| Chris De Burgh - The Road To Freedom |
Seit über 20 Jahren zählt der mittlerweile 55-jährige Ire Chris De Burgh zu den
beliebtesten Entertainern in Deutschland. Auch zur Veröffentlichung seines neuesten
Werks "The Road To Freedom" durfte er z.B. in "Wetten, Dass?" [mit Tochter Rosanna!]
auf seine durchaus charmante und sympathische Art Werbung machen. Das verfehlte
seine Wirkung nicht, im für De Burgh inzwischen zum wichtigsten Markt
emporgestiegenen Deutschland holte sich der aktuelle Output # 5 der Charts. Verglichen
mit dem Erfolg der 2002er Scheibe "Timing Is Everything" [# 12] wieder eine
Steigerung, an der auch seine TV-Präsenz ihren Anteil haben dürfte. Dabei bietet der De
Burgh-Longplayer nicht wirklich interessante Kost. "The Road To Freedom" ist zum
überwiegenden Teil ein ruhig konzipiertes Album geworden, welches zwar beweist, dass
der Sympathieträger stimmlich weiter im Saft steht wie zu Erfolgszeiten, oftmals aber auch zum Gähnen anregt.
Das Chris De Burgh-Programm 2004 kommt dann am stärksten daher, wenn's etwas
flotter wird oder eine ambitionierte Halbballade ansteht. Unter den 11 Songs befinden
sich nur drei, die rundum gut gelungen sind. Der Titeltrack, eine veritable, leicht irisch
angehauchte Nummer mit Steigerung im Verlauf, und das sehr ansprechende "Here For
You", in dem die amtierende Miss World, De Burgh-Tochter Rosanna, einen passablen
Gesangsbeitrag abliefert, zählen zu den Lichtblicken; das sind Pop-Balladen in denen der
Charme der Musik des 55-jährigen tragend zum Vorschein tritt. Vom Titel her könnte
man vermuten, dass sich auch hinter "The Words 'I Love You'", dem stärksten Album-Track, eine Ballade verbirgt. Mit dieser Einschätzung liegt man allerdings völlig falsch,
eingebettet in die vielen stillen, besinnlichen Stationen ["When Winter Comes", "Snow Is
Falling", "Songbird", "Rose Of England"] wirkt dieser flotte Popsong samt der feinen
Akustik-Gitarre und dem starken Refrain wie ein Erfrischungs-Fußbad nach einem 30-Km-Marsch. Sicher, man findet in "Five Past Dreams" eine weitere nette Pop-Halbballade [erinnert ein wenig an "The Lady In Red"], in "The Journey" und "Read My Name" gar wieder etwas schnellere Stücke, jedoch fehlt es diesen Songs an Substanz und Ausdrucksstärke. Überhaupt keine Diskussion gibt's hingegen bei "What You Mean To Me". Der nervige Folklore-Popsong mit Spanien-Einschlag wirkt wahrlich deplaciert.
Chris De Burgh, der einst 1986/1987 für kurze Zeit gar einen Weltstar-Status innehatte,
als er mit der Ballade "The Lady In Red" in die Top 5 Deutschlands, Großbritanniens [#
1] und der USA vorstieß, begeisterte die Massen immer wieder auch mit gelungenen
Uptempo-Pop/Rock-Songs. "The Road To Freedom" hätte in diesem Zusammenhang ein,
zwei Songs vom Schlage "High On Emotion" oder "Don't Pay The Ferryman" dringend
nötig gehabt ...
(29.03.2004)