| Bon Jovi - Bounce |
Bon Jovi scheinen den US-Markt im Visier zu haben! Zuletzt waren die US-Rocker mit
dem "Keep The Faith"-Album [1992] in die Billboard-Top-5 gelangt. Dies soll wohl jetzt
wieder anders werden. Denn: Der Gitarren-Sound ist an vielen Stellen eindeutig
moderner geraten; ein leichter Alternativ/Nu-Metal-Touch hat Einzug gehalten! Zudem haben Bon
Jovi mit der Ballade "The Distance" einen mit bombastischen Arrangements [Orchester]
versehenen 'Creed'-Song fabriziert; mit dem Unterschied, daß Scott Stamp & Co. niemals
in der Lage wären, eine solch' positive Stimmung damit zu erzeugen. Nun, mit den
Europa-Charts haben Jon Bon Jovi [Vocals], Richie Sambora [Guitars], David Bryan
[Keyboards], Tico Torres [Drums] und der nicht zur Stammformation gehörende Hugh
McDonald [Bass] überhaupt keine Probleme: Die neueste Langrille "Bounce" [=
aufspringen, hüpfen] landet beispielsweise in Deutschland sowie Großbritannien zum
Einstieg auf # 2 [per 07.10.].
Diesen Erfolg hat sich das Quartett aber auch redlich verdient. Es gibt nämlich nicht
einen Song auf "Bounce", dem man auch nur annähernd ein Prädikat der Marke
'Durchschnitt' verleihen müßte - im Gegenteil: sie beißen alle! Dem gigantisch rockenden
Anfang mit "Undivided" [flotter Rooooock mit moderner Gitarren-Führung und
grandiosem Refrain] und "Everyday" [GB # 5, D # 7; flott, catchy Refrain, Heavy-Gitarren-Break] folgt schon oben beschriebene Meisterballade. Mit "Joey" sowie
"Misunderstood" halten Bon Jovi zwei Midtempo-Songs bereit, welche in etwa in der Liga
von "Say It Isn't So" oder "Just Older" vom letzten Album "Crush" spielen. Zwischen den
nächsten beiden Monsterballaden "All About Lovin' You" [Track 6] sowie "Right Side Of
Wrong" [Track 8, geniales Gitarrensolo!] plazieren die US-Rocker "Hook Me Up". Dieser
Titel rockt das Haus, das kann ich hier nur unterstreichen - sogar das abrupte Ende
kommt cool. Mit "Love Me Back To Life" [Harte Bombastballade mit Modern-Guitar], "You
Had Me From Hello" [schöne, sparsamer instrumentierte Ballade], Titelsong "Bounce"
[Moderner Power-Rock, der ein bißchen an Lambretta's "Bimbo" erinnert] und "Open All Night" [leisere Schlußballade] beenden Bon Jovi ihre wahrhaft meisterliche neue Scheibe.
Fazit: Bon Jovi 2002 = geniale Mischung aus harten, melodischen Rocksongs, die zum
Großteil in einem etwas moderneren Gewand daherkommen, und wunderschönen
Balladen, die ihrerseits zumeist opulent gestaltet sind. Vielleicht klappt's jetzt auch
wieder mit dem Nachbarn, ähhhh - den US-Top-5 ......
(06.10.2002)