| The Rasmus - Dead Letters |
Das ist durchweg hochmelodischer Power-Gitarren-Rock mit Melodic-Rock-Elementen und
sparsamer Keyboard-Begleitung, den man von der Gruppe The Rasmus präsentiert
bekommt. Keine Frage, das Finnen-Quartett mit Lauri Ylönen [Voc], Eero Heinonen [Bs],
Pauli Rantasahni [Gui] und Aki Hakala [Dr] hat phasenweise einen ganz schwach
ausgeprägten HIM-Touch, insgesamt klingen die Songs aber eher positiv. So ganz ernst
sollte man den Titel "Dead Letters" also nicht nehmen, die Rasmus-Botschaften finden
problemlos den Weg zum Hörer, da diese ohne große Schnörkel sehr schnell konkret
werden. Man kann durchaus festhalten: Alle zehn Tracks aus dem insgesamt sechsten
Longplayer der Band sind Ohrwürmer, die – und das ist natürlich ein brauchbares Attribut
– immer interessanter werden, je öfter man sie anspielt, obgleich man nicht gerade viele
Sound-Variationen erlebt.
Einen wirklich durchschnittlichen oder gar schwachen Titel findet auf "Dead Letters"
nicht. Die vom Smash-Hit "In The Shadows" [in dem Song steckt das Potential von drei
Top-Hits: kurze, raue Gitarren-Parts, dominante Melodic-Passagen, Killer-Refrain!]
angeführte Riege der Album-Besten setzt aber schon Niveau-Maßstäbe, welche vom Rest
des Albums nicht ganz erreicht werden. Hierzu gehören mit "First Day Of My Life"
[mitreißend, Refrain: mega-catchy!], "In My Life" [perfekter Uptempo-Ohrwurm] und der
langen Bombast-Ballade "Not Like The Other Girls" [Melodic-Rock mit Progressiv-Anleihen, starkes Gitarren-Solo] immerhin noch drei weitere absolute Top-Songs. Da die
Rasmus-Refrains aber meistens etwas Packendes in sich tragen, entfernen sich die
anderen sechs Titel von den vorgenannten Stücken niveaumäßig nicht allzuweit. Selbst
die stilistisch etwas aus dem Power-Rahmen fallende dramatische, stille Melancholie-Ballade "Funeral Song" hat durch den rauen und zugleich weichen Gesang von Lauri
Ylönen ihre Momente – no doubt!
(04.08.2003)