Matchbox Twenty - More Than You Think You Are Sehr gutes Album mit vielen Highlights!

US-Erfolgs-Band spielt moderne Art des erdigen Classic-Rocks

Matchbox Twenty, die Band um den Sänger Rob Thomas, schaffte es, von ihrem 96/97er Debütalbum "Yourself Or Someone Like You" in den USA satte 12 Millionen Exemplare abzusetzen [HP # 5, D: # 21]. Das Quintett, dem noch Bassist Brian Yale, Drummer Paul Doucette sowie die beiden Gitarristen Adam Gaynor und Kyle Cook angehören, konnte sich mit dem immerhin noch viermal mit US-Platin [= mehr als 4 Mio. verk. Ex.] ausgezeichneten zweiten Longplayer "Mad Season" [2000, # 3, D: # 11] weiter etablieren. Die bisher größten Singlehits der Alternativ-Pop/Rocker mit markantem Classic-Rock-Einfluß waren "Push", "3 AM", "Bent" und "If You're Gone". Darüber hinaus half Rob Thomas Carlos Santana bei seinem 99er Comeback-Longplayer "Supernatural", indem er dem Titel "Smooth" seinen gewohnt kraftvoll-rauen Stempel aufdrückte und postwendend für eine Single-No. 1 in den USA sorgte [D: # 21, GB: # 3].

Natürlich weiß man auch im Hause Matchbox Twenty vom ungeschriebenen Gesetz des Musik-Business, welches besagt: Das dritte Album einer Erfolgsband ist bzgl. einer langfristigen Präsenz in den internationalen Hitlisten das entscheidende. Deswegen hat sich die Gruppe auch besonders ins Zeug gelegt und in "More Than You Think You Are" ein ausgeglichen starkes Werk aus erdig rockenden Tracks und Modern-Melodic-Songs konzipiert. Ob man mit 20 Wochen Verweildauer in den Billboard-Charts, beinahe zwei Millionen verkaufter Exemplare, # 6 als Höchstnotiz [D: # 11] und einer aktuellen # 56 [19.04., steigende Tendenz, D: # 65 per 14.04.] schon zufrieden ist, wage ich zu bezweifeln. Jedoch sind die Messen für das neue Werk noch lange nicht gelesen. Nach der überaus gelungenen ersten Single "Disease" [coole Heavy-Gitarre, starker Gesang, nette Keys, US: # 29, D: # 85] befindet sich nämlich der Gute-Laune-Ohrwurm "Unwell" [melodisch, rhythmisch, Mitsing-Refrain] auf dem Weg ins US-Top 20-Lager [per 19.04. auf # 34], und das verschafft dem Longplayer natürlich wieder etwas Rückenwind.

Außer den obengenannten Tracks findet man auf "More Than You Think You Are" einige weitere Ohrwürmer mit Single-Hit-Potential. Insbesondere die hochmelodische Mitreißer-Monster-Ballade "The Difference" [Springsteen-Touch], der locker-flockige Pop-Song "All I Need" [erinnert im Refrain an "You Got It" von Roy Orbison], der sehr schöne Midtempo-Titel "Could I Be You", letztlich aber auch die Piano-Rock-Ballade "Bright Lights", bei welcher Rob Thomas einen kurzen Gesangsbreak á la Michael Hutchence abliefert, bieten sich für Nachfolge-Auskopplungen an. Aber: Matchbox Twenty bedienen natürlich nicht nur die Freunde der harmonischen, radiofreundlichen Rockmusik, sondern haben auch eine erdige, kantige Seite. Diese Kategorie hat mit dem toughen Opener "Feel", "Cold" [spannender Neo-Progressiv-Melodic-Song], "Downfall" [melodisch-straight] und "Soul" [Bombast-Midtempo-Nummer] ebenfalls Tracks der Güteklasse A in ihren Reihen. (14.04.2003)



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