| Bruce Hornsby - Greatest Radio Hits |
Bruce Hornsby: Das heißt in erster Linie "The Way It Is". Mit diesem Song, besser gesagt
dem revolutionären Piano-Intro, der markanten Stimme und der sensationellen Hookline
schrieb der mittlerweile 49-jährige einen Evergreen der Musikgeschichte und eine
Hommage an sein Lieblingsinstrument zugleich. Wenn man ehrlich ist, kennzeichneten
diese Attribute in leicht abgeschwächter Form zumeist auch die Nachfolge-Hits und die
Songs aus den 90ern. Doch dies machte seine Stücke immer wieder zu im Radio gern
gespielten Tracks, was den Titel der ausführlichen, chronologischen Sammlung der
wichtigsten Songs von Bruce Hornsby [bis 1991 als Bruce Hornsby & The Range
unterwegs] rechtfertigt: "Greatest Radio Hits". Obgleich der Piano-Meister nie wieder
"The Way It Is"-Charts-Niveau [US: # 1, D: # 16, D-Airplay: # 2, GB: # 13] erreichte,
waren es nicht nur die Airplay-Hitlisten, die seine Folge-Tracks besiedelten; einige seiner
weiteren Songs hinterließen ebenfalls signifikanten Eindruck in den Verkaufshitparaden
[hauptsächlich USA].
Man kann ohne Frage die ersten drei Singles aus der Debütplatte, also neben dem Titeltrack-Meilenstein noch "Every Little Kiss" [US: # 14, D-Airplay: # 7] und "Mandolin Rain" [US: # 4, D-Air: # 6], aber auch die ersten beiden Auskopplungen des zweiten Longplayers, "The Valley Road" [US: # 5, D-Air: # 4] und "Look Out Any Window", als
grandiose und beeindruckende Songs bezeichnen, die sich in der Struktur ähnelten,
jedoch ein völlig neues Hörgefühl im Rock/Pop vermittelten. Dass Hornsby nicht nur an
sich selbst dachte, wenn er Songs schrieb, bewies er 1987 mit dem Titel "Jacob's
Ladder", der von Huey Lewis & The News auf # 1 der US-Charts gerockt wurde, sowie
1989 bei "The End Of The Innocence", welches Don Henley zum US-Top 10-Comeback
verhalf. Beide Songs sind als Kaufanreiz für Fans in der Hornsby-Liveversion auf
"Greatest Radio Hits" enthalten, wobei Letztgenannter sehr gut, der Huey Lewis-Hit aber
in einer etwas unvorteilhaften, verspielt-lässigen Pop-Version daherkommt. Weitere
Highlights aus dem Katalog von BH: "Across The River" [etwas gitarrenorientierter,
ansonsten typischer Hornsby-80er-Sound, 1990], "Set Me In Motion" [Gute-Laune-Nummer, die nach Steve Winwood klingt, 1991], "Fields Of Gray" [markante Piano-Ballade, 1993] und "See The Same Way" [flott, markante Gitarren-Hookline, 1998]. Als
weiteres Schmankerl für Langzeit-Anhänger gibt's in "Go Back To Your Woods" [2003]
noch einen dritten unveröffentlichten Track.
Nach dem 86er Album "The Way It Is", welches dreifaches Platin in den USA und Gold in
Deutschland [damals noch für 250.000 und mehr verkaufte Ex.], darüber hinaus jeweils
Top 10-Platzierungen in den vorgenannten Ländern sowie Großbritannien erreichte,
versuchte Hornsby das gefruchtete Konzept auch aufs Folgealbum "Scenes From The Southside" [1988] zu übertragen. Die Rechnung ging natürlich nicht ganz auf, schließlich
sind zwei Jahre im Musikgeschäft eine kleine Ewigkeit. Dennoch fanden Bruce Hornsby &
The Range zumindest den Weg in die Top 20, in den USA gar auf # 5. Merklich bergab
ging es dann mit dem dritten Werk "A Night On The Town", ab dem 93er "Harbor Lights",
dem ersten Album ohne The Range, verschwanden die Longplayer des Amerikaners im
Charts-Mittelfeld und dahinter. Zuletzt veröffentlichte Hornsby 2002 die Scheibe "Big
Swing Face", die doch recht befremdliche Gefühle unter seinen Fans weckte. Mit dieser
Hitsammlung+, welche in "The Good Life" einen der besten Tracks dieses Albums enthält,
dürfte das Fan-Volk wieder versöhnt sein. Musikfreunde, die von Bruce Hornsby noch
wenig oder gar nichts besitzen, aber ein Faible für entspannten, feinen Piano-Rock/Pop
haben, können beim Kauf dieser Scheibe sowieso keinen Fehler machen!
(19.02.2004)