Die Alben des Jahres 1998
- Del Amitri - Hatful Of Rain: The Best Of
- Faith No More - Who Cares A Lot? Greatest Hits
- Witt - Bayreuth I
- Phil Collins - ...Hits
- The Corrs - Talk On Corners
- Culture Beat - Metamorphosis
- U2 - The Best Of 1980 - 1990
- Saga - Detours
- Janet Jackson - The Velvet Rope
- Jennifer Paige - Jennifer Paige
Das Jahr 1998 war mit vier bis fünf ganz tolle Platten gesegnet [aus meiner Sicht; die anderen
Spitzenplatten, die es noch so gab, habe ich eben nicht kennenlernen können ;-))]. Bei den
Gruppen Del Amitri, Faith No More und den Künstlern Joachim Witt und Phil Collins bin ich
mir mit meiner Aussage ganz sicher. Die Corrs würde ich mit ein wenig Augenkneifen auch
noch mit in diesen Kreis aufnehmen. Die Best Of's von U2 und Saga (live) waren ebenso wie
die neuesten Veröffentlichungen von Culture Beat (Eine Dance-Platte in TommyŽs Top
10!!!) und Janet Jackson sehr nett. Hinzu kam das Debüt einer jungen Sängerin: Jennifer
Paige.

Eine Best Of-Zusammenstellung von Del Amitri? Läutete das womöglich das Ende der Band
um Justin Currie ein? Diese Frage kann man heute mit einem erleichterten Nein beantworten
(März 2001), aber diesbezügliche Mutmaßungen gab es seinerzeit. Ohne Del Amitri würde
das Rock/Pop-Geschehen um eine Attraktion ärmer werden. Dies belegt "Hatful Of Rain:
The Best Of" (GB # 5) eindrucksvoll. Und deswegen machen die Jungs auch weiter!
Mit dieser Sammlung ihrer erfolgreichsten und stärksten Titel haben sie es auch endlich
auf # 1 bei meinen Lieblingsplatten eines Jahres geschafft. Also eines ist kristallklar wie ein
entsprechendes Erdinger Weizen. Wer nach dem Durchhören dieser CD nicht zum Del Amitri-Fan wird, der wird es nie werden. Ich möchte jetzt nicht schon wieder die üblichen
Lobeshymnen auf diese Band singen, aber auf "Hatful Of Rain" bekommt man die geballte
Ladung schottisch relaxter Rockkunst geboten.
Die größten Hits der Band (i.d.R. Top 20/Top 30-Plazierungen in GB) sind auf diesem
Album komplett vertreten. "Kiss This Thing Goodbye" (1990 / US Top 40 Hit) und
"Nothing Ever Happens" sowie "Spit In The Rain" (beide 1990 /GB-Hit) sind ebenso
enthalten, wie der weltweit einschlagenste Song "Always The Last To Know" (1992 GB &
US & D) und "When You Were Young" (1993 GB). Den totalen Karriere-Durchbruch
konnte die Band leider nie verwirklichen, dafür fehlte den Songs der Gruppe einfach der letzte
"Killer"-Instinkt.
Dennoch mußte das vordere Drittel der Charts auch im Jahr 1995 nicht ohne Del Amitri
auskommen. Dabei geriet "Roll To Me" zum einzigen Top 10 Hit der Band. Dieses
Kunststück gelang aber überraschend nicht in Großbritannien sondern in den USA (!). Im
Vereinigten Königreich gesellten sich zu diesem Titel noch die Singles "Here And Now" und
"Driving With The Brakes On". 1997 mit "Not Where It's At" und 1998 mit "Don't Come
Home To Soon" (beides Hits in GB) wird der Report über die Erfolgssongs der Gruppe
(vorerst) abgeschlossen.
Was zu sagen bleibt, sind zwei Dinge. Zum einen gibt es noch eine spezielle Story zum Titel
"Don't Come Home To Soon". Diese kann man unten in meinem Singles-Bericht des Jahres
1998 lesen. Zum anderen gibt es auf dieser Best Of-Platte ja sowieso überhaupt keinen
schwachen Titel, doch neben den Erfolgreichsten sei hier noch der einzig neue Song erwähnt,
"Cry To Be Found", und ein weiteres grandioses Stück aus früheren Zeiten: "Stone Cold
Sober".


Im Gegensatz zu Del Amitri ist bei Faith No More defintiv Schluß [bis zur Reunion ;-))].! Dies
haben die Bandmitglieder verlautbaren lassen. Als Abschiedsgeschenk für die Fans gab es im
Jahr 1998 "Who Cares A Lot? - The Greatest Hits" (D # 27, GB # 37). Ein Best Of von FNM!
Hätte ich davon gut 1/2es Jahr vorher erfahren, wäre mir der Kauf des Albums "Angel Dust",
1992 die erfolgreichste Platte der Band, erspart geblieben. Die LPs der Gruppe sind nämlich
bunt gemischt mit Heavy-Rock der unterschiedlichsten Stile, darunter sind aber zumeist einige "Brocken", die wirklich schwerstverdaulich sind.
Hier auf "Who Cares A Lot? ..." vereinen sich die melodischsten und absolut besten Songs
der Gruppe. Und am erstaunlichsten ist: Der Crossover-Heavy-Rock von FNM gefällt mir
auch wegen der zahlreichen Rap "light"-Gesangseinlagen. Denn diese Gruppe schafft es in
ihren stärksten Songs, Härte und Melodie zu einem sehr spannungsreichen und attraktiven
Ganzen verschmelzen zu lassen.
Ganz klein fingen sie an. Im Jahr 1988 kletterte ihre Single "We Care A Lot" in die britischen
Charts, wenn auch nur auf die hinteren Plätze. Zwei Jahre später machten sie den Namen
Faith No More auf der ganzen Welt bekannt. "Epic" hieß die grandios rockende Single aus
dem Jahr 1990, die es bis auf Position 9 (!) in den USA brachte. In England landete man auf #
25. Dieser Erfolg ließ sich 1992 mit dem unwiderstehlich melodisch-fiesen "Midlife Crisis"
fast noch einmal wiederholen (GB # 10, D # 32).
Eine Coverversion von den Commodores aus den 70ern, der Titel "Easy", war Popmusik pur
und geleitete die Band um Frontmann Mike Patton 1993 zum größten Hit in Großbritannien
(# 3, D # 20, US # 58). Damit sind die Singlehits der Band auch schon aufgezählt. Bis auf
"Ashes To Ashes" (1997 / GB # 15) und das krachend harte "Digging The Grave" (1995 /
GB # 16) plazierten sich keine weiteren Titel in den Top 20 der Briten oder anderswo. Dies
reicht auch völlig aus für eine Gruppe, die eigentlich nicht unbedingt für Material im
Radioformat stand. Und die Zeiten in denen die Limp Bizkits, Papa Roachs oder Bloodhound
Gangs die Singlecharts stürmen, die sollten nämlich noch ein wenig auf sich warten lassen.
Die Alben der Gruppe hatten durchweg langfristigen Erfolg und besiedelten die Top 10 der
internationalen Hitparaden. "The Real Thing" aus dem Jahr 1990 stieg, dank "Epic", auf # 11
in den USA und blieb in den dortigen Top 100 für 35 Wochen. Platz 30 in Großbritannien und
# 37 in Deutschland waren nur ein Anfang. Das nächste Studioalbum brachte dann einen
weltweiten Chartbreaker. "Angel Dust", so schrecklich es insgesamt war [eigene Meinung!],
gastierte in den deutschen Albumcharts sage und schreibe 45 Wochen und erreichte # 8.
Amerika (# 10) und Großbritannien (# 2) entfachten ebenfalls regelrechte FNM-Manie.
Das 95er "King For A Day, Fool For A Lifetime" setzte den Erfolgstrend [abgeschwächt] fort:
D # 8, US # 31, GB # 5. Den Vogel schoß man, zumindest in Deutschland und rein an der
Plazierung gemessen, 1997 ab. Das "Album Of The Year" arbeitete sich bis zur deutschen # 2
vor und blieb immerhin noch 20 Wochen in der Hitparade (US # 41, GB # 7). Doch derartige
Langzeitaufenthalte in den CD-Charts, wie hierzulande, waren damals schon eher die
Seltenheit. Aber die drei Songs aus diesem Werk, die hier auf dem Best Of enthalten sind, "Last Cup Of Sorrow", "Ashes To Ashes" und "Stripsearch", gehören mit zum Besten, was
diese Band je herausgebracht hat.


Die verrückteste und zugleich schönste Geschichte des Jahres 1998 schrieb der einstige NDW-Held Joachim Witt. 1981 stand er mit "Goldener Reiter" gleich zu Beginn der Karriere im
Zenit seines Erfolges. Die Scheibe schlich sich bis auf # 2 der deutschen Singlecharts. Das
dazugehörige Album "Silberblick" kam in die Top 10.
Ja, und damit wäre die Geschichte des Joachim Witt auch fast schon wieder zu Ende. Sicher,
1982 brachten ihn die Singles "Kosmetik" und "Tri Tra Trullala (Der Herbergsvater)" - was
für ein herrlich bescheuerter Titel für ein Lied - noch zweimal in die deutschen Single Top 40
und das Album "Edelweiß" auf # 20. Wenn man aber ehrlich ist, deutete sich da schon an, daß
aus dem goldenen Reiter bald einer aus Blech werden sollte.
16 Jahre machte Witt weiter Musik, ohne ein einziges Mal in die Charts zu kommen. Und
dann 1998 die Sensation. Zusammen mit Peter Heppner von der deutschen Synthie-Band
Wolfsheim nahm er das düstere Stück "Die Flut" auf. Dieser Song kletterte ganz gemächlich
die deutschen Singlecharts rauf, bis er plötzlich auf # 2 stand. Witt wiederholte also seinen
Erfolg von 1982 und befand sich nun ein zweites Mal im Rampenlicht. Dabei war es schon ein
Phänomen, wie dieser mystische Industrial-Rocksong überhaupt so hoch kommen konnte.
Eine besonders große Lobby besaß der gute Witt nämlich nicht. Vermutlich einzig allein den
Videosendern MTV und VIVA hat es Joachim Witt zu verdanken, daß sein musikalisches
Genie noch eine weitere Bestätigung erhielt. Denn bei denn Radiostationen lief "Die Flut"
reichlich wenig. Das beklemmend düstere Video zum Lied wurde dagegen des öfteren
gesichtet.
Die CD "Bayreuth I" ist geprägt von Rock á la Rammstein, nur mit wesentlich mehr Substanz
und Gefühl. Harte Gitarren, fetzige Keyboards und dazwischen die mystischen Texte, die
durch Witts dramatisch-markante Stimme erst ihren wahren Sinn erhalten. Die Platte hätte es
locker verdient gehabt einen Platz unter den besten Zehn zu belegen, scheiterte aber knapp an
dieser Hürde (# 12). Neben Überlied "Die Flut" befinden sich auf "Bayreuth I" noch etliche
qualitativ hochwertige Rocksongs der außergewöhnlichen Art. "Und ... ich lauf", einer dieser
weiteren Album-Highlights, wurde als Nachfolger des Superhits auserkoren und enterte die
Top 30. "Das jüngste Gericht", "Das geht tief", "Treibjagd" oder "Morgenstern" können mit
dem Song aber problemlos mithalten.
Kurz vor Ende des Jahres 2000 kam das langerwartete "Bayreuth II"-Album auf den Markt,
konnte aber die Klasse des Vorgängers nicht bestätigen. Zu sehr wich der Künstler nun ins
Kitschige ab. Dennoch gab es noch einmal Top 30 Notierungen für die Platte und die Single
"Batallion d'amour".


Bereits 1981 begann Phil Collins neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit bei Genesis auch mit
Solo-Platten ordentlich zu einzucharten. Sein erstes Solo-Werk "Face Value", brachte es bis
auf # 2 in Deutschland und # 1 in Großbritannien (US # 14). An diesem erfolgreichen
Albumeinstand war natürlich die Smash-Single "In The Air Tonight" (D & GB # 1, US # 19)
nicht ganz unschuldig. Trotz seines immensen Soloerfolges, blieb Collins seiner Band Genesis
bis zum 91er Album "We Can't Dance" und der nachfolgenden Tournee treu. Seine Platten
und Singles besiedelten aber ab 1982 immer häufiger die Top 10 der internationalen Charts.
"Hello, I Must Be Going" (1982 D # 6, US # 8, GB # 2) ebnete den Weg für seine beiden
erfolgreichsten Soloalben: "No Jacked Required" (1985 D, US & GB # 1) und "...But
Seriously" (1989 D, US & GB # 1). Auch die Nachfolgeplatten "Serious Hits ... Live!" (1990),
"Both Sides" (1993) und "Dance Into The Light" (1996) kamen jeweils an die Spitze der
deutschen Hitparade. In England gereichte es zu ähnlichen Chartsnotierungen [nicht ganz so
erfolgreich wie hierzulande]. Bei den Amerikanern war Collins immerhin noch für Top 20 Notierungen gut.
Seine Hit-Zusammenstellung ("...Hits") schaffte es 1998/1999 bis # 2 in Deutschland (GB # 1, US #
18).
Phil Collins' Karriere war auch nach "In The Air Tonight" noch von Single-Hits en masse
geprägt. "You Can't Hurry Love" (1982 D # 3, US # 10 , GB # 1), "Against All Odds" (1984
D # 9, US & GB # 1), "Sussudio" & "One More Night" (beide 1985 US # 1, GB # 8 bzw. D #
10, US # 1, GB # 4), "Seperate Lives" (1985 hinreißendes Duett mit Marilyn Martin US #
1, GB # 2) und "Easy Lover" (1985 Power-Duett mit Philip Bailey D # 5, US # 2, GB # 1) hießen die Chartbreaker bis Mitte der Achtziger. Doch damit war noch lange nicht
Schluß!
1988 galt es wieder zwei Tophits zu feiern: "A Groovy Kind Of Love" (D # 3, US & GB # 1)
und "Two Hearts" (D # 3, US # 1, GB # 6). 1989 landete Collins zum ersten Mal auf # 1 der
deutschen Singlecharts. "Another Day In Paradise" hielt sich neun (!) Wochen auf # 1 (US #
1, GB # 2). Ab den 90ern mischte sich zwar immer mal wieder eine Collins-Single unter die
internationalen Top 10, aber den ganz großen Erfolg fand er dabei nicht mehr. Die 90er "I
Wish It Would Rain Down" (D # 8, US # 3, GB # 7) und "Something Happened On The Way
To Heaven" (US # 4, GB # 15), "Both Sides Of The Story" (1993 D # 12, GB # 7) und das
96er "Dance Into The Light (GB # 9) seien hier hervorgehoben.


Bei Jürgen von der Lippe hatten die Corrs einen bahnbrechenden Auftritt. Mit irisch
angehauchter Popmusik und ihren wunderbaren Stimmen begeisterten die Schwestern Andrea
(Leadvocals), Caroline (Vocals & Drums) und Sharon Corr (Vocals & Violine) die
Deutschen. Natürlich half ihnen dabei auch ihre außergewöhnliche Schönheit. Zusammen mit
ihrem Bruder (Gitarre und Keyboards) setzten sich die Corrs mit ihrem Album "Talk On Corners" sehr schnell in den Top 10 (höchste Notierung # 9 / 42 Wochen) der germanischen
Charts fest (GB # 1 - 134 Wochen Aufenthalt).
Ich sah das Quartett schon vor dem Schlüsselauftritt [für den Erfolg in Deutschland] bei von
der Lippe. In der stinklangweiligen Talk-Show von Roger Willemsen - ich glaube
Willemsen's Woche hieß diese bald darauf abgesetzte Sendung - hatten sie einen
beeindruckenden Live-Auftritt mit "Only When I Sleep".
Das Album "Talk On Corners" ist voller Harmonie und Schönheit, und wirkt durch den
leichten irischen Folktouch ganz besonders attraktiv. Selten hat man derart süße Melodien und so gut aufeinander abgestimmte Gesangspartien erlebt. Titel wie "Only When I Sleep", "What Can I Do", "I Never Loved You Anyway", "Hopelessly Addicted" oder "Queen Of Hollywood" schwanken zwischen flottem Pop und balladesken Grundstrukturen und sind allesamt herrlich zuckersüß und einfach nur schön!


Fast komplett auf Rapeinlagen verzichtete das von Frank Fenslau geleitete Projekt Culture
Beat auf seinem neuesten Album "Metamorphosis" (D # 12). Herausgekommen ist eine
wunderschöne Dance-Pop-Platte. Für mich die Dance-Platte des Jahres 1998. "Pay No
Mind", "Rendez-Vous" und "You Belong", die drei erfolgreichsten Singles des Albums,
lebten von den Rhythmen und der Stimme der aktuellen Sängerin Kim Sanders. Und sie
stehen als Beispiel für den Gesamteindruck, den "Metamorphosis" hinterläßt.
Die Charts-Geschichte von Culture Beat begann Ende der 80er. Damals war der Bruder von
Frank Fenslau, der Darmstädter Technoproduzent Thorsten Fenslau, noch der Kopf der
Gruppe. Mit "(Cherry Lips) Der Erdbeermund" (1989 D #11) kam er zu ersten Chartsehren.
1993 wirbelten Culture Beat (Sängerin Tania Evans und Rapper Jay Supreme zählten noch
zum Kern der Formation) gar die ganze Welt durcheinander: "Mr. Vain" (D & GB # 1, US #
17) war einer der Hits dieses Jahres. "Got To Get It" (D & GB # 4) und "Anything" (D # 4,
GB # 5) verwarfen die Theorie von der Eintagsfliege.
Ausgerechnet in der Stunde des größten Erfolgs überschattete ein schlimmer Schicksals-Schlag die History der Formation. Mastermind Thorsten Fenslau starb bei einem Autounfall.
Sein Bruder Frank führte das Projekt weiter, und setzte die Erfolgsstory in etwas abgeschwächter Form fort. "Inside Out" und "Crying In The Rain" hießen die weiteren Top 10 Hits der Gruppe in den Jahren 1995 und 1996.


Die irische Rockband U2 faszinierte mich zum ersten Mal 1984. Ihre tolle Rocknummer
"Pride (In The Name Of Love)" geriet zum ersten internationalen Erfolg von Sänger Bono
Vox, Gitarrist The Edge (auch Keyboards), Adam Clayton (Bass) und Drummer Larry
Mullen. Auch die Nachfolge-Single "The Unforgettable Fire" fand ich ziemlich gut. Das
gleichnamige Album setzte 1984 auch den ersten U2-Meilenstein in den internationalen LP-Charts.
1987 mit dem Werk "The Joshua Tree" und den Singles "With Or Without" und "I Still
Haven't Found What I'm Looking For" durchbrachen die Vier dann die Schallmauer. Die
Platte erklomm die Spitze der internationalen Charts und die Singles reihten sich in die Top
10 ein. Das 87er Album ist das erfolgreichste Werk der Band. Plazierungsmäßig gelang ein
Jahr später "Rattle And Hum" dasselbe Kunststück wie dem Vorgänger, konnte aber dessen
Verkaufszahlen nicht erreichen. Die erfolgreichste Auskopplung aus "Rattle And Hum" hieß
"Desire".
Die hier vorliegende Sammlung faßt die besten Songs der Phase von 1980 - 1990 ("The Best
Of 1980 - 1990") zusammen. Daß man bei Veröffentlichung (1998) dieser Greatest Hits-Sammlung den Schnitt bei 1990 machte, kam nicht von
irgendwo her. Bis 1990 präsentierte sich die Band im ureigenen typischen U2-Sound. Ab
1991, mit dem Album "Achtung Baby", begann die Experimentierungsphase der Gruppe.
Auch mit den Alben "Zooropa" (1993) und "Pop" (1997) versuchten U2 neue Musikstile zu
erschließen. Erfolgstechnisch landete man dennoch zumeist am "Platz an der Sonne", die
Charts-Verweildauer der LPs verkürzte sich allerdings spürbar. Die Singles "The Fly"
(1991), "One" (1992), "Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me" (1995 aus "Batman Forever")
und "Discotheque" (1997) sorgten zwar immer noch für U2-Top 10-Präsenz. Ich persönlich
aber bevorzuge die alten U2. Plazierung des "The Best Of 1980 - 1990": D & GB # 1, US # 2.


Aha! Nach den letzten Album-Schlappen probierten es Saga jetzt mit einer neuen
Plattenfirma. Bei SPV waren sie nun unter Vertrag und begannen ihr Engagement mit einem
Live-Doppelalbum. Sicher eine gute Wahl um sich selbst zu finden. Denn das Material der
Studioalben der vergangenen vier Jahre war zumeist fürchterlich.
Das letzte Livealbum der Gruppe stammte aus dem Jahr 1982. Seit dieser Zeit brachte die
Band ja noch einige sehr gute Alben heraus (vor allem in den Achtzigern). So konnte man als
Saga-Fan Lücken schließen. Zum Beispiel befinden sich auf "Detours" Liveversionen von
"The Flyer", "Take A Chance", "Scratching The Surface" und "The Security Of Illusion". Des
Weiteren präsentierte die bestens gelaunte Formation etliche Songs aus der Band-History,
die bisher noch nicht in einer Live-Fassung existierten: "The Perfectionist", "Ice Nice",
"Time's Up", "The Interview" und von den wenigen brauchbaren Songs aus der Zeit von 1994
- 1997 das Beste: "Welcome To The Zoo", "Heaven Can Wait" (beide 1997), "The Cross"
(1995) und "I Walk With You" (1994).
Normalerweise wäre dieses Album viel weiter oben in meiner Hitliste gelandet. Ich war aber
seinerzeit einfach Saga-müde geworden. Es nervte einfach immer wieder Verlegenheits-CDs hinnehmen zu müssen. Aber gerade diesem Live-Album "Detours" wurde eine absolute
Schlüsselposition in der Karriere der Gruppe zuteil. Das nicht für möglich gehaltene
Recovery der alten Saga-Tugenden sollte in den nächsten drei Jahren in sensationellem
Maße gelingen. More to come .........


Das neueste Album von Michael Jacksons Schwester Janet, "The Velvet Rope", war zwar
insgesamt schwächer als der Vorgänger "Janet", kam aber im Gegensatz zu dieser CD in
meine Top 10. Dies war allerdings ausschließlich durch die fehlende Konkurrenz auf den
hinteren Plätzen zu begründen.
"The Velvet Rope" kam doch um einiges holpriger als das 93er "Janet" daher, wies aber mit
dem Monster-Hit "Together Again" ein absolutes Zugpferd auf. Die CD bot im großen und
ganzen abwechslungsreichere aber auch teilweise schwerer verdaulichere Ware als die Vorgängerscheibe.
Und ich bevorzuge die "glattgebügelte" Janet Jackson, das muß ich zugeben. Man sollte das
jetzt nicht mißverstehen. Janet präsentiert auf "The Velvet Rope" ihren typischen RŽnŽB-Pop und betrat erneut die Top 10-Bühnen der Charts (US # 1, D # 5, GB # 6), ich hatte mich
aber irgendwie mehr auf diesen BWLer-Pop des 93er Werks gefreut. Mein Problem!


1998 schaffte eine junge amerikanische Sängerin gleich mit ihrer ersten Single "Crush" einen
Megaerfolg. Jennifer Paige erreichte in Deutschland die Top 20 und jeweils die Top 5 in den
USA und Großbritannien. Damit war die ganze Geschichte auch schon wieder gegessen.
Obwohl die Dame mit einem sehr netten Debütalbum überzeugen konnte. Die CD "Jennifer
Paige" verweist neben der Hitsingle mit "Questions", "Always You", "Sober" oder "Just To
Have You" auf das große Gesangspotential der Sängerin.
Leider war der kompletten Ansammlung der Paige-Popsongs nicht der durchschlagende
Erfolg der "Crush"-Single beschieden. Die CD verhungerte in Deutschland auf # 41, in
Großbritannien auf # 67 und in den USA verpaßte sie gar den Einstieg in die Top 100.
Die Singles des Jahres 1998
- Witt/Heppner - Die Flut
- Toto - Goin' Home
- Sash! - Mysterious Times
- In-Mood Feat. Juliette - Ocean Of Light
- Liquido - Narcotic
- Laura Pausini - Un' Emergenza D'Amore
- Faithless - God Is A DJ
- Guano Apes - Open Your Eyes
- Del Amitri - Don't Come Home To Soon
- Janet Jackson - Together Again
- Culture Beat - Pay No Mind
- Vengaboys - We Like To Party!
- Alanis Morissette - Thank U
- Sash! - La Primavera
- Natalie Imbruglia - Torn
- Culture Beat - Rendez-Vous
- Guano Apes - Lords Of The Boards
- Jennifer Paige - Crush
- Witt - Und...ich lauf
- Boyzone - No Matter What
** Den absoluten Hit des Jahres landete der ehemalige NDW-Star Joachim Witt mit seinem
Gesangspartner Peter Heppner von der Gruppe Wolfsheim. Der düster-melodische
Song "Die Flut" packte es bis auf # 2 in Deutschland. "Und...ich lauf" überzeugte als zweite
Single aus dem Witt-Album "Bayreuth I" und plazierte sich auf # 25. ** Oh la la! Eine
Aufnahme aus dem Jahr 1989, zusammen mit Bobby Kimball, hatten uns Toto fast 10 Jahre
vorenthalten! Skandal! Denn dieses "Goin' Home" war grandios und eine der besten Toto-Nummern überhaupt. Im Rahmen des Albums "XX" (D #50), es sollte den 20. Geburtstag der
Gruppe mit altem unveröffentlichtem Material feiern, koppelte man besagten Song aus, und
kam sogar in die deutschen Top 100 (# 99). Seinerzeit (1989) verhinderte die Plattenfirma Sony eine frühere Reunion mit Bobby Kimball; man setzte von Seiten des Labels vielmehr auf Jean-Michel Byron als neuem Leadsänger - "Goin' Home" war damit auf Eis gelegt. Das Gastspiel des 'samtweichen' Sängers sollte allerdings nur die vier neuen Songs für das "Past To Present"-Album umfassen. - Trotz des Erfolges dieses 'Best Of's': Mit Bobby Kimball und dem Titel "Goin' Home" hätten Toto 1990 noch mehr abgeräumt - da bin ich mir gaaaanz sicher! Manchmal versteht man die Vorgehensweise der Labels wirklich nicht ....**

** Das Dance-Projekt Sash! war gleich zwei Mal in meinen Top 20 des Jahres 1998 vertreten.
Ganz weit oben mit "Mysterious Times" (D # 17, GB # 2) und weiter hinten mit "La
Primavera" (D # 12, GB # 3). ** Mit der Umsetzung eines klassischen Grundthemas gelang der
Formation In-Mood Feat. Juliette ein Hit. "Ocean Of Light" war ein wunderschönes
Classic-Dance-Pop-Stück (D # 21). ** Alternativ-rockendes aus Deutschland!
Hochmelodisch und mit einer absolut grandiosen Keyboard-Hookline setzte die Gruppe
Liquido mehr als 500.000 Exemplare ihrer Single "Narcotic" (D # 3) ab. Das Album
"Liquido" stieg bis auf # 4. **
** Die italienische Pop-Sängerin Laura Pausini hat es mir angetan! Ihre Single "Un' Emergenza
D'Amore" war das erste Stück, das ich von ihr zu hören bekam. Und: Es verzauberte mich! **
Faithless wiederholten mit "God Is A DJ" ihren 96er Erfolg (D # 2, GB # 6). ** Guano Apes, die
Gruppe um die Sängerin und Frontfrau Sandra Nasic, begeisterten mit hartem Rock und
zuerst vor allem mit ihren Singles. "Open Your Eyes" war mit einem unwiderstehlichen
Refrain ausgestattet und erreichte in Deutschland # 5. Die Snowboarder-Hymne "Lords Of
The Boards" zog ebenfalls in die Top 10 ein. Das teilweise brachiale Album der Apes ,"Proud
Like A God", ging dagegen in die Geschichte ein. Als deutsches Hardrock-Album verkaufte
es sich sage und schreibe mehr als 750.000 Mal und hielt sich 76 Wochen in den deutschen
Top 100. **
** Es sollte als Ansporn und Warnung für die schottische Fußballnationalmannschaft anläßlich
der WM in Frankreich dienen. Del Amitri's "Don't Come Home To Soon" erreichte zwar
einen Platz 15 in den britischen Charts, die Schotten fuhren aber dennoch wieder nach der
Vorrunde nach Hause. ** Das mit Abstand schönste Lied auf dem neuen Janet Jackson-Album
war "Together Again". Und es bescherte ihr wieder einen absoluten Tophit: D # 2 (größter
Erfolg in Deutschland!), US # 1, GB # 4. **
** Culture Beat waren mit den Singles "Pay No Mind" (D # 27) und "Rendez-Vous" (D # 53)
noch einmal recht erfolgreich. ** Eine lustige Dance-Pop-Formation aus Holland machte 1998
von sich reden. "We Like To Party!" (D # 4) war einer der ersten Hits der Vengaboys. ** "Thank
You" hieß die neue Single von Rockröhre Alanis Morissette. Der Titel war gut und
erfolgreich: D # 19, US # 5, GB # 17. Das Album "Supposed Former Infatuation Junkie" war
dagegen einfach Müll! Überhaupt nicht so straight wie der Vorgänger. Ich hatte mir die Platte
gekauft, ohne sie vorher durchzuhören. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte.
Erfolg hatte sie dennoch [wenn auch nicht mehr so dauerhaft wie mit "Jagged Little Pill"]: D
& US # 1, GB # 3. **
** Die junge Natalie Imbruglia zerriß uns mit "Torn" das Herz (D # 4, US # 42, GB # 2). Ihr
Album "Left Of The Middle" war auch ganz nett und verkaufte sich dementsprechend gut: D
# 4, US # 10, GB # 5. ** Eine Eintagsfliege war "Crush" von Jennifer Paige. Der Titel steuerte
eine # 3 in den USA und eine # 4 in Großbritannien an (D # 15). Nachgekommen ist nichts
Vergleichbares, obwohl sie mit ihrem Debütalbum eigentlich bewies, daß sie mehr drauf hat
als nur einen Hit. ** Ronan Keating's Boyzone landeten 1998 mit der Mördernummer "No
Matter What" ganz weit oben in den deutschen Charts (# 2). Die Briten puschten die Single
hoch auf # 1. **
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