| Guano Apes - Walking On A Thin Line |
Der Reifeprozeß, der sich vom Debütalbum "Proud Like A God" zum Zweitling "Don't Give
Me Names" vollzog, setzt sich auf dem neuen Guano Apes-Longplayer "Walking On A
Thin Line" weitestgehend fort. Die Einschränkung bezieht sich in erster Linie darauf, daß
beim Vorgängerwerk die Melodiebögen etwas fester gespannt waren. Erfolgsmäßig
bleiben Sandra Nasic, Stefan Ude, Henning Rümenapp und Dennis Poschwatta ebenfalls
in der Spur: Die aktuelle Langrille stieg am 17.02. auf # 1 der deutschen Charts ein und
belegt per 03.03. noch # 4. Auch in der Schweiz und Österreich steht die CD seit drei
Wochen hoch im Kurs, # 8 bzw. # 5 dürfen als Höchstnotiz vermeldet werden [per
02.03.].
Die Guano Apes sind meiner Meinung nach am stärksten, wenn sie Midtempo-Songs,
Balladen oder melodische Uptempo-Rocker mit überzeugenden Refrains abliefern. Diese
Kategorien werden auf "Walking On A Thin Line" zur Genüge bedient, Titel wie die hart-melodische Top 10-Single "You Can't Stop Me" [Uptempo, überragender Refrain, Power-Gitarre], bei der Sandra N. ihre explosive Gesangsperformance zelebriert, die
wunderbaren Midtempo-Nummern "Pretty In Scarlett" [locker-flockig, schöner,
harmonischer Gesang, Refrain!] sowie "Sugar Skin" [kraftvoll-melodischer Refrain], und
letztlich die großartige Rockballade "Quietly" [fantastisch-traumhafter Gesang, Refrain!]
sind über jeden Zweifel erhaben, stellen die absoluten Highlights der Scheibe dar. In
etwas abgeschwächter Form bewegt sich das Gros des Longplayers in diesen Bereichen,
wobei auch der eine oder andere Hardcore-Song fürs Nu-Metal-Volk zu finden ist: "Dick",
"Sing That Song".
(01.03.2003)