Die Alben des Jahres 1996
- Van Halen - Best Of Volume 1
- Journey - Trial By Fire
- Don Henley - Actual Miles / Greatest Hits
- Alanis Morissette - Jagged Little Pill
- Crowded House - Recurring Dream / The Very Best Of
- Styx - Greatest Hits
- OMD - Universal
- Human League - Greatest Hits
- Michael Learns To Rock - Played On Pepper
- Pet Shop Boys - Bilingual
1996 gab es keine großen "Diskussionen" um die Spitzenpositionen in Musictommy's Top 10.
Van Halens grandiose Best Of-Sammlung und das Comeback der Gruppe Journey stellten,
aus meiner Sicht, alles andere in den Schatten.

Van Halen - "The Best Of Volume 1" ist eine der gelungensten Präsentationen seiner Art. Die
CD weist alle Highlights der "David Lee Roth"- (1978-1984) und "Sammy Hagar"-Phase
(1985-1996) auf. Selten war eine Hit-Kompilation bezüglich des Werdegangs einer Gruppe
so aussagefähig wie hier. Der Auftakt mit dem kurzen Instrumentalstück "Eruption", vom
Debütalbum, macht Van Halen's Ausnahmestellung im Rockzirkus deutlich. Großer Gott!
Wer konnte schon 1978 seine Gitarre so sensationell und extravagant bedienen, wie Eddie
Van Halen auf diesem Stück. Mit "Ain't Talkin' Bout Love" und "Running With The Devil"
sind zwei weitere beeindruckende Titel der ersten LP der Band mit an Bord.
Die chronologische Aufreihung der besten und erfolgreichsten Titel dieser Hardrock-Formation wird fortgesetzt mit dem nicht minder genialen "Dance The Night Away" (1979)
vom zweiten Album der Band. Hat vielleicht jemand den krottenschlechten Film "Mission To
Mars" (2000) gesehen? Da lief dieser Titel fast in voller Länge zu einem Ausschnitt, in dem
die Astronauten schwerelos tanzten. Diese Bilder und dazu diese Musik im Hintergrund, das
war der eigentliche Knaller des Films! Es folgen: "And The Cradle Will Rock...." (1980) und
"Unchained" (1981).
Bis 1984 hatte man nur in den USA den durchschlagenden Erfolg. Europa hievte die Band
zwar auch schon phasenweise in Top 20-Gefilden, dies war aber noch nicht die Regel. Das
sollte sich in jenem Jahr aber schlagartig ändern. Bislang fielen Van Halen "nur" durch
unglaubliche Gitarrenakrobatik auf. Jetzt sollten sie mit einem der Rockklassiker des
20.Jahrhunderts aufwarten. "Jump", der Stadion-Rocksong, brachte eine Mischung aus
Synthies und Gitarren, die man seinerzeit noch nicht gehört hatte. Hypersensationell! Seit
dem gehörten die harten Synthie-Nummern zum festen Programm jeder Platte der Vier,
David Lee Roth, Eddie & Alex Van Halen und Michael Anthony. Mit "Panama" wurde noch
ein weiterer grandioser Rocker vom weltweiten Durchbruchalbum "1984" aufgeboten.
1986 mußten Van Halen mit neuem Sänger ins Rennen gehen. David schlug Solowege ein. In
Sammy Hagar fand man absolut adäquaten Ersatz. Und auch dieses Jahr brachte der Band
wieder Erfolg, von dem man ja inzwischen schon reichlich verwöhnt worden war. "Why
Can't This Be Love" und "Dreams" gingen genau in die Gehörgänge, in denen "Jump" noch
sein "Unwesen" trieb. Bevor sich die Band eher auf die Albumerfolge konzentrieren konnte,
kam man 1988 mit der wunderschönen Synthie-Rockballade "When It's Love" noch
einmal in die Spitzengruppe der US-Hitparade.
Die LPs der Band konnten auch nach 1991 (bis einschließlich 1996) in nahezu unverändert
hohen Stückzahlen an den Kunden gebracht werden. Nur die [gewiß keinen Deut
schlechteren] Singles kamen nicht mehr in die Top 20, geschweige denn Top 10. Zwei
phantastische Rocksongs aus '91, "Poundcake" & "Right Now", belegen das gleichbleibend
hohe Niveau der Band auf eindrucksvolle Weise. Mit "Can't Stop Loving You" runden die
Gruppenmitglieder ihre Retroreise ab.
Die letzte Aufnahme mit Sammy Hagar, der Titel "Humans Being" (1996) aus dem Film
"Twister", und zwei weitere neue Songs, jetzt aber wieder mit Altsänger D. L. Roth (!),
"Can't Get This Stuff No More" und "We Wise Magic", vervollständigten die Sammlung.
Letztere Aufnahmen nährten die Hoffnungen nach dem Split mit Hagar im Jahr 1996,
wenigstens wieder mit David zusammenzuarbeiten. Leider ging dieser Wunsch [zunächst]
nicht in Erfüllung. Nachdem Van Halen mit dem Best Of in den USA erneut bis auf # 1
stiegen, und auch in Deutschland (# 7) ganz vorne in den Charts landeten, gab es 1998 einen
Tiefschlag. Nicht etwa David oder wieder Sammy schwangen das Mikro, Gary Cherone von
der Gruppe Extreme übernahm diesen Part. Man betitelte das 98er Album "3", wohl in
Anlehnung an den inzwischen dritten Leadsänger der Gruppe.
Dieser Wechsel bekam der erfolgsgewohnten Van Halen-Armada nicht besonders gut. "3"
stieg zwar in den USA auf # 4 ein, hielt sich allerdings nur vernichtende sieben (!!!!!!!!)
Wochen in den US Charts (D # 13 / 5 Wochen). Neuerdings (März 2001) wird über eine
Wiedervereinigung mit David Lee Roth stärker den je spekuliert. Und glaubt man Presseinfos,
soll diese Zusammenarbeit bereits das Planungsstadium weit überschritten haben. Weīll wait
& see .....


Das Überraschungscomeback des Jahres 1996 kam aus meiner Sicht von der Gruppe Journey.
10 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum ("Raised On Radio") und 8 Jahre nach der letzten
bemerkenswerten Chartsnotierung ("Greatest Hits"), fanden Steve Perry, Neal Schon und
Jonathan Cain [um die wichtigsten Musiker zu nennen] wieder zusammen und legten mit
"Trial By Fire" ein Güteklasse A-Rockalbum in allerbester Journey-Manier hin. In den US-Charts stieg die neue CD der Band bis Platz 3 (D # 62).
Schon beim dem ersten Song, "Message Of Love", spürte man die Auswirkungen der
Frischzellenkur, die sich Schon & Cain bei der Gruppe Bad English genehmigt hatten.
Letztmalig beim 81er Album "Escape", klangen Journey so frisch und flott. Mit "One More
Time" legt die Gruppe gleich eine weiteren Rockhammer nach, um dann bei Track # 3 zur
Ballade der CD zu kommen. "When You Love A Woman" geriet zur erfolgreichsten Single
der Platte - dazu mehr bei den Singles des Jahres '96.
Diese ersten drei Songs der CD gaben bereits einen Überblick über das Programm, das man
von Journey anno '96 erwarten konnte. Rockige Titel wechselten sich mit langsameren,
balladesk vorgetragenen, Stücken ab. Alles schön verpackt im prägnanten Journey-Stil. Was
da hieß: Steve Perry's unverwechselbare Stimme kombiniert mit der tragenden Gitarrenkunst
von Neal Schon, der auf "Trial By Fire" bei etlichen Instrumentalpassagen seine
Solistenqualitäten unter Beweis stellte. Wer die Art und Weise liebt, wie dieser Mann seine
Gitarre bedient, der kommt hier voll auf seine Kosten - wie eben bei jedem Journey-Album.
Die Tastenarbeit von Jonathan Cain überzeugt - wie gewohnt - im Hintergrund. Die Keyboard
bzw. Pianoeinlagen geben den Journey-Titeln eine sanftere Note.
Das 96er Album der Gruppe Journey beeindruckt mit insgesamt 14 rockig-melodischen
Songs. Weitere Anspieltips aus der Balladenfraktion: "When I Think Of You", "Easy To Fall"
& "Don't Be Down On Me"; aus der Rockfraktion: "If She Should Break Your Heart", "Can't
Tame The Lion", "Forever In Blue" und das rauhe "Castles Burning".


Don Henley, der singende Schlagzeuger der Eagles, ließ es sich im Rahmen der Reunion der
Gruppe nicht nehmen seine Solowerke auf "Actual Miles / Greatest Hits" darzubieten.
Angereichert mit zwei neuen Songs, "The Garden Of The Allah" [mit Sheryl Crow an den
Background-Vocals] und "You Don't Know Me At All", gibt es hier alles, was im
Zusammenhang mit Henley Rang und Namen hat.
Sein 82er Hit "Dirty Laundry" (US # 3), "The Boys Of Summer" (1984/85 der wohl einzige
Welthit von Henley: D # 18, US # 5, GB # 9) und "The End Of The Innoncence" [mit Bruce
Hornsby am Klavier] aus dem Jahr 1989 (D # 54, US # 8, GB # 48) waren die wichtigsten
Stationen seiner Solokarriere. Daneben gab es noch einige bemerkenswerte Singles, die
vornehmlich in den USA hohe Verkaufszahlen erzielten: "All She Wants To Dance", "The
Last Worthless Evening" und "The Heart Of The Matter".
Mit seinen drei regulären Soloalben - bis 1996 - steigerte sich Don Henley in den US-Charts
kontinuierlich. Das 82er Werk "I Canīt Stand Still" kam auf # 24, "Building The Perfect
Beast" 1985 auf # 13 (hielt sich 50 Wochen; D # 28, GB # 7) und 1989 erreichte "The End Of
The Innocence" # 8 (Verweildauer: 92 Wochen, D # 87, GB # 17). Seine Greatest Hits-Sammlung kam nicht über # 48 in den Staaten hinaus.


Die Rockröhre der Jahre 1995 & 1996 war ohne Frage eine Dame namens Alanis Morisette.
Mit ihrer ganz ungewöhnlich schrägen Stimme und vor Kraft nur so strotzenden Songs,
begeisterte sie die ganze Welt. Ausgehend von Amerika gelangten ihre Powersongs schnell
auch auf den Rest des Globus. Ihre vitaler Gesang suchte in Kombination mit derart flotten
Rocksongs der Güte "You Oughta Know" (US # 6), "Hand In My Pocket", "Ironic" (D # 8,
US # 4, GB # 11), "Head Over Feet" (GB # 7) oder "You Learn" (US # 6) ihresgleichen.
Bei aller "Schrägheit", die dem Gesang von Alanis anhaftet, laden ihre Songs zum Mitsingen
ein. Kurioserweise entfalten die Titel aus dem Debütalbum "Jagged Little Pill" erst durch ihre
Stimme die volle Wirkung. Dadurch kommen Ausprägungen zum Vorschein, die ein enormes
Spannungsfeld zwischen Melodie & Rockpower inklusive vieler Ecken und Kanten
beschreiben. Damit läßt sich auch der dauerhafte Erfolg dieser CD begründen, die in
Deutschland 91 Wochen in den Charts verbrachte (höchste Position: 3), in den USA 112 & in
GB 169 (beide Male HP: 1).


Die Mitglieder der Formation Crowded House stammen aus Neuseeland und Australien. Die
Brüder Neil & Tim Finn als die Bandleader, katapultierten sich 1987 mit ihrer liebevollen
Single "Don't Dream Itīs Over" bis auf # 2 in den USA. Auch in Deutschland erreichte man
hohe Chartsnotierungen und stieg bis # 13 (GB # 27). Neben "Something So Strong" aus
selbigem Jahr (US # 7), schaffte es nur noch der Titel "Weather With You" in die
internationalen Top 10 (1992 GB # 7, D # 23). Nach der Veröffentlichung von "Recurring
Dream / The Very Best Of" (GB # 1 - insgesamt 18 Wochen Top 10, D # 57) löste sich die
Gruppe auf.
Dieses Best Of-Album ist eine echte Perle unter den Gitarrenpop-Streichen unserer Zeit.
Mit 19 luftig leichten & eingängigen Titeln überzeugt die Band vom ersten bis letzten Ton.
Eigentlich ist es unverständlich, daß es diese Band nur auf drei Top 10 Singles gebracht hat.
In Großbritannien kamen sie zwar ab 1991 regelmäßig in die Single Top 20 oder Top 30, aber
den ganz großen internationalen Wurf schafften sie trotz zweier GB-Top 10-Alben,
"Woodface" (1992 # 6) und "Together Alone" (1993/94 # 4), zu keinem Zeitpunkt.


Die Gruppe Styx ist eine der US-Rockbands, die Mitte der Siebziger anfingen den
amerikanischen Markt zu erobern, um dann später [Ende der Siebziger bis ungefähr 1984] ein
kurzes, aber erfolgreiches Gastspiel auch in Europa abzugeben. Mit dem Album "Greatest
Hits" präsentierten sie 1995/1996 ihre erfolgreichsten Songs. Wer die Musik von Toto,
Foreigner oder Kansas mag, wird auch vom "Pomp"-Rock dieser Gruppe bestens bedient.
Bereits 1974 enterte die Band um Dennis De Young, Tommy Shaw und James Young die US
Top 10. "Lady" stieg bis auf # 7. Drei Jahre später ging es mit "Come Sail Away" noch
einmal bis auf # 9. 1977 war dann auch die Zeit reif für das erste richtig erfolgreiche Album
der Formation. "The Grand Illusion" erreichte erstmals US Album Top 10-Boden (# 9).
1978 mit "Pieces Of The Eight" kam man gar auf # 6.
Eng verbunden mit der Eroberung Europas, ist die wunderbare & traumhafte Single "Babe"
(1979: US # 1, GB # 4) und das Album "Cornerstone" (1979/80: US # 3, D # 6). In
Deutschland gelang der Band aber mit einem anderen Titel der Durchbruch. Die Ballade
"Boat On The River" erreichte völlig überraschend # 5 (1980). Danach war bis zur Trennung
der Band im Jahr 1984 das Eis gebrochen. Mit dem Album "Paradise Theatre" (1981: US # 2,
D # 21, GB # 11) und den Hits "The Best Of Times" (US # 3, D # 52) und "Too Much Time
On My Hands" (US # 9) sowie der LP "Killroy Was Here" (1983: US # 3, D # 7) mit den
Singles "Mr. Roboto" (US # 3, D # 8) und "Don't Let It End" (US # 6) stand die Band im
Zenit ihres Erfolges.
Ein Jahr später war dann Trennung angesagt. 1990 fand man sich (ohne Tommy Shaw) zu
einem Comeback zusammen, das mit der US Top 5 Single "Show Me The Way" sogar sehr
ansprechend ausfiel.


Bis auf den Titel "The Gospel Of St Jude", der auch so klingt wie er heißt, und bei dem es
einem wirklich vergeht, hatte OMD-Mastermind Andy McCluskey mit "Universal" ein
wunderbares Werk hingezaubert. Viele der Songs hatten den typisch cremigen Sound von
OMD und bestachen mit flottem Rhythmus und absolut catchy Refrains.
Angefangen beim langsam startenden Opener "Universal" über die Hitsingle "Walking On
The Milky Way" und "Very Close To Far Away" kommt man unweigerlich zu den weiteren
Highlights des Albums: dem rockigen "That Was Then", "Too Late" (im OMD-Stil der 80er
á la "If You Leave") und "The Boy From The Chemist Is Here To See You". Zum Ende hin
wird die Platte zwar etwas langweilig, dies rechtfertigt aber nicht ihren Mißerfolg.
"Universal" erreichte in Deutschland nur # 39, in Großbritannien immerhin noch Position 24.
Andy McCluskey war der Meinung, in "Walking On The Milky Way" einen seiner besten
Titel überhaupt geschrieben zu haben. Damit keinen Hit gelandet zu haben, verletzte
McCluskey so sehr im künstlerischen Stolz, daß es für ihn nur eine Konsequenz gab: Die
Auflösung von OMD.


The Human League waren eine der britischen Gruppen, die Anfang/Mitte der 80er die Charts
mit ihrem Synthie-Pop bereicherten. Im Kreise von OMD, Tears For Fears oder Heaven 17
war die Gruppe um Philip Oakey jedenfalls gut aufgehoben. Markenzeichen von Human
League war, neben den feinen Synthierhythmen, das Gesangsduell zwischen Oakey und den
beiden Sängerinnen Susan Sulley (blond) und Joanne Catherall (dunkelhaarig). Zwei Mal
gelangen der Band Welthits. 1982 mit "Don't You Want Me" (D # 5, US & GB # 1) und 1986
mit dem Titel "Human" (D # 5, US # 1, GB # 5). "(Keep Feeling) Fascination" (1983 US # 8,
GB # 2) sowie "Being Boiled" (1986 im Re-Release D # 6, 1982 GB # 4) stellten weitere
große Hits dar, die sich auch außerhalb des Vereinigten Königreiches bemerkbar machten.
Die beiden größten Hits der Band aus den Jahren 82 und 86 brachten auch die dazugehörigen
Alben der Band, "Dare" und "Crash", ganz weit nach vorne in den internationalen Charts. Das
82er "Dare" erreichte im Schlepptau von "Don't You Want Me" # 19 der deutschen Albumhitparade.
In England plazierte man sich an der Spitze der Albumhitliste. In den USA kam das Album
unter dem Namen "Fascination" 1983 in die Hitparade und erreichte Platz 3. "Crash" stieg
trotz des Tophits "Human" nicht mehr ganz so hoch wie das Durchbruchalbum "Dare": D #
14, US # 24, GB # 10).
Die Gruppe brachte in ihrer Karriere etliche wunderschöne Pop-Songs zustande. Außer den
genannten Hits, landeten wunderbare Titel wie "Mirror Man" (1982 GB # 1), "The Lebanon"
(1984 GB # 8), "Open Your Heart" (1981 GB # 7) oder das Projekt von Philip Oakey und
Giorgio Moroder, "Together In Electric Dreams", (1984 GB # 4) im englischen Heimatland der
Band weit vorne, blieben international aber weit abgeschlagen.
Zuletzt schaffte die Band mit "Tell Me When" (1995 D # 53, US # 31, GB # 9) und dem
Album "Octopus" (D # 76, GB # 6) ein respektables Comeback. Das hier besprochene
"Greatest Hits"-Album erschien 1995/96 in einer aktualisierten Version der 88er Sammlung,
die damals # 3 in Großbritannien erreichte. Leider fehlt hier einer der besten Songs der
Gruppe. "Heart Like A Wheel" aus dem Jahr 1990 war immerhin einer der wenigen Hits, der
es zumindest in die Top 40 aller drei betrachteten Länder schaffte: D # 36, US # 32, GB # 29.


Die Gruppe Michael Learns To Rock lieferte mit dem Album "Played On Pepper" gepflegten
"Gute Laune"-Rock ab. Der dänischen Gruppe blieb der internationale Durchbruch verwehrt.
Zu den 94er Minihits in Deutschland, "25 Minutes" und "Wild Women", gesellte sich diesmal
nur noch die Single "That's Why (You Go Away)" dazu (D # 81).
Die neueste CD verpaßte den Einstieg in die deutschen Albumcharts, obwohl auch hier Titel
mit Hitpotential zu finden waren. Mit Songs wie "Breaking The Rules", "Someday", dem
rockigen "Judgement Day" oder einer weiteren Ballade, "How Many Hours", hätte aber
eigentlich, wie 1994 beim Album "Colours", der Sprung auf den Hitparadenzug gelingen
sollen.


Das war schon recht schwierig für die Pet Shop Boys den Erfolg der Single "Go West" und
dem Album "Very" (beides 1993) zu wiederholen. Schon die erste Single aus dem neuen
Album "Bilingual" (zu deutsch: zweisprachig), "Before", blieb in Deutschland auf # 45
hängen. Mit "Se A Vida É" (D # 18, GB # 8) und "A Red Letter Day" (D # 55, GB # 9),
konnte man zwar noch einmal nachlegen, doch "Go West"- oder "It's A Sin"-Sphären waren
nun endgültig vorbei. Man mußte auch sagen, die Titel waren zwar nett, hatten aber nicht
mehr dieses grandiose Popformat wie früher.
Dafür wußte das Album zu überzeugen, daß eben nicht mehr diese potentiellen Smashhits
enthielt, dafür aber konstant gutes Material hervorbrachte. Dennoch erbten bislang alle Pet
Shop Boys-Alben ihr Erfolgspotential von den unwiderstehlichen Top-Hits. Komplexere
Synthie-Songs wie "Discoteca", "Metamorphosis" oder "Electricity" garniert mit netten Pop-Titeln, wie die oben erwähnten Singles oder auch "To Step Aside" oder "The Survivors",
reichten diesmal eben nicht, um die CD ganz nach oben zu bringen. Mit Platz 7 in
Deutschland und Position 4 in Großbritannien war man noch ganz gut bedient, doch die kurze
Verweildauer in den Charts (z.B. nur 14 Wochen in D, gar nur 8 in GB) stimmte doch
bedenklich.
Seit mehr als 10 Jahren waren Sie jetzt schon im Geschäft und hatten jede Menge
(verdienten) Erfolg gehabt. Da kann es trotz unverminderter Leistung [bezogen auf die
Qualität der Songs] schon mal zu Durststrecken kommen. Ich glaube aber eher, daß die Zeit
der Pet Shop Boys 1996/97 langsam begann abzulaufen. Wenn man nicht mehr den Zahn der
Zeit optimal trifft, kann man noch so qualitativ hochwertige Musik machen, es wird trotzdem
nicht mehr für einen Platz auf dem "Treppchen" reichen.

Die Singles des Jahres 1996
- Scorpions - You And I
- Faithless - Insomnia
- Journey - Message Of Love
- Bryan Adams - Letīs Make A Night To Remember
- Amanda Marshall - Let It Rain
- Donna Lewis - I Love You Always Forever
- Mr. President - I Give You My Heart
- Journey - When You Love A Woman
- The Beatles - Real Love
- Alanis Morissette - Ironic
- OMD - Walking On The Milky Way
- Eros Ramazzotti - Piu Bella Cosa
- Michael Learns To Rock - Someday
- Whigfield - Sexy Eyes
- Adam Clayton & Larry Mullen - Theme From "Mission: Impossible"
- Joan Osborne - One Of Us
- Oasis - Donīt Look Back In Anger
- Celine Dion - Because You Loved Me
- Boyzone - Words
- Robert Miles - Children
** Im Jahr 1996 gab es [im Gegensatz zum Vorjahr] endlich wieder eine absolute
Hammersingle. Die neueste Ballade der Scorpions, aus ihrem Album "Pure Instinct" (D #8,
US # 99), hieß "You And I" und faszinierte mich dieser Tage extrem. In der deutschen Hitparade ging's hoch bis auf Platz 22. ** Eine Danceformation der besonderen Art
ist die Gruppe Faithless. Mit einer ganz ungewöhnlichen Mischung aus Rock, Funk, Reggae,
Jazz & Mystik im Dancegewand begeistern sie bis heute (2001) die Massen. "Insomnia" war ihr
erster großer Hit, der es in Deutschland bis auf Position 2 und in Großbritannien auf # 3
brachte. **
** Journey's Singles "Message Of Love" und "When You Love A Woman" zeigten eine
wiedererstarkte amerikanische Rockformation in Bestform. "When You Love A Woman"
stürmte beinahe wieder in die US Top 10 (# 12 / D # 78). ** Aus dem 96er Bryan Adams-Album "18 Till I Die" bewegte mich die Single "Let's Make A Night To Remember" (D # 57,
US # 24, GB # 10) am meisten. **
** Im Jahr 1996 wollte eine junge Rockröhre die Musikwelt erobern. Das Zeug dazu hatte Amanda Marshall allemal, was auch die hohe Plazierung des Debütalbums im Jahr 1997 in Musictommy's
World beweist ;-))). Ihre erste Single "Let It Rain" schlich sich allerdings nur in Deutschland
in die Charts (# 73). Dafür schaffte es der Titel "Birmingham" auf eine # 43 in den USA. ** Eine
weitere junge Dame namens Donna Lewis wies mit ihrer engelsgleichen Stimme schon ganz
andere Erfolge auf. Ihr Song "I Love You Always Forever" stieg bis auf # 2 in den USA, # 5
in GB und # 7 in D. Das Album "Now In A Minute" war sehr nett, kam aber nur in den USA
in die Top 40. **
** Die deutsche Dancepop-Combo Mr. President holte sich mit "I Give You My Heart" eine # 7
in Deutschland ab. Die Vorgänger-Single "Coco Jamboo" geriet gar zum internationalen Top-Seller (D #
2, 1997: US # 21, GB # 8). ** Was sollte man zu dieser Band noch sagen? Die größte Gruppe aller Zeiten, unzählige Nr.
1 Hits, eine lange Reihe sehr erfolgreicher Alben, später Soloerfolge der Mitglieder Paul
McCartney, John Lennon (starb 1980), George Harrison und Ringo Starr. To cut a long story
short, die Beatles waren zurück. Sie hatten alte unveröffentlichte Aufnahmen in insgesamt
drei Alben gepackt, die von Ende 1995 bis Ende 1996 als Anthology 1 - 3 nacheinander
erschienen. Die erste "neue" Single aus dem Teil 1 hieß "Free As A Bird" und kam auf # 2 in
England (US # 6, D # 37). Aus Teil 2 wurde "Real Love" ausgekoppelt, und kam noch mal
auf # 4 in Großbritannien, # 11 in den USA und hierzulande auf eine # 45. Co-Producer in beiden Fällen: Jeff Lynne! **
** Mit "Ironic" eroberte Alanis Morissette die ganze Welt. Der Titel setzte sich nämlich nicht
nur in den US-Charts ganz oben fest (# 4), er erreichte auch in Deutschland (# 8) und
Großbritannien (# 11) hohe Plazierungen. Dies war die Initialzündung für das Album "Jagged
Little Pill". ** OMD verabschiedeten sich mit "Walking On The Milky Way" von der aktiven
Musikwelt. In England auf # 17, in Deutschland auf # 53, das war einem ambitionierten
Musiker wie OMD-Kopf Andy McCluskey einfach zu wenig, um das Projekt sinnvoll
fortsetzen zu können. **
** In Deutschland war Eros Ramazzotti schon einige Jahre ein Superstar. Eine genaue
Darstellung seiner History gibt es im Jahr 1997. 1996 erreichte er mit seinem Song "Piu Bella
Cosa" nicht nur Rang # 17 der Singlecharts, er blieb auch 30 lange Wochen in den Top 100. **
"Someday", eine Single aus dem "Played On Pepper"-Album von Michael Learns To Rock
blieb ohne Chartsnotierung in Deutschland, war aber schön flott! ** Eigentlich brachte die Dänin
Whigfield immer den gleichen Song wieder heraus. "Sexy Eyes" hörte sich an wie "Saturday
Night" und "Another Day", war aber dennoch sehr nett, und, zumindest in Deutschland, noch
einmal erfolgreich: # 14. **
** Die beiden U2-Mitglieder Adam Clayton & Larry Mullen überarbeiten die Titelmelodie der
Fernsehserie "In geheimer Mission / Mission Impossible" für den Kinofilm mit Tom Cruise
neu, und landeten in den US-, britischen und deutschen Top 10. ** Noch eine Rockröhre trat 1996
auf den Plan. Joan Osborne sang sich mit "One Of Us" auf # 4 in Amerika und # 6 in
Großbritannien. In Deutschland reichte es zu # 18. ** Die Brüder Noel und Liam Gallagher
waren mit ihrer Gruppe Oasis in England schon seit 1994 sehr erfolgreich. Mit "Wonderwall"
hatten sie dann 1995/96 ihren ersten internationalen Erfolg (GB # 2, US # 8, D # 17). "Don't
Look Back In Anger" war die Ballade des Albums "(What's The Story) Morning Glory" (D #
4, US # 4, GB # 1) und kam in England auf Platz 1 (US # 55, D # 57). Diese Band machte den
Brit-Pop salonfähig. **
** 1988 war sie die Siegerin des Grand Prix de la Chanson. Für die Schweiz siegte die junge
Celine Dion mit "Ne Partez Pas Sans Mois". Gewiß keine Empfehlung für eine Weltkarriere,
wenn man nicht gerade Abba heißt. Aber sie machte was daraus. "Where Does My Heart Beat
Now" hieß ihre erste englischsprachige Erfolgsingle, welche 1990 in die US Top 5 kam. Danach
blieb es erst noch mal zwei Jahre ruhig, bis sie voll durchstartete. Insgesamt gab es bis 1997
vier weitere amerikanische Top 10 Singles sowie sieben in Großbritannien. Beispiele: "The
Power Of Love" und "Think Twice" (erster Top 20 Hit in Deutschland). 1996 setzte sich der
Song zum Film "Aus nächster Nähe" [nette Schnulze mit Michelle Pfeiffer und Robert
Redford], "Because You Loved Me", in den internationalen Hitlisten fest. Mit # 13 in
Deutschland realisierte sie ihren bis dahin größten Erfolg hierzulande (US # 1, GB # 5). Das
Album "Falling Into You" (1996) entwickelte sich derweil zum Verkaufsschlager: D # 5 (90
Wochen in der Hitparade), US & GB # 1 (jeweils 113 Wochen). 1998 schaffte Celine dann
mit dem Love-Theme zu "Titanic", "My Heart Will Go On", ihr kommerzielles Meisterwerk:
D, US & GB # 1. **
** Die Boygroup um Ronan Keating - Boyzone - erreichte mit "Words" 1996 erstmals deutschen
Top 10 Boden (# 7). Der Erfolg in Großbritannien war natürlich unübertroffen: # 1. ** Mit
schönen Instrumental [Trance]-Klängen in höchst melodischer Form, dargeboten im Titel
"Children", stieg Robert Miles bis auf # 1 in Deutschland. Auch die Briten (# 2) und sogar die
Amerikaner (# 21) liebten seine internationale Debütsingle. **
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