| AC/DC - Stiff Upper Lip |
O.K., O.K., die neueste CD der australischen Hardrock-Formation AC/DC ist nicht mehr
ganz taufrisch. Aber ich bekam die CD erst jetzt in meine Finger. Das Werk kam bereits
Anfang März 2000 in die Läden und ergatterte gleich auf Anhieb # 1 der deutschen
Albumcharts. Weitere Top 10 Plazierungen in den USA, Frankreich (# 2), Spanien (# 2),
Österreich (# 1) oder Schweiz (# 2), sind Zeichen dafür, daß die Formation auch heute nichts
von ihrer seit Mitte der Siebziger vorherrschenden Durchschlagskraft, sowohl musikalisch als
auch kommerziell, verloren hat.
Zugegeben, beim Hören des Blues-Hardrocks dieser Gruppe und der echt fies rauhen
Stimme ihres Sängers Brian Johnson, benötige ich stets eine recht lange Anlaufzeit, um mich
mit dem Dargebotenen anzufreunden. Viele der Singles von AC/DC erlauben einen leichteren
"Einstieg". Ein komplettes Album der Band aber, wirkt zumeist erst nach dem dritten, vierten
Hören ansprechend. So auch bei "Stiff Upper Lip". Doch dazu gleich mehr, denn zunächst
soll kurz auf die AC/DC (Charts)-Geschichte eingegangen werden.
1974 startete die Karriere der Band in Australien. Der erste Sänger Bon Scott und die Young-Brüder Angus und Malcolm bildeten das Grundgerüst der Hardrock-Formation. Erste
internationale Erfolge gibt es erst im Jahr 1977. Das Album "Let There Be Rock" erreicht #
28 der britischen Hitparade. 1979 gelang mit dem Werk "Highway To Hell" der internationale
Durchbruch. Mit ihrem harten Rock, kombiniert mit eingängigen Melodien, erreichten sie nun
ein breites Publikum. Das Album stieg bis # 10 in Großbritannien, gar auf # 7 in Deutschland
(US # 22). Fortan war die Band fester Bestandteil der internationalen Top 10.
Allerdings beschränkte sich das auf die LP-Hitparaden. Singles wie "Highway To Hell"
(1979) "Hells Bells" (1980), "Touch Too Much" (1980), "Letīs Get It Up" (1982) und "For
Those About To Rock" (1982) waren gute "Appetitanreger" für die Alben der Band, kamen
aber nicht über Top 20 oder Top 30-Plazierungen hinaus. Gleiches trifft auf "Who Made
Who" & "Heatseeker" (1986 bzw. 1988), "Thunderstruck" (1990) oder auch den letzte
erfolgreiche Titel "Hard As A Rock (1995) zu. Die Auskopplungen von AC/DC erreichten nie
so hohe Plazierungen in den internationalen Single-Charts, wie man es gemäß des
Bekanntheitsgrades ihrer Klassiker erwartet hätte.
Im Jahr 1980 hatte man von Seiten der Band zunächst mal einen herben Tiefschlag zu
verkraften. Sänger Bon Scott hatte sich buchstäblich zu Tode "gesoffen". In Brian Johnson
fand man sofort adäquaten Ersatz, und die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. "Black In
Black" wurde zum bis dahin erfolgreichsten AC/DC-Longplayer und stieg in den USA bis #
6, in Großbritannien und Deutschland gar bis # 3. "For Those About To Rock" (1981/82 US #
1, D # 2, GB # 3) und "Flick Of The Switch" (1983 US # 15, D # 6, GB # 1) manifestierten
den Platz der Band als die Spaßrock-Kapelle No. 1. Die Alben "Fly On The Wall" (1985 US
# 32, D # 14, GB # 4) und "Who Made Who" (1986 US # 33, D # 24, GB # 10) brachten zwar
eine leichte Durststrecke. 1988 mit dem Werk "Blow Up Your Video" (US # 12, D # 4, GB #
2) ging es dann aber wieder deutlich aufwärts. Zwei Jahre später ("The Razors Edge": US # 2,
D & GB # 4) setzten AC/DC dann wieder zu einem echten Höhenflug an, der bis heute
andauert. Die Alben "Live" (1992 US # 15, D & GB # 5) sowie die letzte Studio-CD
"Ballbreaker" aus dem Jahr 1995 (US & D # 4, GB # 6) belegen dies.
Nach langen Ausführungen zur History der Band, zurück zum aktuellen Album "Stiff Upper
Lip". AC/DC bleiben ihrer Linie 100% treu. Im Prinzip machen Johnson, 2x Young & Co.
noch heute den gleichen hartrockenden Spaßblues wie vor mehr als 20 Jahren. Und ihre Titel
haben an Spannung und Dynamik kein Gramm abgegeben. Ohne Frage, ein AC/DC-Fan
werde ich auch nach dieser CD nicht. Aber Songs wie "Safe In New York City", "Canīt Stand
Still", "Hold Me Back", "House Of Jazz" und "Canīt Stop Rockī N Roll" machen die Band zu
einer der coolsten Hardrock-Gruppen der Welt. Neulich stand ich früh Morgens auf und sang
folgendes vor mich hin "....I Feel Safe In New York City ... I Feel Safe In New York City ... I Feel Safe In New York City ..." etc., muß man dazu noch etwas sagen? (04.03.2001)