| No Angels - Elle'Ments |
Das wichtigste vorneweg. Mit den meisten der Girl-Bands können es die No Angels locker
aufnehmen. Die fünf Siegermädchen des "Popstars"-Wettbewerb, Nadja, Jessica, Sandy,
Lucy und Vanessa, die sich gegen tausendfache Konkurrenz in einem hart geführten
Auswahlprozeß durchsetzen konnten, besitzen definitiv Gesangspotential. Die Schwierigkeit
des ganzen Unternehmens äußerte sich in der sehr kurzen Zeit, die den fünf Damen
übriggelassen wurde, um das Album "ElleīMents" zu realisieren. Ich schätze, daß lediglich
vier Wochen zur Aufnahme der insgesamt 13 Songs zur Verfügung standen, und das aus
gutem Grunde. Die Erfolgssingle "Daylight In Your Eyes" lechzte nämlich nach mehr. Um aber den frischen Wind dieses Stückes noch ausnutzen zu können, mußte man den Longplayer möglichst schnell nachschieben.
Nun, das "Hetzen" machte sich bezahlt. Das Debütwerk der No Angels stieg auf Anhieb auf #
1 in Deutschland ein (ebenso in der Schweiz und Österreich). Auch in der dritten Woche
(09.04.2001 / bislang 450.000 verkaufte Einheiten) behält es die Pole Position inne.
Für die dreizehn Titel übernahmen die unterschiedlichsten Songschreiber und Produzenten die
Verantwortung. Und dies macht sicher auch den großen Vorteil aus, der dieses Projekt
begleitet. Man pickte sich einfach die besten Titel des jeweiligen Schreiberteams heraus, und
gelangte auf diese Weise zu einem abwechslungsreichen Gesamtwerk. So bewegt sich die
Musik zwischen flotten Popsongs mit teilweise erstaunlichem Hitpotential und Balladen, die
aber - Gott sei Dank - in der Minderheit sind.
Die ersten vier Titel der CD, "Daylight In Your Eyes", "When The Angel Sing", "Promises
Can Wait" (Britney Spears läßt grüßen) und "You Could Be The First", überzeugen durch
flotten Hit-Rhythmus sowie tollen Refrains. Auch die erste Ballade der Platte, Track 5 "Cold
As Ice", besitzt Chartscharakter. Mit "Rivers Of Joy", "Go Ahead And Take It" (hat was von
den Backstreet Boys) und dem rockigen "Send Me Flowers" gibt es weiteres Pop-Material,
das zum Mitsingen einlädt. Ab Track 9 ("Couldnīt Care Less") gewinnen dann die
obligatorischen Balladen die Oberhand. Auch diese Mission gelingt in überwiegend positivem
Maße. Das Gesamtbild des Debüts der Fünf ist absolut in Ordnung! (08.04.2001)