| Paradise Lost - Symbol Of Life |
Die britische Goth-Rockband Paradise Lost existiert seit den Spätachzigern und besteht
aktuell aus Nick Holmes [Voc], Gregg Mackintosh [Gui], Aaron Aedy [Gui], Steve
Edmondson [Bs] sowie Lee Morris [Dr]. Achtungserfolge konnte man mit der Debütplatte
"Lost Paradise" [1990], "Gothic" [1991] und "Shades Of God" [1992] feiern. Damals
schlug die Band noch harte, vom Goth- und Death-Metal inspirierte Töne an. Ab dem
93er "Icon" begann man, den harten Songstrukturen enorme Melodien zu verpassen
[Goth-Hymnen]; mit durchschlagendem Erfolg: Seit "Icon" [# 31] landete jeder PL-Longplayer in den deutschen Charts! "Draconian Times" [1995, # 15] setzte den
musikalischen Trend fort. Der 97er Output "One Second" [# 8] brachte erstmals auch
Ausflüge in Pop-Gefilde, eine Tendenz, die bei "Host" [1999, # 4] perfektioniert wurde.
Diese - plazierungsbetont - erfolgreichste Platte orientierte sich am düsteren Electro-Pop,
wie ihn Depeche Mode auf dem "Ultra"-Album praktizierten. Auch "Believe In Nothing"
kam in die Top 10 [2001, # 10], wies aber wieder rockigere Charakterzüge auf.
Auf "Symbol Of Life" [# 16] regiert melodischer, hymnischer Goth-Rock mit hohem
Piano/Key-Anteil, welcher die an sich harten Songs recht oft angenehm weichspült.
Sänger Holmes pendelt zwischen einer Hetfield- [Metallica], Lindemann- [Rammstein]
oder Eldritch-Stimmlage [Sisters Of Mercy]. Als absolutes Ober-Highlight möchte ich die
Single "Erased" [# 80] hervorheben. Hier werden ein fantastisches Piano/Key-Intro,
fette, druckvolle Gitarren und traumhafte Refrain-Parts zu einem Ohrwurm mit höchster
Güteklasse verwoben. Besonders schön gelungen ist der weibliche Background-Gesang
im Refrain: 'Cherish My Religion, ..., Faith Is Only Vision'. Opener "Isolate" [Druckvoller
Synthie-Goth-Hardrock], "Pray Nightfall" [Keyboard-Dominanz, schöner Refrain,
rhythmisch], "Mystify" [Gradliniger Melodic-Hardrock, harmonischer Refrain] sowie
"Symbol Of Life" [Pop: Massive Attack-Keys, starke Gesangsarrangements, tanzbar]
laufen aber schon ganz knapp hinter "Erased" ins Ziel.
Außer "Primal" [fetziger, fieser Rocker] und "Channel For The Pain" [Psychedelic-Keys,
gemeiner Gesang] findet man auf "Symbol Of Life" ansonsten ausschließlich gemäßigtes
Melancholie-Material, welches durch fette, gradlinige Arrangements durchweg sehr
ansprechende Qualität aufweist. Wer auf die flotte Version der Sisters Of Mercy, HIM oder Rammstein in 'Light-Form' steht, muß hier zugreifen!
(05.12.2002)