Lifehouse - No Name Face Sehr gutes Album mit vielen Highlights!

Moderner Melodic-Rock

Die aus Los Angeles stammende US-Band Lifehouse besteht aus Jason Wade (Gesang u. Gitarre), Sergio Andrade (Bass), Stuart Mathis (Lead-Gitarre) und Rick Woolstenhulme (Drums). Mit ihrem Debütalbum "No Name Face" landete die Formation sofort in den amerikanischen Top 10 (# 6). Insgesamt verkaufte man dort bereits weit über eine Million Exemplare und der Longplayer belegt auch in der 35. Woche noch einen Platz unter den ersten 30 des Billboards (die CD war mal kurz aus den Top 30 gerutscht, jetzt ist sie wieder "drin"). Diese Erfolgswelle wird begünstigt durch die Topsingle "Hanging By A Moment". Dieser Song bleibt den jeweiligen Spitzenreitern der US-Singlecharts dicht auf den Fersen und "lauert" seit Wochen an zweiter oder dritter Position (aktuell: # 2 / Charts vom 14.07.)

Bislang hat sich der Name Lifehouse in Deutschland noch nicht so verbreiten können. Doch seit dem 18.06. ist die Debüt-CD der Band auch hierzulande zu kaufen und sie gab sogar in der letzten Woche ein kurzzeitiges Gastspiel in den Top 100 (# 98). Wenn sich die Klasse der Band herumgesprochen hat, werden die Vier ganz sicher wieder zurück in die deutschen LP-Charts kommen. Denn "No Name Face" ist ein außergewöhnliches Rockalbum. Insbesondere aus dem Blickwinkel, daß es von einer sehr jungen Band in frischer und ambitionierter Form, zugleich aber auch sehr erfahren und routiniert eingespielt worden ist.

Die Band greift die Stärken von drei bereits bekannten US-Bands auf, ohne dabei die Schwächen jener Gruppen zu kopieren. Im Einzelnen bezieht sich das auf Creed (doch Lifehouse klingen softer und positiver), Matchbox Twenty (wo die Band um Rob Thomas ein bißchen schleppend klingt, legen die Wade-Jungs einen Gang an Schnelligkeit zu) und letztlich bleiben die Newcomer im "Duell" gegen die Band Vertical Horizon Punktsieger in puncto Ausdauerleistung, im Gegensatz zum VH-Album "Everything You Want" bauen Lifehouse im zweiten Teil der Scheibe nämlich keineswegs ab.

Vorschußlorbeeren! Nun die puren Fakten. Der erste Song, die mehr als flotte und dynamische Single "Hanging By A Moment", und der Schlußtitel, die wunderbare Ballade "Everything", bilden die beiden absoluten Highlights des Albums. Dazwischen werden 10 Stücke geboten, die mal härter ("Quasimodo"), mal relaxter (gitarrenrockende Stücke wie "Sick Cycle Carousel" oder "Only One"), mal schräger ("Cling And Clatter") oder auch schwelgerischer ("Trying", "Breathing") klingen, aber in jedem Moment interessant und vor allem melodisch-rockig bleiben. Fazit: Coole "Sommer"-Rock-Platte, die ihr letztes Quentchen Attraktivität durch den erdigen Gesang von Jason Wade erfährt. (10.07.2001)



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