Janet Jackson - Damita Jo Gutes bis mittelprächtiges Album: Stärken dominieren Mittelmaß nur knapp!

Der gewohnten Janet-Stil kommt diesmal eine Klasse belangloser und weniger charmant daher!

Der Titel der neuen Janet-Jackson-Scheibe, übrigens das achte Album [ohne Remix-Platten] ihrer Karriere, "Damita Jo", lässt sich durch ihren Zweitnamen erklären, Janet Damita Jo Jackson heißt die kurz vor ihrem 38. Geburtstag stehende Sängerin in der Langform. Nun, dass JJ eine recht zarte Stimme besitzt, das weiß man auch als Janet-Konzert-Abstinenzler nicht erst seit dem an Silvester auf 3Sat gezeigten Live-Mitschnitt eines ihrer Auftritte. Dennoch lag bisher gerade in der Kombination von substanzreichen, kommerziellen Songstrukturen und der charmant-dezenten Gesangsstimme Janets ein ganz besonderer Reiz, den man auch auf dem letzten, 2001er Album "All For You" wieder finden konnte. Auf dem neuesten Output der sympathischen kleinen Schwester aus der Jackson-Family kommen jedoch viele Songs nicht über Mittelmaß hinaus, manch einer liegt gar darunter. Eine toughe Stimme könnte an der ein oder anderen Stelle für Abhilfe sorgen, so bleibt es phasenweise erschreckend blass.

Es muss die Frage erlaubt sein, ob sich das Format 'JJ' im Laufe der Jahre nicht doch abgenutzt hat? Denn obwohl Janet nach wie vor im erfolgsträchtigen R'n'B-Genre beheimatet und sie ihrem seit den 80ern performten Stil treu geblieben ist, schafft sie es mit "Damita Jo" nur relativ selten, den Funken überspringen zu lassen und den Zuhörer von ihrem Charme voll zu überzeugen. Von den 16 Full-Time-Songs – diesmal integrierte man sechs der typischen JJ-Kurz-Intermezzi – überzeugen nur sieben. Ja, natürlich ist "Thinkin' Bout My Ex" eine sehr gelungene R'n'B-Pop-Ballade, selbstverständlich gefällt der Uptempo-Song "Slolove" und auch die erste Single "Just A Little While" kann mit Gitarreneinlagen und einem starken Refrain glänzen. Wenn es aber bis zu Track sieben, "Spending Time With You" [charmante Halbballade], dauert, bis man zum ersten Mal voll zufriedengestellt wird, dann funktioniert ein Konzept einfach nicht [mehr] richtig. Man kann dabei an Songs wie "Damita Jo" [recht langweilig], "Sexhibition" [abgedroschener Stil] oder im weiteren Albumverlauf an die Einschlafnummern "Warmth" und "Moist" denken. Immerhin: Eine weitere starke Phase hat "Damita Jo" in den Tracks 9 bis 11. "Island Life", "All Nite (Don't Stop)" [Power!] und "R&B Junkie" [Funky-80ies-Style] sorgen mit oben genannten Highlights dafür, dass die Scheibe letztlich als brauchbar gelten darf. [Chart-Infos: "Damita Jo" erreichte in Deutschland # 21, Großbritannien # 32 und USA # 2] (28.04.2004)



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