| HIM - Deep Shadows And Brilliant Highlights |
Die finnische Goth-Rock-Band überraschte mich mit ihrem neuen Album "Deep
Shadows And Brilliant Highlights" doch ein wenig. Das Werk klingt nämlich über
weite Strecken sehr nach amerikanischem straightem US-Melodic-Rock; und
damit konnte ja nun niemand rechnen. Im Gegensatz zum durchaus passablen
Vorgänger "Razorblade Romance" [2000] ist der Goth-Gehalt noch einmal
dramatisch nach unten geschraubt worden, was nicht zuletzt auch ein Verdienst
der Produzenten John Fryer und vor allem Kevin Shirley [u.a. auch für Journey
tätig] sein dürfte. Darüber hinaus klingt Ville Valo's Stimme diesmal kräftiger als
je zuvor.
Insgesamt acht der zehn Titel besitzen Mainstream-Qualitäten und überzeugen
mit feiner Melodie- und Refrainstruktur. Herausragend sind hierbei die Opener
"Salt In Our Wounds" und "Heartache Every Moment", die Single "Pretending"
und das Stück "Don't Close Your Heart". Mit diesen Songs können HIM defintiv
den Sprung nach Amerika wagen. Natürlich muß man hierbei das Klavier-Intro u.
-Outro von "Heartache Every Moment" erwähnen, das an die Titelmelodie des
Horror-Klassikers "Halloween" erinnert.
Selbst in den Balladen "In Joy And Sorrow" und "Close To The Flame" kann die
Band den Absturz in übertrieben mystische Gefilde vermeiden. "Beautiful" und
"Love You Like I Do", in letztgenanntem Song singt Valo wie Nick Cave,
entpuppen sich dann aber wieder als die schleppenden Goth-Stücke à la "Gone
With The Sin" [ein Hit aus "Razorblade Romance"], können aber den positiven
Gesamteindruck nicht entscheidend schmälern. (07.09.2001)