Journey - Red 13 [EP] Sehr gutes Album mit vielen Highlights!

Die Frage nach dem Warum muß erlaubt sein: Journey mit einer 4-Track-CD!

Warum um Himmels Willen bringen Journey eine Four-Track-CD auf den Markt? Hätte die Schon-Truppe nicht noch ein paar Monate warten können, bis man Material für ein komplettes Album zur Verfügung hat? "Red 13" sollte in der Tat ursprünglich nur auf der 2002er US-Tour und der Bandwebsite verkauft werden. Letztlich haben sich Journey dann aber dazu entschlossen, die EP in den freien Verkauf zu schicken. Aus musikalischen Gründen ist diese Entscheidung definitiv zu begrüßen! Ob es aber sinnvoll ist, vier gute Songs, die jedem neuen Album gut zu Gesicht stehen würden, auf einer Kurzscheibe zu veröffentlichen, die ohnehin nicht die Absatzzahlen erreichen wird, wie eine Full-Length-CD, sei dahingestellt.

"Red 13" ist in der "Arrival"-Besetzung, also mit Neal Schon, Jonathan Cain, Steve Augeri, Ross Valory und Deen Castronovo, eingespielt worden, klingt aber ganz und gar nicht nach dem Hochglanz-Melodic-Rock des 2001er Werks. Bis auf die wunderschöne Ballade "Walking Away From The Edge", bei der Steve Augeri Gesangshöchsleistungen vollbringt und Neal Schon sich zu einem 'David-Gilmour-Solo' verleiten läßt, hört sich die EP wesentlich erdiger an. "Red 13" stellt sozusagen eine 2002er Version des rauen und ungeschliffenen Journey-Stils vor dem großen Durchbruch mit "Escape" [1981] dar.

Besonders gut gelungen ist der Brückenschlag zu neuen/alten Gefilden in "State Of Grace", dem ein 2-Minuten-Psychedelic-Key-Intro namens "Red 13" vorangeht, sowie "The Time". Ersteres Stück lebt nicht nur von der großartigen Vokal-Arbeit von Augeri, auch der Gesamtsound hat Biß, Attraktivität und besitzt trotz aller Roheit genügend Melodic. Cains Keyboard-Töne zu "State Of Grace" erinnern im übrigen an Deep Purple. "The Time" bietet erneut eine geniale Gesangsperformance, die in einem Killer-Refrain ihren Höhepunkt erreicht. Darüber hinaus spielt Neal Schon seine Gitarre so erdig und druckvoll wie selten zuvor. "I Can Breathe", der Schlußtrack der EP, weist insgesamt ebenfalls überdurchschnittliches Niveau auf, enttäuscht allerdings etwas im zu lauen Refrain. [Hinweis: Aufgrund der kurzen Spielzeit von 24 1/2 Min. läuft "Red 13" für die 2002er Bestenliste außer Konkurrenz] (19.11.2002)



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