Coldplay - A Rush Of Blood To The Head Passables Werk, das nicht vom Hocker reißt, aber in Ordnung geht!

Bedächtiger Britpop

Die britische Band Coldplay besteht aus Guy Berryman [Bass], Jon Buckland [Gitarre], Will Champion [Drums] sowie Chris Martin [Gesang, Gitarre, Bass]. Im Jahr 2000 gelang den melancholischen Britpoppern ein [erfolgsmäßig] beeindruckendes Debüt, dokumentiert durch weltweit 5 Millionen Käufer, welche sich das Album "Parachutes" zulegten. Allein in Großbritannien setzte man bislang mehr als 1,5 Millionen Exemplare dieses Werkes ab und plazierte sich auf # 1 der Charts. Zudem landeten zwei Singles, "Yellow" und "Trouble", in den Brit-Top-10. Da es britischen Bands immer etwas schwerer fällt, in den Vereinigten Staaten Anerkennung zu finden, überraschte es schon ein wenig, daß "Parachutes" auch dort eine Million Abnehmer fand [HP # 57, Deutschland: HP # 54, fast 20 Wochen in den Charts].

Seit 26.08. ist nun der Coldplay-Zweitling "A Rush Of Blood To The Head" auf dem Plattenmarkt. Mit rasanter Geschwindigkeit steuerte die Langrille zielsicher erneut auf # 1 der GB-Charts; diesmal gelang zusätzlich u.a. auch in den USA # 5, Deutschland, Italien & Schweiz # 1, Spanien & Österreich eine Top-10-Notierung und in den Niederlanden eine Top-5-Plazierung. Die Single "In My Place" stürmte bis an # 2 der britischen Charts. Nach den weltweit eher langfristig erzielten hohen Verkaufszahlen der letzten Scheibe, springen nun also auch außerhalb Großbritanniens mehr als beachtliche Charts-Positionen heraus.

Immer, wenn eine Band/Interpret ein solch steilen Weg nach oben antritt, überlegt man sich, was denn so dran ist, an den Protagonisten. Nun, im Fall von Coldplay scheint es wohl einfach eine Geschmacks- oder Stimmungsfrage zu sein, ob man das stets leicht melancholische Klangbild mit 'Lichtblicken' von "A Rush Of Blood To The Head" mag oder nicht. So plätschern die meisten Stücke der Platte recht 'lahm' vor sich hin und die an Roger Waters oder Bob Geldof erinnernde Stimme von Chris Martin nervt auf Dauer etwas; in entspannter Atmosphäre, etwa an einem gemütlichen Sonntagnachmittag [am besten auf dem Sofa liegend], können sicher auch schleppende Tracks wie "Clocks", "Daylight" oder "Politik" ihren Reiz entwickeln. Letztlich sind es jedoch die Balladen "The Scientist", "Warning Sign" und der Titelsong, allen voran aber das großartige "In My Place", die diese Platte vor der absoluten Eintönigkeit bewahren. Erstgenanntes Song-Trio sticht zwar nicht ganz so hervor wie der Single-Hit, die stets auf Steigerung bedachte Songstruktur macht aber aus diesen Stücken ein durchaus gelungenes Beispiel für schönen, melodischen Brit-Pop. (16.09.2002)



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