| Nickelback - The Long Road |
Alles "Silver Side Up", oder was? Ja, gewissermaßen haben Nickelback sich schon stark
an das Konzept und den Sound des Vorgängers gehalten. Insgesamt ist "The Long Road"
aber noch ein Quentchen besser gelungen als das gute Multiplatin-Scheibchen aus dem
Jahr 2001. Gründe für diese Beurteilung: "The Long Road" wirkt abwechslungsreicher,
deckt viele Facetten ab. Mit Balladen, Midtempo- und Uptempo-Songs bringen Nickelback
2003 eine gesunde Mischung ihres Power-Modern-Melodic-Hardrock hervor. Die Songs
erscheinen zudem noch etwas eingängiger als auf "Silver Side Up". Eine Eingängigkeit,
welche man bereits an der stark radiokompatiblen Single "Someday" entdecken kann, die
aber trotzdem nicht ohne die üblichen Nickelback-Trademarks auskommen muß. Auch
"Someday" besitzt das eine oder andere härtere Riff, besticht aber insbesondere durch
zweistimmige Gesangspassagen im Refrain und – wie jeder Song der Band - die dominante Energie-Stimme von Chad Kroeger. Beim "How You Remind Me"-Bruder "Do This Anymore" und "See You At The Show" geht es in ähnlichem Rock/Pop-Stil zu.
Auf "Silver Side Up" hat sie im engeren Sinne noch gefehlt, die Power-Rock-Ballade. Das
neue Album bringt diese gleich in zweifacher Ausfertigung. Die exzellenten Stücke
"Feelin' Way Too Damn Good" und "Should've Listened" überzeugen diesbezüglich in
jeder Hinsicht. Stark vertreten sind vor allem wieder diese hochklassigen Mitreißer-Uptempo-Rocknummern. Der zu kurz [2 Minuten] geratene Opener "Flat On The Floor",
das druckvolle, im Neo-Progressiv-Touch daherkommende "Believe It Or Not", "Because Of You" [Metallica 2003 in der melodischen Version, satte Nu Metal-Gitarren], "Another Hole In The Head", welches Nirvana-Elemente aufweist, und letztlich auch einer der Bonus-Tracks, das Elton-John-Cover "Saturday Night's Alright (For Fighting)", welches beim Abrocken extrem gute Laune verbreitet, dürfen zu den Highlights gezählt werden.
Klar, Nickelback machen opulent produzierten Mainstream-Hardrock ohne Risiko und
Experimente. Im übertragenen Sinne ist das aber etwa die moderne [= melancholische]
Version der Musik, welche vor vielen Jahren erfolgreich von Bands wie Def Leppard oder
Whitesnake praktiziert wurde. Und die liefern nun wirklich eine geniale Referenz ab,
oder?! [Chart-Infos per 23.10.: "The Long Road" erreichte als Höchstnotiz in D # 4, US #
6, GB # 5, die Single "Someday" # 26, # 34 (derzeit steigende Tendenz), # 6]
(23.10.2003)