Evanescence - Fallen Sehr gutes Album mit vielen Highlights!

Sehr melodischer Bombast-Nu-Metal-Pop/Rock mit Zauberwesen am Mikro

Mit ihrem Hit "Bring Me To Life" [US-HP: # 10, D-HP: # 8, per 10.05. bzw. 05.05.] aus dem "Daredevil"-Soundtrack serviert die für diesen Song durch Paul McCoy, dem Sänger der Gruppe 12 Stones, verstärkte Band Evanescence [zu deutsch: Dahinschwinden] ein ganz besonderes Stück Nu-Metal-Rock. Die Gitarren dieses druckvollen und sehr melodischen Songs erinnern stark an Linkin Park, durch den weiblichen Leadgesang von Amy Lee [schöne, engelsgleiche Stimme] klingt "Bring Me To Life" jedoch weitaus harmonischer als die Erfolgssongs des derzeitigen Aushängeschilds in Sachen Modern-Rock. Spannend wird der Titel insbesondere durch die Gesangsduelle zwischen McCoy, der sowohl in Rap-Parts als auch melodischen Einlagen beeindruckt, und Lee, einer Kombi, die bis dato Seltenheitswert im Musikbusiness besitzt. Doch: Was hat die Band, die neben der Lead-Sängerin noch Ben Moody [Lead-Guitar] zum harten Kern zählt, über diesen hinreißend-dramatischen Single-Lockstoff hinaus zu bieten?

Der Longplayer "Fallen" wird dominiert von bombastisch arrangiertem Melodic-Nu-Metal-Light-Goth-Rock/Pop [Diese Stilbeschreibung basiert in erster Linie auf dem Evanescence-Gitarrensound], welcher zumeist leicht mystisch-verträumt daherkommt. Daß die Beantwortung der oben gestellten Frage so überzeugend positiv ausfällt, liegt hauptsächlich an Amy Lees Stimme, den schönen Background-Arrangements und der Key/Piano-Unterstützung. Diese Elemente forcieren zum einen die Harmonisierung eines jeden Songs, sorgen aber auch für außergewöhnliche Qualität, losgelöst von sonstigen Standards der Genres Nu Metal-, Goth- oder Melodic-Rock. Kein Wunder also, daß "Fallen" in den USA bereits nach acht Chartwochen Platin für mehr als eine Million abgesetzter Exemplare kassiert hat [HP: # 5, aktuell per 10.05. # 8]. An der Einspielung des Longplayers [VÖ in Deutschland war der 28.04.] waren außer den beiden Hauptakteuren noch David Hodges [Piano/Keys], Francesco DiCosmo [Bass] und John Freese [Drums] maßgeblich beteiligt; im Gegensatz hierzu besteht die Live-Combo aus Lee, Moody, John LeCompt [Guitar] sowie Rocky Gray [Drums].

Auf "Fallen" kommt der Zuhörer sowohl bei den eher rockorientierten Bombastsongs wie "Going Under" [hochmelodischer Refrain, leidenschaftlich], "Everybody's Fool" [druckvoller Guitar-Sound, spannend] oder "Tourniquet" [leidenschaftlich, Melodic-Bombast-Rock, String-Arrangements] als auch bei tendenziellen Bombastballaden wie "Imaginary" [fetter Refrain], "Taking Over Me" [leidenschaftlich] oder "My Last Breath" [hochmelodischer Refrain, Heavy-Guitar-Einlage] voll auf seine Kosten. Unter die insgesamt 11 Stücke haben sich auch zwei reine Piano/Key-Balladen mit String-Arrangements geschlichen, die fast meditativen, in jedem Fall aber entspannenden Charakter aufweisen: "My Immortal" und "Hello". Fazit: Obwohl die meisten Songs irgendwie ähnliches Format besitzen, das spannungsreiche Zusammenspiel von Amy Lees Zaubergesang und den Moody'schen Melodic-Nu-Metal-Guitar-Salven weißt eine höchst bemerkenswerte Produktivität auf! Das hat definitiv etwas Magisches ..... (05.05.2003)



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