| Giant - III |
Eigentlich haben sich Dann Huff [Vocals, Gitarre, Keys], David Lyndon Huff [Drums] &
Mike Brignardello [Bass] 1989 zu spät entschieden, die Band Giant zu gründen [Hinweis:
Im Gründungs-Line-Up von 1989 stand noch Alan Pasqua]. Die Truppe spielt nämlich
waschechten & traditionellen US-Mainstream-Rock, dessen Stern Ende der 80er
allerdings bereits kontinuierlich am sinken war. So läßt es sich auch recht einfach
erklären, weshalb Giant nie der ganz große Durchbruch zuteil wurde - fünf Jahre vorher
wären sie vermutlich zu Megastars aufgestiegen.
Zum Debüt 1989/1990 beschränkte man sich auf Achtungserfolge der Singles "I'm A
Believer" [US # 56] und "I'll See You In My Dreams" [US # 20 (!)] sowie des Albums
"Last Of The Runaways" [US # 80]. Knapp drei Jahre später veröffentlichte die Band mit "Time
To Burn" den zweiten Longplayer, welcher sich nur in den deutschen Top 100 [# 50;
insgesamt satte 10 Wochen Chartsaufenthalt] plazieren konnte. Bis in den November des
Jahres 2001 sollte es dauern, bis die dritte Langrille das Licht der Welt erblickte. Und
dieses Album versetzt den Zuhörer gnadenlos und wie durch Zauberei in die große Zeit
der US-80ies-Hits von Bands wie Toto, Chicago, Foreigner oder Journey zurück.
Angefangen beim Gitarren-Instrumental-Intro "Combustion", schreitet dieses
Meisterwerk zügig weiter zum ersten Melodic-Knaller "You Will Be Mine", der Song hat
alles was ein 80er-Rocksong brauchte: melodische Gitarre, dezente Synthies, straighte Drums und markanter Gesang - Toto lassen grüßen, gefolgt vom erdig-harmonischen "Over You" [Def-Leppard-Touch]. Track Nr. 4 bringt das melodieverliebte 'Kind der 80er' schier zum
'Ausrasten': "Don't Leave Me In Love" ist eine Monster-Ballade, welche Whitesnake-,
Foreigner- und Toto-Elemente auf gigantische Weise kombiniert.
Nach der kurzen und angenehmen Abwechslung-Phase durch den erdigen Rock der
Stücke "Love Can't Help You Now" und "The Sky Is The Limit", etwa zur Plattenmitte,
schließen Giant das Album "III" mit vier weiteren sensationell guten Stücken ab: Die
luftig leichte Melodic-Ballade "It's Not The End Of The World", Stadion-Stimmungsrocker
"Oh Yeah", die zweite Monster-Ballade "Can't Let You Go" und das fetzig gelungene
Moon-Martin-Cover "Bad Case Of Loving You" [Robert Palmer machte den Song 1979
zum Hit]. Fazit: Giant haben Ende 2001 das Toto-Album veröffentlicht, auf das ich seit
über 13 Jahren warte. Na ja, vielleicht kommt's dieses Jahr ;-) ....
(10.01.2002)