Harem Scarem - Weight Of The World Ausgezeichnet, phänomenal, sensationell - ein Meisterwerk!

Melodischer Hardrock: Def Leppard meets Firehouse!

Die kanadische Band Harem Scarem wurde 1988 gegründet. Die Ur-Formation bestand aus Pete Lesperance [Gui & Voc], Harry Hess [Voc & Key], Mike Gionet [Bs & Voc] und Darren Smith [Dr & Voc]. Im heutigen Line-Up sind nur noch die erstgenannten Köpfe der Truppe, Lesperance & Hess, mit an Bord. Beide zeichnen sich auch hauptverantwortlich für das Schreiben der Texte und der Musik. 1995 wurde D. Smith durch Creighton Doane ersetzt, im Jahr 2000 kam Barry Donaghy für M. Gionet in die Band.

Die Meilensteine der Band in Kürze: 1991 veröffentlichte man das erste Album "Harem Scarem", welches zwar ursprünglich nur in Kanada erschien, aber auch hierzulande zu den Perlen des Melodic-Hardrock zählt. 1993 schuf man mit "Mood Swings" ein weiteres Klassiker-Werk, mußte jedoch wie viele andere Rockbands dieses Genres dem aufkommenden Grunge- & Alternativ-Rock Tribut zollen. Zwei Jahre später kündigte das düstere "Voice Of Reason" einen Stilwandel an. 2000 änderte man kurzweilig den Bandnamen in Rubber und forschte weiter in moderneren Soundgefilden. Im Jahr 2002 sind die Jungs nicht nur wieder zum Ursprungsnamen zurückgekehrt, sie zelebrieren darüberhinaus mit der neuen Scheibe "Weight Of The World" das Melodic-/Hardrock-Genre erneut auf außergewöhnliche Art und Weise.

Die ersten fünf Titel des neuen HS-Rundlings sind absolute Volltreffer. Hier wird deutlich, daß die Mischung aus Firehouse & Def Leppard definitiv und gnadenlos beim Zuhörer ins Schwarze trifft. "Weight Of The World", "Killing Me", "Outside Your Window" sowie "All I Want" stellen Power-Melodic-Tracks dar, welche mit Killer-Refrains ausgestattet sind. Song No.5 hält dann die obligatorische Ballade bereit, "This Ain't Over". Der leidenschaftlich vorgetragene Song überzeugt mit einem 125%igen Schauerpotential, eine Mooooonster-Ballade!!

Das 11teilige HS-Meisterwerk umfasst zwei Instrumentalstücke, wovon "See Saw" sich mit seinem satten Gitarrensound locker für den 'ran'-Abspann [zum Schluß der Sat1- Sendung gab es früher immer die Bilder des Tages plus musikalischer Unterlegung] qualifiziert hätte. "Charmed Life", "If You" und "Voice Inside" bestätigen den aufgrund der ersten vier Songs gewonnen Eindruck, letzterer Titel weist eine kurze Gitarren- Passage auf, die auch Ian Crichton von Saga hätte spielen können. Vielleicht ist Ian ja ein Vorbild Pete Lesperance, schließlich sind Saga eines der kanadischen Aushängeschilder der 80er gewesen. Vom Album weicht lediglich "You Ruined Everything" etwas vom Grundformat ab, hier dominiert der rauhere, erdige Rock - etwa zur Plattenmitte ist diese Abwechslung wohlpositioniert.

Fazit: "WOTW" ist ein Meisterwerk, welches 39 Minuten lang - oder kurz, je nachdem wie man das sieht - höchstklassiges Melodic-Hardrock-Format erreicht. Fans dieser Musik-Sparte finden auf der Scheibe alle Attribute, die sie so sehr lieben: schöne und packende Refrains, fett-melodischen Gitarren-Sound, packende Refrains, kräftige Backgrounds, dezente Synthie-Salven & ausgeprägten Gesang. Schade eigentlich, daß trotzdem zu den bislang etwa 600.000 weltweit verkauften Alben der Band nicht allzuviele dazukommen werden .... (31.05.2002)



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