| Pride Of Lions - Pride Of Lions |
Pride Of Lions, das sind im Kern Jim Peterik [Gesang, Gitarren, Keyboards, Songwriting, Produktion] und Toby Hitchcock [Gesang]. Peterik dürfte vielen Musikfreunden aus seiner Zeit mit der Band Survivor ein Begriff sein. Er war Gründungsmitglied, Keyboarder und zusammen mit
Frankie Sullivan Haupt-Songschreiber der Gruppe. In den letzten 15 Jahren trat
Multitalent Peterik hauptsächlich als Songschreiber und Produzent in Erscheinung. Hierbei
betreute er u.a. 38 Special, Lynyrd Skynyrd und Mecca. Nun wirkt er beim neuen Projekt
Pride Of Lions mal wieder als Voll-Perfomer mit und hat ganz nebenbei ein wahres
Prachtstück mit etlichen AOR/Melodic-Rock-Highlights geformt, welches Fans von
Survivor, Toto und Giant bestens, aber auch Journey- oder Foreigner-Liebhaber gut
bedient.
Ganz besonders positiv auffallend an "Pride Of Lions" ist die Lead-Vocal-Arbeitsteilung
zwischen Toby Hitchcock [26] und dem mittlerweile 53 Jahre alten JP. Während Hitchcock
in den hohen Tonlagen eines Bobby Kimball, Jimi Jamison, Joseph Williams oder des
jungen Steve Walsh beheimatet ist, serviert der erstaunlich stimmgewaltige Peterik eine
Gesangsperformance aus der gesetzteren Liga, vergleichbar mit Gerry Rafferty, David
Paich, Dave Bickler [tiefe Töne] oder Steve Walsh [heute]. In den stärksten Phasen
erinnern diese Gesangs-Duette/Duelle an die Aufgabenverteilung bei Totos "Home Of The Brave", wo David Paich die etwas tieferen Parts, Joseph Williams die hohen Passagen
übernimmt. Die ausgesprochen hohe Qualität des Songmaterials auf "Pride Of Lions" läßt
hingegen Spekulationen über das Niveau weiterer Survivor-Alben zu. Ja, als Survivor-Fan
denkt man unweigerlich darüber nach, welch' geniale Alben das Duo Sullivan/Peterik über
das vorläufige Schlußwerk "Too Hot To Sleep" [1988] hätte schreiben können, wenn
schon einer alleine zu solch außergewöhnlichen Leistungen wie "Pride Of Lions" fähig ist.
"Sound Of Home", dieser flotte Song wurde nicht ohne Grund bereits vorab als EP/Single
veröffentlicht. Hier wird schnell deutlich, wohin die Pride Of Lions-Reise hingehen soll:
Toto/Survivor at it's best, Neal-Schon-Gitarren-Passagen, vorzügliches JP/TH-
Gesangsduell mit genialer Steigerung im mitreißenden Refrain. Eine Reise, die mit "It's
Criminal", welches ursprünglich fürs 84er Survivor-Werk "Vital Signs" vorgesehen war,
"Unbreakable", das straight und kompromißlos an den Rocky-Beiträgen "Eye Of The
Tiger" und "Burning Heart" ausgerichtet ist, und "Turn To Me" [zarte Survivor-Keys, a
touch of "Seventh One"-Toto] weitere Uptempo-Flashlight-Stationen bringt. Bei vier
faszinierenden Balladen rufen Toby Hitchcock und Jim Peterik ihr Gesangs-Leistungsvermögen zu 120% ab. "Gone", "Interrupted Melody" und "Last Safe Place" garantieren Schauerfeeling. "Madness Of Love" ist komplexer strukturiert, läßt gar Platz für Progressiv-Elemente der Marke Saga und Kansas. In "First Time Around The Sun" präsentiert die Band eine locker-lässige, beswingte Toto-Nummer, die ebenfalls aus der "Seventh One"-Ära entstammen könnte.
Die Hymnen "Prideland" [sozusagen der Titelsong für Pride Of Lions, mit starken Keys
und großartiger Gitarren-Arbeit], "Love Is On The Rock", vor allem aber "Music And Me"
["Broken Promises"-Beginn, sensationelle Steigerung im Refrain, entspannendes Break]
bestätigen eindrucksvoll die Hochform, mit der die Musiker hier zugange sind. – Pride Of
Lions, das ist in der Tat die Synthese aus Spaß, Leidenschaft und Perfektion!
(24.11.2003)