| Scorpions - Unbreakable |
Die Scorpions haben im Vorfeld der Veröffentlichung ihres neuen Albums "Unbreakable"
ordentlich auf die Pauke gehauen. Klaus Meine und Co. stellten klar heraus, dass man
nach Jahren der Weichspülung ["Pure Instinct", 1996, "Acoustica", 2001] bzw. der
Experimente ["Eye II Eye", 1999, "Moment Of Glory", 2000] wieder zu den Wurzeln, dem
harten und melodischen Rock, zurückgefunden habe. Zweifelsohne war "Pure Instinct"
trotz heruntergefahrenem Gaspedal ein gutes Album, vor allem aber die Zusammenarbeit
mit den Berliner Philharmonikern auf "Moment Of Glory" warf ein hervorragendes
Ergebnis ab. Die Scorpions setzten also auch in den letzten acht Jahren das ein oder
andere Highlight, waren jedoch nun wirklich in der Pflicht, um die Fans der ersten beiden
Scorps-Dekaden wieder voll anzusprechen. Und tatsächlich: Bereits mit dem
Eröffnungssong "New Generation" holen Klaus Meine [Voc.], Rudolf Schenker [Guitars],
Matthias Jabs [Guitars], Pawel Maciwoda [Bass] und James Kottak [Drums] zum großen
Wurf aus. Der Titel bietet Bombast-Hardrock im leicht modernen Gewand, zudem zeigt
sich Meine in Bestform.
Die Hannoveraner legen in Song Nummer drei, "Deep And Dark", einen weiteren Power-Track nach, welcher ihre Ambitionen nachhaltig unterstreicht. Durch einen überwältigend
guten Refrain und ein tolles Gitarren-Solo fühlt man sich hier den Glanzzeiten des
Quintetts ganz nah. Herausragend ist auch das zum Bonus-Track deklarierte "Remember
The Good Times", eine Retro-Uptempo-Nummer, welche durch einen mitreißenden
Refrain zum gelungenen Spaß wird. Bester Song ist jedoch "Through My Eyes", das als
fantastische Rock-Hymne wohl zum neuesten Klassiker der Scorpions avancieren wird.
Weiterhin überzeugen "Blood Too Hot" [Uptempo-Rock], "This Time" [rau] und "She
Said" [recht weichgespülte, aber sehr gut gelungene Ballade]. "Unbreakable" besitzt aber
auch Durchschnittliches, nämlich genau dann, wenn es bei der Ausdruckstärke des
Refrains hapert. Dies ist auffällig in Songs wie "Love 'Em Or Leave 'Em" oder
"Borderline". Letzterer ist darüber hinaus zu sehr auf Hardrock getrimmt, was an dieser
Stelle nicht wirklich passt. Fazit: Die Platte ist deutlich härter als etwa "Pure Instinct".
Insgesamt liegen diese beiden Scheiben jedoch auf einem Niveau-Level. "Pure Instinct"
hatte etliche starke Momente, "Unbreakable" auch – nicht mehr und nicht weniger.
Solide, gute Arbeit der Scorpions! [Chart-Infos: "Unbreakable" kam auf # 4 der deutschen Hitparade]
(23.05.2004)