| Brian McDonald Project - Voyage |
Beinahe im Alleingang hat der Multiinstrumentalist Brian McDonald sein neues Album
"Voyage" eingespielt. Der Musiker mit dem bekannten Nachnamen veröffentlichte bereits
Ende der 80er ein Melodic-Rock-Album, ab Anfang der 90er bis zum Ende jenes
Jahrzehnts beschäftigte er sich aber verstärkt mit klassischer Orchester- und Piano-Musik. 2000 besann er sich wieder auf seine Rock-Ambitionen und brachte die Scheibe
"Wind It Up" auf den Markt, welche eine Mischung aus Chicago [der 80er] und Def
Leppard darbot. Auch auf "Voyage" stellt Brian McDonald einen Mix aus vielen Elementen
des 70er/80er-Bombast-Melodic/Prog-Rock vor. Die komplexen, mit vielen Breaks versehenen
Kompositionen erhalten durch die angenehm kraftvoll-variable Stimme McDonalds die
richtige Würze, um letztlich als Massen-Ohrwürmer durchzugehen.
Der exzellente Handwerker Brian McDo. versteht es, den Zuhörer auf eine Voyage durch
all die feinen Klänge des AOR/Melodic-Rock [Keyboardteppich, mehrstimmiger
Backgroundgesang, harmonisches Gitarrenhandwerk, markante Leadvocals] zu schicken,
und die dauert vom ersten bis zum letzten Titel des Albums. Es reicht aus, nur die
absoluten Highlights seines 13-teiligen Werks näher zu erläutern, denn der Rest der
Platte bewegt sich in ähnlichen Niveau-Graden. "Intimate", der Opener, ist fett
instrumentiert und deutet bereits an, daß man es hier mit Bombast-Rock/Pop zu tun hat.
Das spannende Stück bietet u.a. Yes-Gesangs-Einlagen, Toto-Keys, Boston-Guitars und
einen vielschichtigen Refrain-Gesang. "In The Shadows Of Angels" startet mit einem
Toto-Piano-Intro, um sich dann von Break zu Break durchzuarbeiten und glänzt letztlich
im opulenten Refrain. Kansas & Yes [Instrumental-Parts, Background-Chor] werden an
dieser Stelle ebenfalls zitiert. Bei "Phoenix Rising" klingt McDonald gar ein bißchen wie
Peter Cetera; der in flotter Chicago-Manier gespielte Track überzeugt durch fette
Background-Arrangements.
Selbst vor den berühmten Chicago-Balladen hat das Multitalent keine Angst. "The Night
You Say Goodbye" [feines Piano, geiler Refrain, starkes Gui-Solo] und "Between Heaven
And Heart" [wunderschöne Bombast-Schnulze] beweisen dies eindrucksvoll. Der
Uptempo/Midtempo-Titelsong "Voyage" weist wiederum Kansas- aber auch Saga- und
ELO-Elemente auf. Dieser extrem variable und wechselhafte Track hat einen 1A-Refrain
und geniale Piano/Gui-Arbeit zu bieten. Unglaubliches bohrt sich dem Zuhörer bei "Out Of
Time" in die Ohren. Hier paart McDonald die Survivor der Premonition-Phase [1981] mit
Supertramp – spitzenmäßig! Dramatisch-melodischer Hardrock mit teilweise Heavy-
Guitar gibt's in "Normandy" und schließlich brennt der Meister auch noch ein waschechtes
Kansas-Opus auf die CD: "Legend" ist einfach nur fett, flott und schön!
(16.06.2003)