Silverchair - Diorama Insgesamt starkes (gutes) Album mit einigen echten Highlights!

Australische Superstars wandern erfolgreich auf hymnischen Rock-Pfaden

Silverchair bestehen seit 1992 aus Ben Gilles [Drums], Chris Joannou [Bass] und Daniel Johns [Vocals & Guitars] - zum Gründungszeitpunkt waren die drei Australier erst zwölf Jahre alt. Mit jedem ihrer bislang vier Alben landeten sie auf der Aussi-No. 1 [Das neueste Werk "Diorama", welches hierzulande seit dem 29.07. erhältlich ist, wurde dort bereits im März veröffentlicht].

Schon 1995 gelang den drei Teens mit dem Debütlongplayer "Frogstomp" der Sprung in die US-Top-10, aber auch in Großbritannien sowie Deutschland kam es immerhin zu hinteren Chartsnotierungen. Das 97er "Freak Show" brachte in Deutschland und Großbritannien schon mittlere Plazierungen, wobei man in den USA diesmal nur bis # 12 kam. Hierzulande erreichte das australische Trio mit dem Album "Neon Ballroom" [1999], welches sich 30 Wochen in den Germany-Top-100 halten konnte und eine # 13 [US: # 50, GB: # 29] als Bestnotiz ablieferte, seinen größten Erfolg so far. Dieses dritte Studioalbum brachte zum ersten Mal vermehrt hymnische und melodische Rocksongs hervor, die sich vom Ursprungssound [Grunge pur] erheblich unterschieden. Tolle Titel wie "Ana's Song" oder "Anthem For The Year 2000" wiesen auf hochkarätige Songwriter-Qualitäten innerhalb der Band hin, welche auch Wegweiser für den neuen Longplayer "Diorama" sein sollten.

Auf dem vierten Silverchair-Album [Best-Of-Kompilation nicht mitgezählt] sind die Elemente des hymnischen, orchestrierten Rock endgültig zur Haupteigenschaft des Band-Sounds geworden - kurzum: Die Teens von einst sind endgültig erwachsen geworden. Die hymnisch-verträumte Single "The Greatest View" [HP # 83 in D] ist somit ein würdiger Appetit-Happen für das Silverchair-Programm 2002, welches durch viel Melodie, feine Refrains sowie kurze & harte Breaks gekennzeichnet ist. Neben der obengenannten ersten Auskopplung sind unter den bombastisch arrangierten Titel "Accross The Night", "World Upon Your Shoulder" sowie "Luv Your Life" hervorzuheben. Bei "Without You" [grandioser Refrain, abwechslungsreiche Songstruktur, Pink Floyd-mäßiges Synth.-Outro] und "Too Much Of Not Enough" [harmonisch-komplex] zeigen Silverchair, daß sie auch den 'straighten' Rocksong beherrschen. Die harten Album-Tracks, "One Way Mule" und "The Lever", präsentiert das Trio diesmal in einem ausgesprochen gradlinigen Gewand, fiese, brachiale Passagen gehören also der Vergangenheit an.

Trotz der erwähnten Highlights, sollte man die Songs nicht isoliert betrachten, sondern "Diorama" als Gesamtkunstwerk ansehen, das als solches in den deutschen Charts vom 12.08. auf # 12 eingestiegen ist. Allerdings stürzte das Album in Chartswoche zwei tief: # 36 per 19.08. Ob "Diorama" nach dem Verbessern der "Neon Ballroom"-D-Charts-Marke ebenfalls mehr als ein halbes Jahr in der Hitparade verweilen wird, bleibt abzuwarten. Leichte Zweifel sind aber zumindest angebracht .... (19.08.2002)



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