The Cardigans - Long Gone Before Daylight Insgesamt starkes (gutes) Album mit einigen echten Highlights!

Pop aus Schweden verbreitet Melancholie, Schönheit oder/und gute Laune

1997 hatten die schwedischen Cardigans in "Lovefool" einen satten Monster-Hit. Der Titel aus dem Soundtrack zur "Romeo & Julia"-Verfilmung mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes landete auf # 6 der deutschen Charts, in England gar auf # 2. Mit Ausnahme des Duetts mit Tom Jones, "Burning Down The House" [1999, GB: # 7, D: # 27], sah man die Band um die sexy-weich singende Nina Persson eher seltener in internationalen Single-Spitzenrängen. Die erfolgreichsten Alben der 1992 gegründeten Band, der noch Peter Svensson [Gui], Lars-Olof Johansson [Key], Magnus Sveningsson [Bs] und Bengt Lagerberg [Dr] angehören, waren bis dato "First Band On The Moon" [1996] und "Gran Tourismo" [1998]. Die neue Scheibe "Long Gone Before Daylight" sorgte in Deutschland für die bisher höchste Plazierung auf # 24.

Der aktuelle Cardigans-Longplayer steht für besinnlich bis locker-rockige Musik, geführt von einer zauberhaften Sängerin, die mal nach Maggie Reilly [Mike Oldfield], Chrissie Hynde oder auch Sheryl Crow klingt, meistens aber doch ihren ganz speziellen Nina-Persson-Duft verbreitet. Dabei ist es klar, daß einem Fan von melodischer Rockmusik, wie meiner Wenigkeit, zurückhaltende, melancholische Songs wie "And Then You Kissed Me", "Couldn't Care Less" und "03.45: No Sleep" etwas schwerer ins Ohr gehen als die zahlreichen Midtempo-Stücke und üppiger arrangierten Balladen. Hierbei spielen die ersten drei Stücke der CD eine zentrale Rolle. "Communication", eine hitverdächtige, wunderschön gesungene Ballade, weiß hier ebenso voll zu punkten wie das traumhafte "You're The Strom" [zweite Single] mit seinem hyperstarken Refrain. Richtig rockend wird es dann beim dritten Track, "A Good Horse", der dem Sheryl-Crow-Stil verdammt nahe kommt, auch stimmlich.

Weiter geht's zur Plattenmitte mit dem hymnischen "Please Sister", gefolgt von der sehr leger-flockigen ersten Single "For What It's Worth". Weitere Highlights: das flotte "Live And Learn" [Gute-Laune-Pop in reiner Form, fröhlicher Refrain] und "Feathers And Down" [Ballade, die im Verlauf immer bombastischer wird]. Fazit: Insgesamt sieben der 11 Stücke haben mich voll überzeugt – gute Platte! (21.07.2003)



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