| Lambretta - Lambretta |
Beginnen wir die Lambretta-Review mal mit einer kleinen Geschichte aus meinem
'Konzertleben', also einer mittleren Abschweifung ;-). Es ist knapp zwei Jahre her, daß
ich die Frankfurter Band Stereoblonde mit der charismatischen und megasympathischen
Sängerin Sabrina Winter auf einem Open-Air als Vorgruppe der US-Band Toto sah. Die
blonde Sabrina und ihre Bandkollegen servierten den Zuschauern große Melodien, fette
Gitarren, satten Sound, fantastische Refrains und vor allem herausragenden Gesang.
Diese Band begeisterte so sehr, daß man gerne ein paar Minuten mehr auf den Hauptact
des Abends hätte warten können.
Was hat die Stereoblonde-Story mit der schwedischen Band Lambretta zu tun? Nun,
obengenannte Attribute treffen in vollstem Maße auch auf die von 'Blondie' Linda
Sundblad [süße 20, Vocals] angeführte Truppe zu. Linda's Mitstreiter Anders Eliasson
[Guitar], Klas Edmundsson [Guitar], Petter Lantz [Bass] & Tomas Persic [Drums] folgen
ihr schon seit fünf Jahren; 1999 brachte man das Debütalbum "Breakfast" auf den Markt.
Schon damals sorgte das Quintett im skandinavischen Raum für Furore. Mit dem
Zweitling "Lambretta", in Schweden bereits im Herbst 2001 erschienen, wurde die Band
in ihrer Heimat in den Kreis der Superstars aufgenommen.
2002 steht also die Eroberung von Resteuropa auf dem Programm. Für die
Verwirklichung dieses Zieles schickten Gruppen-Mitglieder und Management die Single
"Bimbo" vor, welche in Schweden bis auf # 2 kletterte. Eine geradezu geniale Wahl, denn
dieses Stück ist ein gnadenloser Heavy-Pop-Song, gekennzeichnet durch einen
sensationellen Refrain mit extrem kratzigem Vorspiel. In Deutschland schaffte es "Bimbo"
bis auf # 27, per 15.07. gastiert das Stück immer noch in den Top 40 [nach 11 Wochen
Chartsaufenthalt]. Doch nicht nur in diesem Stück präsentieren Lambretta eine geniale
Mischung aus HIM-Musik [die straightesten und besten Songs aus dem letzten Album
"Deep Shadows And Brilliant Highlights"] und dem unwiderstehlich-süßlichen Rockgesang
von Linda Sundblad.
Schon nach ungefähr 25 Sekunden weiß der Zuhörer etwa, was ihn auf "Lambretta"
erwarten wird. Der Opener "Wake Up Girl" beginnt mit einem Gitarren-Solo, dann setzt
der für das Album charakteristische fett produzierte Sound ein, schon wenige Sekunden
später nimmt Linda Sundblad mit ihrem kraftvollen Gesang das Heft in die Hand, welches
sie mit jeder Strophe immer fester hält, um dann im überragenden Refrain zur Hochform
aufzulaufen. Song No. 1 wird somit zur perfekten Einladung für das nun folgende Power-Pop/Rock-Festival, das aus einer Masse an hitverdächtigen Songs besteht. Zusammen
mit og. "Bimbo" und "Wake Up Girl" sind mindestens 10 der 12 Stücke aus dem Holz
geschnitten, aus welchem man heutzutage bei geeigneter Vermarktung mittlere bis große
Hits machen kann.
Lediglich bei "I Know" hätte man sich die kurze Rap-Einlage sparen können, sie paßt
nicht wirklich zum eigentlichen Sound der fünf Schweden. Aber "Perfect Tonight", "Creep"
[wohl die nächste Single; war Top 10 in Schweden], "Piece Of My Heart" oder "You Will
Never" lassen 100%ig vermuten, daß der Hit "Bimbo" keine Eintagsfliege bleiben wird.
Eine Ballade mit finalem Heavy-Spurt, "Cry In My Arms", oder das lässig-lockere "Love
To Hate You" sowie die Akustik-Schnulze "Give Me Love" [Schauerpotential!!] runden den
Lambretta-Spaß perfekt ab! Dem Quintett wäre eine Top-10-Plazierung in den deutschen
Albumcharts von Herzen zu gönnen, bislang [15.07.] reichte es allerdings nur zu zwei
Wochen in den Top 40 [HP: # 26]. Tja, und live würde ich Lambretta auch gerne mal
erleben, denn ich bin mir ganz sicher, Linda Sundblad & ihre Jungs werden eine ähnlich
vorzügliche Rock-Show hinlegen wie die eingangs erwähnte, noch relativ unbekannte
Band aus der Mainmetropole ......, die man, so hoffe ich, auf dem diesjährigen
Frankfurter Museumsufer-Fest auch mal wiedersehen wird ....
(15.07.2002)