Enya - A Day Without Rain Gutes bis mittelprächtiges Album: Stärken dominieren Mittelmaß nur knapp!

Mystischer Pop

Die Irin Enya begann ihre Karriere bei der Formation Clannad. Dort war sie von 1980-1982 als Sängerin tätig. Erst 1988 wurde die erste Single unter dem Namen Enya veröffentlicht. Und die schlug gleich ein wie eine Bombe. "Orinoco Flow (Sail Away)" brachte ihr weltweiten Ruhm. In Großbritannien erreichte Enya die Spitze der Charts, in Deutschland Platz 2. Selbst im "Rocking America" plazierte sich diese Single unter den ersten 30. Doch damit war es mit den globalen Single-Erfolgen auch schon wieder vorbei. "Caribbean Blue" kam 1991 noch einmal auf # 13 in GB (D # 50), "Book Of Days" 1992 auf # 10. Mit dem 96er "Anywhere Is" kam sie dann ein letztes Mal in die britische Top 10 (D # 44).

Im Gegensatz zur "One-Hit-Wonder"-Enya im Singlesbereich, entwickelte sie sich in dem Albumcharts zum Dauergast. Diese mystische, entspannende, mit engelsgleichem Gesang garnierte Musik wurde auf bislang 6 Alben (das neueste mitgezählt) dargeboten. Man sah in der Musik von Enya am ehesten das Gesamtkunstwerk in Form einer LP. Sicher war die Single "Orinoco Flow" sehr dienlich für den Durchbruch der Künstlerin. Später hat sie aber wohl nicht mehr direkt auf Singlehits hingearbeitet. "Watermark" lieferte den Einstand. 1988 kam sie damit in die britischen Top 5, in Deutschland auf # 6 (US # 25 / erst 1989). Der Nachfolger "Shepherd Moons"(1991) machte Enya zur Spitzenreiterin der GB-Albumhitparade. In den Vereinigten Staaten kam man bis # 20 und hielt sich 89 (!) Wochen in den Top 100. Hierzulande scheiterte das Album knapp an der Top 20 Hürde (# 21).

Enya gönnte sich und ihrer Fangemeinde meistens etwa drei Jahre Pause zwischen ihren Veröffentlichungen. Das erklärt sicher auch den dauerhaften Erfolg der Künstlerin. Denn der langsame, träumerische Sound & Gesang ist stimmungsabhängig und führt bei häufigem Konsum schnell zur "Übersättigung". Das schon ein Jahr nach "Shepherd ...." auf den Markt gebrachte "The Celts" jedenfalls, erreichte nur in Großbritannien # 10 und fiel in den USA, aber auch in Deutschland, durch (D: lediglich # 70 / USA Fehlanzeige). Allerdings war dieses Werk genaugenommen ein "Special" für den britischen und irischen Musikmarkt. Drei Jahre später war Enya aber wieder voll im Geschäft. "The Memory Of Trees" knackte 1996 als erste Enya-CD die amerikanischen Top 10 (# 9). Natürlich gab es auch in Deutschland (# 4) und Großbritannien (# 5) Chartserfolge zu feiern. Erfolge, die sie mit dem 98er "Paint The Sky With Stars - The Best Of Enya" nahtlos fortsetzen konnte (D # 5, GB # 4, US # 30).

Nun liegt also ihr sechstes Werk vor. "A Day Without Rain" reiht sich souverän in die Chartsgeschichte der vorangegangenen Platten ein. In Deutschland und Spanien schaffte die neue CD eine # 3, # 4 in Italien, # 6 in Großbritannien, # 17 in den USA [Update der Best-Plazierungen nach dem Terroranschlag vom 11.09. auf die USA: D # 1; US # 2 - Stand: 23.10.]. Dies ist allerdings kein Wunder. Enya bleibt nämlich ihrem Musikstil 100%ig treu. Um die etwas flotteren Titel wie "Only Time", "Wild Child" und "Lazy Days" herum, präsentiert die Künstlerin erneut mystischen Slow-Pop. Die entspannende Wirkung dieser Musik hat seit 1988 definitiv nichts von ihrer Intensität verloren. Konstanz zahlt sich in unseren hektischen Zeiten eben auch manchmal aus. (18.02.2001)



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