| Taxiride - Garage Mahal |
Die australische Gitarren-Rock-Band Taxiride feierte in den Jahren 1999 und
2000 [in Deutschland] ein ziemlich gelungenes Plattendebüt. Das Album "Imaginate"
landete in Australien auf # 1 der Charts; zusätzlich hatte man mit "Get Set" [# 8] sowie
"Everywhere You Go" [# 15] zwei große Single-Hits. In Deutschland begünstigte ein
Auftritt bei Jürgen von der Lippe in der Show 'Geld oder Liebe' den recht ansprechenden
Charteinstieg des Longplayers auf # 30. Auch mit der Single "Everywhere You Go"
gelangten die Vier in die Top 100. Aus dem ursprünglichen Quartett, Tim Watson, Jason
Singh, Tim Wild sowie Daniel Hall, ist Letztgenannter inzwischen ausgestiegen.
Die große Stärke des Trios ist, wie schon bei og. Debüt, seine Ausgeglichenheit; jeder
der drei Musiker beherrscht Gesang [die Basis für die fantastischen mehrstimmigen
Vocal-Harmonien!], Gitarre, Bass und das Songwriting. Fähigkeiten, die für "Garage
Mahal" noch um einiges mehr ausgespielt wurden, als beim Vorgänger, welcher trotz
gutem Niveau Schwächen offenbarte, war dieser doch zum Schluß der Platte zu lahm
sowie teilweise stereotyp. "Garage Mahal" hat im Gegensatz dazu durchweg einen extrem
hohen Spaßfaktor, wirkt mitreißend und bietet abwechslungsreiche Feinkost, kurzum:
Hier perfektionieren Taxiride ihren mehrstimmig vorgetragenen, hochmelodischen Gitarren-Rock/Pop und legen dabei ein paar Rock-Briketts drauf!
Als erste Single wurde mit "Creepin' Up Slowly" ein netter, flockiger Pop-Song mit
Scratch-Einlage ausgekoppelt, welcher sich zu einem Dauerbrenner in den australischen
Charts entwickelt hat [HP: # 6, aktuell per 09.09.: 'Platin' für mehr als 70.000 verkaufte Einheiten]. Die Highlights des Albums sind aber definitiv
noch eine Klasse höher einzustufen. Hier demonstrieren Taxiride mit absoluten Killer-Refrains [= ein Refrain, der den Hörer sofort in seinen Bann zieht] wie harmonisch fett
produzierte Rocksongs klingen können ["Afterglow", "How I Got This Way", "Forest For
The Trees", "Wait"]. Das softere Pop-Stück "Afraid To Fly" sowie die an den Beatles und
Crowded House orientierte Ballade "This Time" gehören ebenfalls zu den Hammer-Stücken des niveaugeladenen Programms der drei Australier.
In ihrem Heimatland landete "Garage Mahal" zwar [bisher] nicht ganz soweit oben wie
"Imaginate", mit # 5 [per 09.09.: 'Gold' für mehr als 35.000 verkaufte Einheiten] sind die Drei dennoch gut
bedient, insbesondere wenn man dieses Ergebnis mit dem Abscheiden außerhalb
Australiens vergleicht. In den deutschen Top 100 ist die seit 26.08. hierzulande
erhältliche Platte noch nicht gesichtet worden, und das ist auch absolut kein Wunder:
dünne Promotion, kaum Airplay-Einsätze! Dabei könnten die neuen Taxiride-Songs den
aktuellen Radioformaten soviel frisches Leben einhauchen. Auf dem US-Markt hätte ein
von geeigneten Single-Auskopplungen begleitetes "Garage Mahal" ebenfalls große
Chancen - wenn, ja wenn man Taxiride mit der gleichen Advertising-Palette ausstatten
würde, wie etwa The Calling oder Jimmy Eat World - Bands, denen die drei Australier in
Sachen Refrain-Sicherheit, Melodic und Abwechslung eine Lehrstunde erteilen!
Manchmal ist es schon verwunderlich, wie schlampig Plattenfirmen [im Falle von
Taxiride: Warner] mit großartigen Ressourcen umgehen. Dumm!!!! Denn mit dieser
Scheibe gehören Taxiride endgültig in die Champions-League des 'Gute-Laune'-Rocks!
(07.09.2002)