Anastacia - Freak Of Nature Gutes bis mittelprächtiges Album: Stärken dominieren Mittelmaß nur knapp!

Soul, Pop & Rock von der weißen Tina Turner

Die 'Anastaciamania' begann in Deutschland im Frühjahr des Jahres 2000. Ihre Single "Out Of Love" kletterte stetig die Charts hinauf und landete gar in der Spitze der Hitliste [# 6]. Ihre 'Reibeisenstimme', die Erinnerungen an Tina Turner weckt oder gar Assoziationen in Verbindung mit Joe Cocker zuläßt, machte sie schlagartig zu einem Weltstar. Ihr Debüt-Album "Not That Kind" entwickelte sich zu einem Dauerbrenner und hat bspw. hierzulande schon 80 Chartswochen auf dem Buckel, eine Platinauszeichnung folgte bereits wenige Monate nach der VÖ im Juli 2000 [HP in D: # 2].

Mit der Single "Paid My Dues" knüpfte Anastacia dann Ende 2001 nahtlos an die vorangegangenen Erfolge an und setzte gar noch einen drauf, der Song eroberte erstmals deutsches Top-5-Terrain [# 3]. Das zweite Album ließ dann nicht lange auf sich warten, "Freak Of Nature" kam noch im November des letzten Jahres heraus. Die Scheibe ging im Verlauf des Jahres 2002 bereits über 600.000 Mal über heimische Ladentheken [='Doppel-Platin'] und kletterte bis zur Pole Position. Neben "Paid My Dues" warf der Anastacia-Zweitling mit dem ZDF-Olympia-Song "One Day In Your Life" noch eine weitere Top-10-Auskopplung ab.

Wie auch immer, ich mag Frauenstimmen wie die von Anastacia nur dann wirklich, wenn die Sängerinnen auch wahre Rock-Songs darbieten, Tina Turners "The Best" ist ein gutes Beispiel hierfür. In solchen Fällen wirkt die Stimme wie ein Teil des Ganzen, bei Anastacia's Sammelsurium aus Pop, Soul, Rock & R'n'B steht hingegen ihr Gesang zumeist sehr stark im Vordergrund, und die Songs sind eigentlich zweitrangig. Zudem fällt mir nach Anastacia's WM-Frechheit "Boom", völlig zurecht nicht mal in die D-Top-30 gekommen, eine objektive Beurteilung ihres "Freak Of Nature"-Albums besonders schwer. Dennoch habe ich mir Mühe mit den einzelnen Titeln ihres Werkes gegeben, und dies war auch gut so. Denn: Auf "FON" gibt es wirklich einige gute Songs zu entdecken!

Wie schon oben angedeutet, kommen die Titel am überzeugendsten, wenn die Sängerin dezenter arbeitet. Dies gelingt bei "You'll Never Be Alone", einer wahrlich fantastischen Ballade, die im David-Foster-Stil gehalten ist und irgendwie nach den 80ies-Rock-Schnulzen der Band Chicago klingt, in überragendem Maße. "One Day In Your Life" stimmt mich ebenso fröhlich, hier operiert man mit einem fetten Background-Gesang sowie flott-coolem Pop-Rhythmus. "Don't Stop (Doin'it)" schlägt in die gleiche Kerbe, nur ist hier ein flottes Disco-Pop-Thema dominierend. Restlos zufriedenstellend ist auch die in der Chronologie des Longplayers zweite ruhigere Nummer, "Secrets". Bei diesem sanften Pop/Rocker singt Anastacia mit wirklich schöner Stimme - dezent eben.

Zu den anderen Titel: Es regiert das Mittelmaß! Man liebt sie, oder nimmt eben keine besondere Notiz von ihnen, je nach Geschmackslage. Dies gilt insbesondere auch für den Top-Hit "Paid My Dues", welcher mir persönlich keine Interesse weckenden Werte liefert. Ich für meinen Teil war positiv überrascht von der Vielfältigkeit von Anastacia's Gesang. Ja, es waren in der Tat einige Stücke dabei, welche mich voll überzeugen konnten. (15.07.2002)



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