New Order - Get Ready Sehr gutes Album mit vielen Highlights!

Gitarrendominierter Synthie-Pop/Rock

Wenn ich die neueste CD der Synthie-Pop-Legende New Order bereits nach den ersten Hördurchgängen hätte beurteilen müssen, wäre vermutlich kaum mehr als eine schwache 5er Wertung dabei herausgekommen; so stark äußern sich Unterschiede zwischen dem Sound-Stil des letzten Werkes "Republic" [1993] und "Get Ready". Ich mag "Republic" insbesondere wegen seines "weichgespülten" und entspannenden Pop-Flairs. Dieses ist auf der aktuellen Platte, die kantig, sehr rockig und äußerst abwechslungsreich ausgefallen ist, fast völlig verschwunden. Erst nach einiger Zeit entfalten die Songs eine gewisse Harmonie. Dann, wenn das Eis aber gebrochen ist, kann man die komplette Intensität New Order'scher Synthie-Rock-Kunst anno 2001 genießen! Und die besitzt eine ganze Menge an Attraktivität.

"Get Ready" startet mit drei absoluten Meisterwerken des Gitarren-Rocks [mit Synthie-Einschlag]: "Crystal", "60 Miles An Hour" und das mit Billy Corgan [Ex-Smashing Pumpkins] eingespielte "Turn My Way". Hier treffen Melodie und kantige Strukturen aufeinander und verschmelzen mit dem markanten Gesang von Bernard Sumner zu einer unwiderstehlichen Pop-Collage. Doch dieses Feeling stellt sich wirklich erst nach mehrmaligem Hören der Scheibe ein, was tendenziell auch auf die restlichen Titel zutrifft. So beim wunderschönen "Someone Like You", das mit weiblichen Background-Gesang zu überzeugen weiß, und dem flotten Harmonie-Song "Close Range".

Mit Ausnahme des Schlußtitels, 'Ballade' [wenn man dieses Wort für New Order überhaupt beanspruchen sollte] "Run Wild", besitzen alle Synthie-Rock-Songs eine durchweg schnelle Melodieführung und sind wesentlich gitarrenlastiger aufbaut als beim Vorgänger-Album "Republic". Außerdem ist die Bass-Line von Peter Hook diesmal wieder stärker ausgeprägt. Bei "Slow Jam" und "Rock The Shack" [mit Bobby Gillespie von Primal Scream] liegt der Schrägheits-Grad bisweilen sehr hoch, doch eingebettet [die Titel sind Track 6 u. 7 der CD] in rockige, aber doch typische NO-Songs, fährt man auf diese beiden Stücke dann ganz zum Schluß [der "Eingewöhnungsphase"] auch noch ab ... (06.09.2001)



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