| Filter - The Amalgamut |
Das letzte Filter-Album "Title Of Record" konnte beinahe restlos überzeugen. Eine so
explosive moderne Mischung aus Härte, sensationellen Melodien und packenden Refrains
hatte ich zuvor selten gehört. Mit Songs wie "The Best Things", "Take A Picture" oder
auch härteren Stücken vom Schlage "I Will Lead You", "It's Gonna Kill Me" und "Captain
Bligh" kreierte die vierköpfige Band [Richard Patrick, Geno Lenardo, Steven Gillis, Frank
Cavanagh] diesen ganz speziellen, Faszination auslösenden 'Filter'-Sound. Leider kann
die Band auf dem neuen Werk "The Amalgamut" [Höchstnotierung in Deutschland: # 17]
das "Title Of Record"-Niveau nicht ganz über die komplette Album-Länge bestätigen.
Wenn man ausschließlich die ersten 43 Minuten [von insgesamt 57] der Scheibe als
Bewertungsgrundlage ansehen würde, könnte man vermutlich erneut die 6 von 7 'Gold'-CDs [meine persönliche Wertung für "TOR"] vergeben, allerdings taucht "The
Amalgamut" bei den Tracks "World Today" und "The 4th" [8 Minuten lang!] viel zu sehr
in spiritistische Belanglosigkeiten ein, die sich bestenfalls für die 'Space-Night' bei BR3
eignen ;-).
Die ersten 10 Stücke verbreiten allerdings in der Tat - in etwas härterer Form - die
Stimmung, die man von "TOR" gewohnt ist. In erster Linie sollte man die absoluten
Highlights der Scheibe erwähnen - dies sind solche Songs, welche als 'Filter'-Ballade
konzipiert sensationelle Melodie-Bögen spannen und perfekte Hooklines servieren:
"Where Do We Go From Here", "The Missing", "The Only Way (Is The Wrong Way)", "God
Damn Me". Unter die Rubrik 'sehr gut' einordnen kann man die harten und zugleich
hochmelodischen Tracks "You Walk Away", "My Long Walk To Jail" sowie "It Can Never
Be The Same" - geniale Refrains gehören auch hier zur Grundausstattung. Nicht ganz so
ausgeprägt ist dann die Melodieverliebtheit in den Songs "American Cliché", "So I Quit"
und "Columind", wobei nur letztgenanntes Stück bis an die Schmerzgrenze vordringt.
Fazit: Filter liefern ein gutes Album ab, welches durchaus herausragende Songs aufweist.
Wer allerdings den Vorgänger "Title Of Record" für das 'Nonplusultra' des modernen,
melodischen Hard-/Heavyrock hält, wird bei "The Amalgamut" zumindest marginale
Abstriche machen müssen.
(19.08.2002)