| Culture Beat - Best Of |
Einst, während der großen Zeit des Euro-Dance, spielten Culture Beat in der gleichen
Liga wie Snap!, 2 Unlimited oder Captain Hollywood Project. Zuletzt aber blieb der Erfolg
arg auf der Strecke. Zwar konnte man kürzlich mit der erneuerten Version von "Mr.
Vain", "Mr. Vain Recall", noch einmal die Top 10 erobern, das "Best Of"-Album bleibt aber
dennoch – trotz Special-Price – ein Ladenhüter. Vor zwei Jahren aber erreichten Frank
Fenslau und Peter Gräber, die Macher von Culture Beat, ihren Tiefpunkt. Die Single
"Insanity", eingespielt mit der neuen Sängerin Jacky Sangster, geriet zu einem
derartigen Desaster, daß man von Seiten der Plattenfirma beschloß, das bereits
angekündigte Album "Obsession" zu streichen. Traurig. Aber auf "Best Of Culture Beat"
kann man noch einmal alle Songs der Formation bestaunen, die es in die deutschen Top
50 geschafft haben. Mit "Walk The Same Line" und "Rendez-Vous" findet man sogar zwei
kleinere Hits.
1989 startete Thorsten Fenslau das Projekt Culture Beat. Zwei Songs aus dieser Zeit sind
die eigentliche Überraschung dieser Sammlung: "Der Erdbeermund" ['eingesungen' vom
Kabarettisten Jo van Nelsen] und "I Like You" [1990, mit Lana Earl am Mikro]. Hier
kommen Erinnerungen an längst vergessene Disco-Zeiten auf. 1993 stiegen Culture Beat
in die Champions-League des Euro-Dance auf, der grundsätzlich durch das
Spannungsfeld zwischen einem Rapper und einer Harmonie-Sängerin, stampfenden
Bässen sowie Techno/Trance-Synthies charakterisiert wurde. Dieses Metier beherrschten
Culture Beat mit der neuen Lead-Vokalistin Tania Evans und dem etablierten Rap-Star
Jay Supreme aus dem Effeff. "Mr. Vain", der größte Hit der Gruppe, landete in
Deutschland und Großbritannien auf # 1, in den USA erreichte man noch # 17. Ein
Welthit, der keine Eintagsfliege bleiben sollte. Das 93er Album "Serenity" warf mit dem
starken "Got To Get It" und "Anything" zwei weitere GB- und D-Top 5-Singles ab. Die
schöne Dance-Ballade "World In Your Hands", welche ebenfalls aus diesem Longplayer
stammt, zählt übrigens zu den Perlen von Culture Beat.
Der große Erfolg wurde von einem tragischen Unfall überschattet. Mastermind Fenslau
kam 1993 bei einem Autounfall ums Leben. Fenslaus Bruder Frank übernahm fortan
zusammen mit Peter Gräber die Leitung von Culture Beat. 1995 und 1996 setzten die
beiden die Erfolgsstory - wenn auch in etwas abgeschwächter Form – fort: Zwei Singles
aus dem "Inside Out"-Album, "Inside Out" [super Refrain, einer meiner Faves von CB]
und "Crying In The Rain", gelangten in die deutschen Top 10. 1998 vollzogen Culture
Beat für ihr "Metamorphosis"-Album eine stilistische Veränderung. Man verzichtete
weitestgehend auf Rap-Parts, vertraute voll auf die überaus harmonische Stimme der
neuen Frontfrau, Kim Sanders. Im schönen "Pay No Mind" hielt dieser Longplayer
zumindest noch einmal eine Top 30-Nummer bereit.
(21.07.2003)