| Nightwish - Once |
Die finnische Melodic-Metal-Band Nightwish gastiert schon seit dem 2000er Album
"Wishmaster" regelmäßig in den deutschen Hitparaden. Dabei wurden immer bessere
Platzierungen erreicht, zuletzt mit "Century Child" # 5. Nachdem aber seit vergangenem
Jahr die Gruppe Evanescence dafür gesorgt hat, dass die Vermarktungsmöglichkeiten von
bombastischem Rock in Verbindung mit engelsgleicher Frauenstimme signifikant
gestiegen sind, war die Zeit für den richtig großen Nightwish-Erfolgswurf gekommen. Mit
dem aktuellen Longplayer "Once" ernten Tarja Turunen [Gesang], Emppu Vuorinen
[Gitarre], Tuomas Holopainen [Keys, Piano], Marco Hietala [Bass, Gesang] und Jukka
Nevalainen [Drums] quasi das Feld, welches Evanescence besät haben.
Selbstverständlich geht die 1996 gegründete Band deutlich härter zuwege als Amy Lees
Combo und hat sich das 'Metal' in der obigen Beschreibung des Nightwish-Genres redlich
verdient.
Große Teile des Albums wurden mit Orchester- und Chor-Unterstützung eingespielt. Die
Songs sind nicht nur im Vergleich zueinander abwechslungsreich, sie sind auch in sich
zumeist komplex gestaltet. Wichtige Spannungsmomente liefern die zahlreichen
Gesangsduelle zwischen Leadsängerin Tarja und Bassist Marco Hietala [kratzige Stimme].
So etwa im flotten "Wish I Had An Angel", bei "Planet Hell", das mit richtig hartem
Intermezzo zubereitet ist, oder "The Siren", wo sich Geigen und Gitarren zusätzlich einen
'Fight' liefern. Wie man überhaupt feststellen kann, dass der Feengesang des
dunkelhaarigen Nightwish-Blickfangs dem Metal-Sound der Scheibe bemerkenswerte
Harmonie einhaucht. Nicht nur die instrumentalistisch und gesanglich perfekt umgesetzte
Melodic-Metal-Hymne "Nemo" kann man hier zitieren. Uptempotrack "Dark Chest Of
Wonders", "Dead Gardens" [letzte Minute des Songs: Heavy-Schlussspurt!], vor allem
jedoch die sanfteren Stücke dürfen angeführt werden. Zusammen sind die insgesamt drei
Rockballaden 24 Minuten lang, zehn davon entfallen auf "Ghost Love Score", welches mit
superstarken Choreinsätzen im Zusammenspiel mit Tarja aufwarten kann und in den
Orchester-Passagen eine Symbiose von The Alan Parsons Project und Heavy Metal
produziert. Stark auch die anderen beiden, das mit indianischen Klängen eingeleitete
"Creek Mary's Blood" und Schlusstrack "Higher Than Hope". Fazit: Mit ihrer Album-Strategie sammeln Nightwish verdientermaßen 80s-Heavy Metal-Fans und Freunde des
modernen Rock und Metals ein!
[Chart-Infos: Das Album "Once" erreichte # 1, die Single "Nemo" # 6 der deutschen
Charts]
(29.08.2004)