an befanden wir uns in der Payne-Ära, doch recht schwertat in den Charts.

Es waren also neue Zeiten angebrochen im Hause Asia. Zeiten, die bis in die Aktualität Gültigkeit haben sollten: Im Februar 2001 kam ein neues Asia-Werk mit John Payne heraus. Ich verehrte Asia fortan nicht mehr so wie früher, blieb der Band dennoch weitestgehend treu. Aber Asia ist und bleibt für mich eng mit dem Namen John Wetton verbunden, so daß ich die Asia-Formation aus der Payne-Ära eher als Asia II bezeichnen würde. More to come .....

Pop

Stock/Aitken/Waterman-Ziehkind Kylie Minogue zog 1992 mit "Greatest Hits" (D # 81, GB # 1) die Bilanz der vier vorangegangenen erfolgreichen Jahre. Zugleich seilte sich Kylie mit diesem Album ganz langsam aber sicher ab von dem Produzenten-Team, das sie in dieser Phase stetig begleitet hatte. Insgesamt 22 Songs packte man auf diese CD. Da waren natürlich einige Big-Hits an Bord; hier eine Auswahl: "I Should Be So Lucky", "Got To Be Certain", "Especially For You" [Duett mit Jason Donovan], "Hand On Your Heart", "Better The Devil You Know", "Give Me Just A Little More Time".

US-Rock

Für die Gruppe Toto galt es im Zusammenhang mit dem neuen Album "Kingdom Of Desire" erst einmal einen wirklich harten menschlichen Tiefschlag zu verarbeiten. Kurz vor Veröffentlichung des neunten Albums der Band verstarb der Schlagzeuger der Gruppe, Jeff Porcaro. All das erklärt natürlich nicht die schwache Plazierung der LP in Musictommy's Hitliste.

Ich denke, das Hauptproblem mit der Platte lag für mich darin, daß nun Steve Lukather alle Songs sang. Er ist einfach kein Sänger für ein komplettes (Toto)-Album - obwohl er ja bei seinem Solo-Debüt diesbezüglich eine sehr gute Figur machte. Aber solo und Toto, das waren immer noch zwei paar Schuhe. Musikalisch war das zu einem Teil recht hartes Material ("Gypsy Train", "Never Enough", "Kingdom Of Desire", "She Knows The Devil"), zum anderen typische Toto-Musik in den Stücken "Don't Chain My Heart", "How Many Times", "2 Hearts" oder "Only You". Man kam zwar in den seltensten Fällen an die Leistung auf "The Seventh One" heran, aber es handelte sich definitiv noch um gute Toto-Qualität.

Zur Erfolgsfrage von "Kingdom Of Desire". Wenn eine Band innerhalb von acht Jahren vier Mal den Leadsänger wechselt - Frederriksen, Williams, Byron und jetzt Steve Lukather -, dann braucht man sich überhaupt nicht wundern, daß es mit dem Chartserfolg nicht mehr ganz so gut klappt. Das Album erreichte in Deutschland zwar noch eine Position 18, aber die Fangemeinde begann zu schrumpfen.

Melodischer Pop/Rock

Mit "The Best Of Belinda Volume 1" gab Belinda Carlisle einen ausführlichen Überblick über ihre erfolgreiche Solokarriere, die sie nach Beendigung der Mitgliedschaft bei den Go-Gos in Angriff nahm. Mit diesem Album nahm sie die # 1 in Großbritannien und kam in Deutschland auf # 35.

Teilweise gab es richtig knackige Gitarren zu hören bei der guten Belinda. "(We Want) The Same Thing" & "Live Your Live Be Free" sollten als Beispiel dienen - great! Insgesamt fand man auf dieser Platte eine riesige Anzahl von flotten und melodischen Pop/Rock-Songs, die auch von der stets 'vibrierenden' Stimme dieser sehr attraktiven rothaarigen Künstlerin lebten. Mit "Heaven Is A Place On Earth", "Leave A Light On", "Circle In The Sand", "La Luna", "I Get Weak" & "Runaway Horses" seien hier noch einige adäquate und erfolgreiche Stücke erwähnt.



Die Singles des Jahres 1992
  1. Firehouse - When I Look Into Your Eyes
  2. Snap! - Rhythm Is A Dancer
  3. Del Amitri - Always The Last To Know
  4. Bryan Adams - Thought I Died And Gone To Heaven
  5. Van Halen - Right Now
  6. Richard Marx - Take This Heart
  7. Def Leppard - Letīs Get Rocked
  8. OMD - Call My Name
  9. Crowded House - Weather With You
  10. Faith No More - Midlife Crisis
  11. Mr. Big - Just Take My Heart
  12. Shakespearīs Sister - Stay
  13. KLF - Justified & Ancient
  14. Bon Jovi - Keep The Faith
  15. Shanice - I Love Your Smile
  16. Def Leppard - Have You Ever Needed Someone So Bad
  17. Toto - Donīt Chain My Heart
  18. Right Said Fred - Donīt Talk - Just Kiss
  19. Guns Nī Roses - November Rain
  20. Double You - Please Donīt Go

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** Die Single des Jahres kam für mich von der amerikanischen Rockband Firehouse. Ihre Mörderballade "When I Look Into Your Eyes" war grandios (US # 8). ** Gleich dahinter folgte ein Novum. Mit Snap! stand zum ersten Mal eine Dancefloor-Gruppe ganz weit vorne unter Musictommy's Lieblingen. "Rhythm Is A Dancer" erreichte in Deutschland und Großbritannien # 1, in den USA noch # 5. Das Projekt Snap! stammt aus dem Raum Frankfurt am Main. Zwei DJs, M. Münzing und L. Anzilotti, die zuvor schon zusammen mit Sven Väth die Formation Off, inklusive des Hits "Electrica Salsa", ins Leben riefen, waren für dieses neue Projekt verantwortlich. Ein gewisser Turbo B steuerte die Rapeinlagen bei. Dieser bekam mit Sängerin Jackie Harris eine kongeniale Partnerin zur Seite gestellt. "Rhythm Is A Dancer" war aber nicht der erste Hit von Snap!. Vorgänger waren 1990: "The Power" (D & GB # 2, USA # 1), "Ooops Up" (D # 2, US # 5), "Cult Of Snap" (D # 3, US # 8) und "Mary Had A Little Boy" (D # 4, US # 8). Vor allem der gigantische Erfolg in Amerika machte dieses deutsche (frankfodderische) Projekt besonders stolz. **


** Seit Mitte der Achtziger spielte die Formation Del Amitri zusammen. "The Last To Know", ein locker lässiger "Gute Laune"-Song, war ihr bis zum heutigen Tage größter Hit in Deutschland (# 56 / GB # 13, US # 30). In England hatte diese schottische Gruppe schon etwas länger Erfolg: "Spit In The Rain" (# 21) und "Nothing Ever Happens"(# 11) wurden dort 1990 zu Hits. Auch in den amerikanischen Charts ließen sie sich vor 1992 schon einmal blicken, mit "Kiss This Thing Goodbye" auf # 35. Das 90er Album "Waking Hours" schaffte es bis auf # 6 der britischen Charts, "Change Everything" (1992) bis fast ganz nach oben (# 2). Von dieser Band wird es in den nächsten Jahren noch einiges zu berichten geben, die Jungs machen nämlich richtig coole, legere Musik. **


** Bryan Adams' nächste Single aus seinem "Waking Up The Neighbours"-Album hieß "Thought I Died And Gone To Heaven" und zählte zu den außergewöhnlichsten Titeln dieser CD. Außergewöhnlich, weil einfach nur rockig gut: D # 47, US # 13, GB # 8. ** Das geniale "Right Now" aus ihrem "F.U.C.K."-Album brachte Van Halen nicht mehr als # 55 in den US-Single-Charts. ** Den neuesten Song von Superstar Richard Marx, "Take This Heart" aus seinem Album "Rush Street", rechne ich zu seinen besten Liedern überhaupt. Auch in den Charts ließ er sich damit nieder - US: # 20, GB: # 13. ** Die erfolgreichste Auskopplung aus der "Adrenalize"-LP war "Let's Get Rocked". Def Leppard holten sich in England eine # 2, in den Staaten reichte es nur zu Position 15. Dagegen bedeutete eine # 22 in Deutschland einen Riesenerfolg. "Have You Ever Needed Someone So Bad" kam dafür immerhin bis # 12 in den USA (GB # 16). **


** Die dritte OMD-Single aus "Sugar Tax" war noch einmal richtig schön: "Call My Name" erreichte in Deutschland # 28. ** Mit "Don't Dream It's Over" stürmten Crowded House 1987 die Hitparaden. Jetzt waren sie mit einem richtig lockeren Sommer-Song erfolgreich. Die in England mit den Beatles verglichene Band plazierte sich mit "Weather With You" auf # 23 in Deutschland. Bei den Briten war natürlich noch mehr zu holen: # 7. ** Die Hardrock-Formation Faith No More zählt für mich zu den Gruppen, bei denen es phasenweise unerträglich ist, ein komplettes Studioalbum am Stück durchzuhören. Eine Greatest Hits-Sammlung dieser Band ist dagegen als grandios zu bezeichnen - dazu später (1998) mehr. "Midlife Crisis" gehört zu den Hits der Gruppe und erzielte # 32 in Deutschland sowie # 10 in England. **


** Mr. Big hatten mit "To Be With You" einen # 1-Hit in Deutschland und den USA (GB # 3). Besser fand ich persönlich die zweite Single aus ihrem erfolgreichen und guten "Lean Into It"-Album. "Just Take My Heart" hieß das Teil und war Mainstream-Rock erster Güte. Im Sog des großen Hits kam dieser Titel auch noch einmal auf # 29 in Deutschland (US # 16, GB # 26). ** Das ehemalige Mitglied von Bananarama, Siobhan Fahey-Stewart, und die Amerikanerin Marcella Detroit schlossen sich zum Duo Shakespear's Sister zusammen. Mit dem dramatischen "Stay" hatten sie ihren weltweit größten Erfolg - D # 3, US # 1, GB # 4. ** Die Formation KLF gelangte mit "Justified & Ancient" zum wiederholten Male in die internationalen Top 10 (D # 3, US # 11, GB # 2). **


** Die erste Single aus dem "Keep The Faith"-Album wurde gleich wieder zum Charts-Renner. Das Titelstück brachte Bon Jovi allerdings nur in Deutschland und Großbritannien Top 10-Plazierungen. In den USA kam man gerade so in die Top 30. ** Die erst 18jährige Sängerin Shanice legte eine feine Hitsingle vor. Über das locker groovende "I Love Your Smile" waren sich die Briten, Deutschen und Amerikaner ausnahmsweise mal einig: 3x # 2. ** Die erste Single aus dem "Kingdom Of Desire"-Album von Toto hieß "Don't Chain My Heart" und war o.k. Immerhin lief sie ab und an mal auf MTV. **


** Hinter Right Said Fred 'verbargen' sich die Brüder Fred & Richard Fairbrass und Rob Manzoli. "Don't Talk - Just Kiss" war ihre beste Nummer. Die Spaßmacher kamen damit auf # 2 in Deutschland und # 3 in Großbritannien. ** Die extravagante amerikanische Rockband Guns N' Roses legte eine ellenlange und mörderisch gute Ballade hin: "November Rain" (D # 9, US # 3, GB # 4) konnte sogar mich begeistern. ** Das Projekt Double You überraschte mit einem sehr schönen Cover des KC & The Sunshine Band-Klassikers "Please Don't Go". Der Titel erreichte eine Nummer 3 in Deutschland. **