Auszug aus den Reviews der Konzerte/Events seit 2001


Jaded Heart: 12.05.2004 in Frankfurt

Das Frankfurter Nachtleben war an diesem Abend mit knapp 150 Besuchern passabel gefüllt. Die meisten waren natürlich gekommen, um eine der besten deutschen Melodic- Hardrock-Bands zu sehen: Die Ruhrpottler von Jaded Heart. Doch auch Vorband Blackburn lieferte eine gute Leistung ab. Das Quintett aus der Schweiz verstand es 45 Minuten lang prächtig, die Party in Gang zu bringen. Musikalisch bot man kernigen Stimmungs-Rock der Marke Shakra; Glanzlicht war jedoch der sympathische Blickfang der Truppe, Sängerin Gabi, die stimmlich zwischen Alannah Myles und Suzi Quatro balancierte und sich ein ums andere Mal unter die Zuschauer mischte.

Mit einem äußerst gelungenen Mix aus dem neuen Album "Trust" und etlichen älteren Highlights rockten die bestens gelaunten Michael Bormann, Barish Kepic & Co. das Nachtleben über volle 100 Minuten. Dabei überzeugte der Sound wie auch die Stimme von Sänger Bormann, der live das Steve-Lee- bzw. David-Coverdale-Niveau hält. Zudem machte der Frontmann, Haupt-Songschreiber und Produzent viele Späßle, einmal bspw. als die Band ein aus "Easy Lover" [Phil Collins und Philip Bailey] und "Larger Than Life" [Backstreet Boys] bestehendes Cover-Medley präsentierte, rief Bormann in die nicht ganz textsichere erste und zweite Reihe, "Kennt ihr nicht die Backstreet Boys!? Seit ihr etwa keine Fans von denen?!". Auch die Frankfurter Eintracht bekam ihr Fett weg. Angesichts der überaus souveränen und mitreißenden Vorstellung der Band, der es spielerisch gelang, die recht opulenten Studio-Konstrukte live authentisch zu performen, war dies schnell verziehen ;-). In "Anymore", "Feels Like Home", "Trust", "Jaded" [alle vier bombastischer Melodic-Hardrock] und der Monster-Ballade "Love Is Magic" hatte die Band gleich fünf der sehr starken Songs vom aktuellen Output im Gepäck, welche zusammen mit Klassikern wie "Inside Out", "Live And Let Die" [Power-Songs!], "Perfect World" [Hymne!], "Dream Is Over" [Rock-Ballade!] und "The Journey Will Never End" [Hymne] das Herzstück eines mehr als gelungenen Abends darstellten.


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Def Leppard: 03.11.2003 in Frankfurt-Höchst

Def Leppard: Phil Collen, Rick Allen, Joe Elliott, Vivian Campbell, Rick Savage [v.l.n.r.] Mit gut einem Jahr Verspätung präsentierten Def Leppard sich zum Auftakt ihrer "X"-Deutschland-Tour am 03.11. in der Frankfurter Jahrhunderthalle in bravouröser Spiellaune und -Form. Den bombastischen Gitarrensound der so amerikanisch klingenden Band aus Sheffield/GB einmal live zu erleben, war ein außergewöhnlich tolles Ereignis! Die 20-teilige Setlist war stark Pyromania/Hysteria-dominiert – insgesamt 10 davon entstammten den beiden erfolgreichsten Alben der Gruppe -, was den Auftritt zur Mega-Party werden ließ. Songs wie "Woman", "Hysteria", "Rocket" [mit kurzem "Radar Love"-Intermezzo als Gimmick!], "Photograph", "Animal" und "Pour Some Sugar On Me" zogen die Zuschauer in ihren Bann, rissen regelrecht mit. Diese exzellenten Mehrstimmen-Arrangements, vor allem aber die doppelte Gitarren-Sturmspitze mit Vivian Campbell und Phil Collen hatten hochklassiges Niveau. Toll aufgenommen wurden auch die einzigen Stücke aus dem für die Tour namensgebenden Longplayer "X", "Four Letter Word" und "Now". Hier hätte man meiner Meinung nach noch ein, zwei Titel mehr einbauen können. Überraschend als absoluter Live-Killer entpuppte sich "Promises", die Erfolgsingle aus dem vorletzten Album "Euphoria". Bei diesem Song war die Reaktion der Menge beinahe so euphorisch wie bei den vorgenannten Klassikern der Band. Schauer-Feeling erzeugte dagegen die gigantische Ballade "When Love & Hate Collide", mit diesem 95er-Hit hatte ich an diesem Abend nicht unbedingt gerechnet.

Nach dem gefeierten "Rock Of Ages" verließen Def Leppard die Bühne. Rund zwei, drei Minuten forderten die tobenden Fans Nachschlag; den sie dann auch verdientermaßen bekamen. Mit der Monsterballade "Love Bites" und dem Ober-Party-Song "Let's Get Rocked" [neben "Make Love Like A Man" übrigens der einzige Song vom letzten wahrhaft erfolgreichen Album, "Adrenalize" aus 1992] servierte das Quintett zum Abschluß exquisites Futter für die lange Jahre vernachlässigten deutschen Fans. Und wirklich: Seinen Höhepunkt erfuhr das Konzert während "Let's Get Rocked". Zweitausend Kehlen sangen diesen größten Deutschland-Hit lautstark mit und gaben auf ihre Weise diesen fünf exzellenten Musikern, denen die Bühnen-Transformation ihres opulenten Studiosounds mehr als überzeugend gelnag, etwas zurück für die vorangegangene geniale Fete. Daß Joe Elliotts Stimme im fetten Gesamtsound teilweise etwas unterging, war zwar etwas schade, aber letztlich nicht wirklich qualitätsmindernd, denn das von wuchtigen Lighteffects flankierte höchst kurzweilige 100-Minuten-Endprodukt hat mehr als gepaßt!!!

Das einzige Manko dieses rundum faszinierenden Konzert-Abends war die laue Zuschauer-Resonanz. Lediglich 2.200 Besucher kamen in die 5.000-Personen-Halle in Frankfurt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Def Leppard haben sich – wie oben schon angedeutet - in den letzten 20 Jahren immer recht rar in Deutschland gemacht, zudem hätte diese Tour schon im letzten, spätestens aber im Frühjahr 2003 über die Bühne gehen müssen. Erschwerend hinzu kommt noch die etwas ungeschickte Date-Planung für Frankfurt und Umgebung, schließlich traten am 03., 04. und 05. November nacheinander Def Leppard, Iron Maiden und Deep Purple auf. Da mußte sich der ein oder andere Classic-Rock-Fan sicher überlegen, für wen er sein Geld ausgibt.

Bevor Def Leppard ihren Spaß-Melodic-Hardrock-Set abfeuerten, traten Ricky Warwick und Skid Row im Vorprogramm auf. Der stimmlich etwas an John Cougar Mellencamp erinnernde Warwick bot einen 20-Minuten-Acoustic-Gig, der einmal sogar für überschwengliche Stimmung sorgte, als Vivian Campbell für einen Song die Bühne betrat und mit seiner Gitarre bereits einen kleinen Vorgeschmack aufs Folgende ablieferte. Als Support spielte dann die US-Band Skid Row, die vornehmlich mit ihren Hits aus dem Jahr 1989, "18 And Life", "I Remember You", für Begeisterung sorgte, dann aber mit Nachdruck. Leider beendete die Band nach dem schicken Schlußsong "Youth Gone Wild" ihren Auftritt nach 30 Minuten. Gegen weitere 15 Minuten hätte ich nix einzuwenden gehabt.


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Gotthard: 16.04.2003 in Neu Isenburg

Daß die Schweizer Rockband Gotthard exzellente Studioalben abliefern kann, ist mir bereits seit zwei, drei Jahren bekannt. Was die Band allerdings live on stage zu leisten imstande ist, blieb mir bisher verborgen. Am 16.04. kam ich in der Neu Isenburger Hugenottenhalle vor knapp 2.000 Besuchern dann endlich zu der Ehre, das Quintett [plus Keyboarder Paolo Bolio] bei seiner "Human Zoo"-Tour-Präsentation zu erleben.

Nach dem 60-minütigen Support-Auftritt der deutschen Hardrock-Band Kingdom Come, die 1988 mit ihrem Debütlongplayer bis auf # 12 der Billboardcharts vordrang, wurde erst einmal über 30 Minuten die Bühne umgebaut. Eine Zeit, die sich später absolut als gerechtfertigt herausstellte, denn hier war nicht nur melodischer Rock von internationalem Format [was für ein Sound, was für eine Stimme: klang fast wie auf Platte!], sondern auch eine aus tollen Light-Effekten, Showeinlagen und einer kleinen Videoleinwand bestehende Bühnen-Show der Extra-Klasse angesagt. Gotthard rocken Deutschland! Als besonders erfreulich bewertete ich den Umstand, daß die spielfreudige und bestens aufgelegte Band acht der zwölf neuen Songs aus "Human Zoo" auf die Setlist gesetzt hatte. Die Schweizer, die in ihrem Heimatland locker 10.000+ Hallen füllen können, hatten insgesamt 23 Titel [Showlänge: 120 Minuten] im Gepäck, die alle Alben der Truppe abdeckten. Natürlich boten Lee & Co. tolle Balladen wie "Heaven", "Have A Little Faith", "Still I Belong To You" [inklusive fantastischem Long-Duell der beiden Gitarristen Mandy Mayer und Leo Leoni] und "One Life One Soul" [bildete mit "In The Name" den Acoustic-Part]. Diese langsameren Stücke ergänzten sich wunderbar mit Midtempo- und Uptempo-Rocksongs, von denen bis zum Drum-Solo insbesondere das Eröffnungstrio, "Human Zoo", "Top Of The World", "Come Along", die Killer "What I Like" und "Where I Belong" sowie die Klassiker "Sister Moon", "Hush" und "Mountain Mama" herausragten.

Absoluter Show-Höhepunkt war schließlich das Drum-Solo, bei dem Hena Habegger zunächst alleine begann, nur wenige Sekunden später stieg aber gegenüberliegend zur Bühne ein zweiter Trommler in den Ring, Steve Lee, der Sänger [!]. Grandios, wie die beiden ein Synchron-Trommel-Feuerwerk abzogen. Von diesem Moment an befand sich die Halle in einer neuen Stimmungsdimension, spätestens jetzt hatten Gotthard jeden der Besucher fest im Griff. Und was dann folgen sollte, war dramaturgisch und leistungsmäßig nicht zu toppen. "Movin On", ein weiterer Klassiker aus dem Repertoire der Band, schloß sich kongenial an die Habegger/Lee-Einlage an, den vorläufigen Schlußpunkt setzte dann die Stimmungsballade "Homerun". Lautstarke 'Zugabe'-Rufe der 2.000 ließen die Schweizer ein paar Minuten ausharren, um dann mit der ersten Zugabe, der No. 1-Ballade "Heaven" - hier erschien Steve Lee im zweiten Stock der Bühne -, den stimmungsgeladenen letzten Teilabschnitt einzuläuten. Dieser erfuhr mit den grandiosen Rockern "Firedance" und "Mighty Quinn" seinen Höhepunkt. Die Rock-Version des Dylan-Songs, der ja schon bei Manfred Mann zu einem absoluten Live-Klassiker mutierte, verführt dann wirklich den letzten der 2.000 zum Mitsingen. Und als dann alle dachten, jetzt ist Schluß, kehrten Gotthard zu einer weiteren Zugabe auf die Bühne zurück und performten den Led Zeppelin-Klassiker "Rock 'n' Roll". - Thanks a lot Mr. Lee, Mayer, Lynn, Habegger, Leoni & Bolio for an fantastic and unforgettable evening ......!!!


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Saga: 24.03.2003 in Neu Isenburg

Am Montag, dem 24.03., war in der Neu Isenburger Hugenottenhalle die kanadische Prog-Band Saga zu Gast. Vor knapp 1.400 Besuchern konnte man das gewohnt harmonisch-sympathische und handwerklich exzellente Gesamtbild einer jeden Live-Performance des Quintetts bestaunen, welches diesmal aber ein ganz besonderes Schmankerl aufwies. Sadler & Co. servierten zum ersten Mal die Chapters 1 bis 8 aus den Alben "Saga" [1978] bis "Worlds Apart" [1981], "Images", "Don't Be Late", "It's Time", "Will It Be You?", "No Regrets", "Tired World", "Too Much To Lose", "No Stranger", in ihrer chronologischen Reihenfolge. Hier war der absolute Genuß reiner Spielkunst angesagt. Im übrigen gab es auf der "Marathon"-Tour auch Termine, zu denen die Band die auf den Alben "Full Circle" [1999], "House Of Cards" [2001] und "Marathon" [2003] befindlichen Chapters 9 bis 16 zum besten gab. Somit wäre der Grundstein für eine Live-Doppel-CD mit allen Chapters gelegt.

Selbstverständlich mußten die Fans der Classic-Rocker darüber hinaus weder auf das Saga-Standardprogramm mit Titeln wie "Wind Him Up", "The Flyer" oder "Humble Stance", noch auf Songs neueren Datums aus den letzten drei Alben verzichten: "The One", "Runaway", "Marathon", "How Are You?", "Worlds Apart" [Ch. 16]. Insgesamt standen Saga zwei Stunden auf der Bühne, wobei Michael Sadler eine kurze, freiwillige Zusatzschicht einlegte, als er beim stimmgewaltigen Special Guest Ray Wilson [letzter Genesis-Sänger, Ex-Stiltskin], der nur mit seiner akustischen Gitarre bewaffnet einen Mix aus Genesis-, Stilskin-, Collins- und Solomaterial präsentierte, plötzlich auf der Bühne stand und unter dem tosenden Beifall der 1.400 "Carpet Crawlers" mitsang. Alleine diese Aktion legte offen, wie sehr es Saga auch nach über 25 Jahren genießen, ihre Songs live vor Publikum zu performen.

Die Supporter von A.C.T [Schweden, Prog-Rock mit Pop-Einflüssen aller Art] schraubten zusammen mit Wilson die Gesamtzeit des Events auf knapp vier Stunden, was für manche Füße eine harte Bewährungsprobe darstellte ...... ;-))


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Toto: 31.10.2002 in Frankfurt-Höchst

25 Jahre Toto: die 'Through The Looking Glass'-Tour Diese Toto-Geburtstagsfeier kann man als mehr als gelungen bezeichnen! Vor rund 4.700 begeisterten Fans in der beinahe ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle boten Steve Lukather, Bobby Kimball, David Paich, Mike Porcaro, Simon Phillips, Jeff Babko [Extra-Keys] und Tony Spinner [Extra-Guitar & Vocals] eine angesichts des 25-jährigen Jubiläums würdige 120-Minuten-Show. Was die gut aufgelegten Musiker am 31. Oktober an handwerklichem Können und natürlichem Witz offenbarten, war schlichtweg famos! Mit einer im Vergleich zu den 99er und 2000er Dates völlig überarbeiten Setlist, die ihren Schwerpunkt auf den Alben bis 1988 ["The Seventh One"] hatte, bewiesen die Jungs eindrucksvoll, wie lebendig sie auch nach 25 Jahren noch wirken. Pflichtgemäß waren natürlich auch Songs vom neuen Album "Through The Looking Glass" vertreten, die Wahl fiel auf "Could You Be Loved", "While My Guitar Gently Weeps" [fantastisch!!] sowie "Bodhisattva". Überraschend fanden keine Titel der letzten drei regulären Studioalben "Kingdom Of Desire", "Tambu" und "Mindfields" den Weg in die Setlist. Dafür wurden endlich mal wieder Perlen aus älteren Longplayern präsentiert: "Afraid Of Love" [der Rock-Kracher aus "IV": sensationell!!], "English Eyes", "Gift With A Golden Gun" [zwei der besten Songs aus dem arg unterschätzten "Turn Back"-Knaller!], sogar Songfragmente des "Lion"-Intro [aus "Isolation"] meine ich ausgemacht zu haben.

'Greatest Hits'-Darbietung war ebenfalls angesagt: "Hold The Line" in einer langen Mitsingversion, "I Won't Hold You Back" in neuem Killer-Pop-Balladen-Gewand, "Africa", "Rosanna". Etwas vermißt wurde hier "I'll Be Over You", welches man diesmal nicht im Gepäck hatte. Weitere Highlights: "Stop Loving You" mit dem sehr guten Tony Spinner an den Vocals und selbstverständlich die beiden Zugaben "Home Of The Brave" [Der absolute Live-Killer!!] sowie "White Sister". Wenn eine Band soviel Spielfreude an den Tag legt, dann läßt eine neues Studioalbum ganz bestimmt nicht mehr allzulange auf sich warten ....... [Hinweis: Bandfoto mit freundlicher Genehmigung der offiziellen Bandsite toto99.com]


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Harem Scarem: 04.06.2002 in Frankfurt

Stellt euch vor, Harem Scarem, der ewige kanadische Insidertip des harten Melodicrock, spielt im Frankfurter Nachtleben und keiner geht hin. Nun, ganz so schlimm war es dann am gestrigen Abend [04.06.] nicht, aber zum Start des Headliners, waren es nur etwa 100 Musikfreunde, die den 300 Personen fassenden Keller zu etwa einem Drittel füllten. Bei den dort unten herrschenden Sauna-Temperaturen, konnte man dies aber eigentlich wieder als positiv werten. Für den Stellenwert des Melodic-Rocks, spricht diese geringe Resonanz freilich nicht. Einheizer spielte die Stuttgarter Band Pump. Die neu gegründete Truppe lieferte, nach Aussage ihres Managers, an diesem Abend erst ihren zweiten Gig überhaupt ab, was man den bestens aufgelegten Musikern allerdings nicht anmerkte. Pump präsentierten gepflegten melodischen Hardrock, waren also der perfekte Opening Act für Harem Scarem. Harem Scarem, der Geheimtip unter den Melodic-Rockern Die Kanadier zeigten sich ebenfalls in guter Laune und boten ein 90-Min.-Programm, das von Songs aus dem aktuellen Longplayer "Weight Of The World" dominiert wurde. Dennoch fanden auch einige ältere Titel Berücksichtigung. Insgesamt präsentierten Hess, Lesperance & Co. eine passable Show mit vielen feinen Gitarren-Passagen sowie Mitsing-Refrains. Zwei Kritik-Punkte möchte ich trotzdem aufführen. Erstens sollte Bühnen-Clown Harry Hess [über die gesamte Show gesehen, ein durchaus positives Attribut des Sängers] bei den Balladen mehr Ernsthaftigkeit behalten, um solche Stücke wirklich glaubhaft rüberzubringen; hier sind Kaspereien fehl am Platz. Zweitens hätte ich mir an manchen Stellen einen Keyboard-Einsatz gewünscht, Harem Scarem traten jedoch in der klassischen Gitarren-Rock-Formation, zwei Mal Gitarre, Bass und Schlagzeug, auf.


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Asia: 21.02.2002 in Aschaffenburg

Knapp zwanzig Jahre ist es nun her, daß ich Asia im Ur-Line-Up mit John Wetton [Bs & Voc], Steve Howe [Gui], Geoff Downes [Syn/Keys] und Carl Palmer [Dr] in der restlos ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle [rund 4.000 Besucher] erleben durfte. Was hat sich seit dem verändert? Nun, vom Original-Line-Up ist nur noch Downes übriggeblieben, Hits hat man schon seit 1990 nicht mehr feiern können ["Days Like These" --- kleiner US-Erfolg], in den Albumcharts läuft auch nichts mehr und natürlich sind auch die Locations wesentlich kleiner geworden. Aber: Ist das alles ein Manko? -- Mitnichten! Das mit etwa 600 Musikbegeisterten ausverkaufte Aschaffenburger Colos-Saal liefert den aktuellen Asia in der Besetzung Geoff Downes, John Payne [Bs & Voc], Chris Slade [Dr] und Guthrie Govan [Gui] eine bestens geeignete Umgebung, um alte 80ies-Klassiker wie Songs neueren Datums in denkwürdiger Art zu präsentieren. Nicht zuletzt erlaubt ein eher 'familiäres' Umfeld den engen Kontakt zu den Fans, der sich in direkten Konversationen und diversen Fun-Einlagen äußert.

Die bestens gelaunte Truppe bietet zwei Stunden lang Melodic-Rock vom Allerfeinsten. Relativ unspektakulär betreten die vier Protagonisten des Abends die Bühne und eröffnen das Programm mit zwei Titel aus der Wetton-Phase. Bei "The Heat Goes On" und "Days Like These" zeigen Downes & Co., daß sie die 'Oldies' souverän rüberbringen können. Die neueren Titel aus der Payne-Phase performt das Quartett natürlich noch ein Quentchen authentischer, das dritte Stück, "Awake", vermittelt dies eindrucksvoll. Überhaupt erreicht die Spielfreude der Vier bei den weiteren Titel vom formidablen aktuellen Longplayer "Aura", "Wherever You Are", "Kings Of The Day", "The Longest Night", "Ready To Go Home" & "Free", ein absolutes Maximum. Vor allem "Ready To Go Home" kommt in diesem Zusammenhang in der Live-Version noch viel leidenschaftlicher als die Studioversion daher -- ein Killer! Die drei Vorgängerscheiben der Downes/Payne-Ära erhalten mit "Arena", dem besten Song aus der eher bescheidenen gleichnamigen CD, "Military Man", aus dem starken "Aria" und "Who Will Stop The Rain" von "Aqua" sowie im unten erwähnten Balladen-Medley ihre Würdigung.

Eigentlich gibt es nur ein Solo, nämlich das von Mr. GD, der wie gewohnt dabei u.a. den alten Buggles-Hit "Video Killed The Radio Star", 1979/80 eine # 2 in Deutschland, in unnachahmlicher Weise aus seinen Tasteninstrumenten zaubert. Hervorzuheben sei aber noch das 'quasi' Govan-Solo, bei welchem der Gitarrist zusammen mit seinen Bandkollegen den selbstverfassten Instrumental-Titel "Bad Asteroid" zum besten gibt. Ein Stück, das in seiner Struktur ein wenig an die leicht jazzig angehauchten Toto-Titel "Dave's Gone Skiing" oder "Jake To The Bone" erinnert und auf jeden Fall auf die nächste Asia-Platte gehört. Zudem singt sich John Payne beim Medley-Duett mit GD ["Love Under Fire", "Sad Situation", "The Longest Night"] die Seele aus dem Leib. Einen Special-Gag bereitet die Band den zahlreichen Melodic-Rock-Fans bei der Vorstellung des Schlagzeugers Chris Slade. Der 55jährige trommelte nämlich in seiner Laufbahn bereits bei weltberühmten Gruppen wie Manfred Mann's Earth Band und AC/DC. Gerade letztere Combo inspiriert Asia-Gitarrist Govan zu einer "Thunderstruck"- Einlage, die extrem gut ankommt.

Natürlich dürfen auch die Hits der Band nicht fehlen. "Only Time Will Tell", "Don't Cry", "Sole Survivor", allesamt 1982/83 auch in Deutschland auf hinteren/mittleren Chartsrängen vertreten [Mann, waren das Zeiten!], bilden tolle Highlights bei denen Payne seine Klasse als Sänger unter Beweis stellt und den Ur-Sänger John Wetton nur wenig vermissen läßt. Was Zugaben angeht, halten Asia ihre Fans recht knapp bei der Stange *grins*, mit "Go" und dem weltweiten Top-10-Breaker "Heat Of The Moment" setzen sie dennoch ihrem 2-Stunden-Auftritt die Krone auf. Die gitarrenbetonten Intros zu letztgenannten Stücken kann Guthrie Govan übrigens fantastisch interpretieren; mit ihm als Stamm-Saitenzupfer haben Asia eine sehr gute Wahl getroffen. Fazit: Selten sind 120 Minuten so schnell vergangen wie an diesem Donnerstagabend in Aschaffenburg ....

Eins hab ich mir allerdings seit diesem Abend abgeschminkt: Eine Reunion, oder besser gesagt, ein Nebeneinander von John Payne und Ur-Sänger/Bassist John Wetton wird es nicht geben. Dafür sind beide wohl viel zu sehr Individualist, als daß man bereit wäre in irgendeiner Weise Abstriche zu akzeptieren. Und Payne hat das Asia-Ruder auf der Bühne fest im Griff.


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Saga: 07.07.2001 bei Sound Of Frankfurt

Die kanadische Rockband Saga zündete am Samstag, dem 07.07., ein prächtiges Progrock-Feuerwerk beim Sound Of Frankfurt. Als die Sadler-Truppe um 21:45 ihre Performance startete, befanden sich im erweiterten Bereich um die HR3-Bühne schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Menschen. Diese Zahl läßt sich allerdings nur sehr schwer fixieren - evtl. erfährt man aus Presseberichten genauere Daten. Großartig war die Songauswahl mit allen "Hits" - die Erfolgssingles dieser Album-orientierten Band waren leider immer nur recht "kleine" Chartsstürmer - ("The Flyer", "On The Loose", "Wind Him Up"), Klassikern ("Humble Stance", "Don't Be Late") und neuerem Material, darunter die "neuen" Konzertklassiker "Time Bomb" und "The One" sowie "The Runaway" vom aktuellen "House Of Cards"-Longplayer. Berechtigterweise gewährte man Saga die längste Auftrittszeit aller Beteiligten auf der HR3-Bühne (beinahe 45 Min.). Jaaaaaaa, Sadler, Gilmour, Negus und 2x Crichton genossen das Bad in der Menge in vollen Zügen .... Danke an die Organisatoren des Sound Of Frankfurt! Danke an die Stadt Frankfurt und alle Sponsoren dieses Events! Und nicht zuletzt danke an Saga für die wohl "coolste" 3/4 Stunde, die ich jemals auf Deutschlands Einkaufsmeile No.1 (Zeil) erleben durfte ...


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Kansas/Asia: 10.04.2001 in Neu Isenburg

Ein grandioses Doppelpack trat am 10.04. vor gut 1.500 Besuchern in der Neu Isenburger Hugenottenhalle auf. 1. Teil: Asia mit Geoff Downes, John Payne, Chris Slade und Guthrie Govan. Sie präsentierten drei Titel vom neuen Album "Aura" ("Awake", "Wherever You Are" & "Ready To Go Home") und ansonsten ein gemischtes Programm aus Songs der Wetton-und Payne-Ära (natürlich mit "Heat Of The Moment" als Schlußsong). 2. Teil: Kansas, bis auf Kerry Livgren und Dave Hope in Originalbesetzung. Also mit Steve Walsh, Rich Williams, Robby Steinhardt und Phil Ehart & Langzeitmitglied Billy Greer. Hier war zum Großteil Best Of-Programm angesagt: "Dust In The Wind", "Carry On Wayward Son", "Point Of Know Return" oder "Song For America" wurden u.a. dargeboten. Vom neuen Longplayer "Somewhere To Elsewhere" spielte die Gruppe "Icarus II" und "Not Man Big". Fazit zu beiden Teilen: Großartige Performance zweier Bands, die ihre (erfolgsmäßigen) Glanzzeiten schon lange hinter sich haben.


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Saga: 05.04.2001 in Neu Isenburg

Am 05.04.2001 lieferte die Gruppe Saga mal wieder eine Live-Performance vom Feinsten ab. Vor gut 1000 Besuchern in der Neu Isenburger Hugenottenhalle boten die - wie üblich - bestens gelaunten Sadler, Negus, Gilmour & zweimal Crichton eine Mischung aus neuen Songs von den letzten Alben ("House Of Cards": "Runaway", "God Knows", "Money Talks", "Watching The Clock" & "We´ll Meet Again" und "Full Circle": "Remember When", "Time Bomb" & "The One") und dem gewohnten Best Of-Programm (z.B.: "Wind Him Up", "Careful Where You Step", "Humble Stance", "You´re Not Alone" oder "The Flyer"). Die Einstimmung für dieses wunderbare Musikereignis übernahm die Vorgruppe Arena. Die Band erledigte ihre Aufgabe hervorragend. Der Musikstil der Truppe stellte sich als eine Mischung zwischen Rush, Marillion, Ronnie James Dio und eben Saga heraus. Und das paßte nun wirklich sehr gut zum Hauptprogramm des Abends. Wer nicht da war, hat in der Tat etwas versäumt.


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