| Train - Drops Of Jupiter |
Die Train-Single "Drops Of Jupiter (Tell Me)" belagert nun schon 22 Wochen die
US Billboard Top 100 und erreichte als höchste Notierung Platz 5 - aktuell liegt
der Song auf # 8. Da ist es schon mal möglich, daß so ein Titel auch hierzulande
im Radio gespielt wird. Und genau das ist die Quelle, welche mich mit "Drops
....." bekannt machte. Je öfter ich dieses Stück auf irgendeinem Sender zu hören
bekam, umso interessanter klang es.
Als ich das komplette neue Album [dem zweiten insgesamt] des US-Quintetts
[Charlie Colin, Rob Hotchkiss, Pat Monahan, Jimmy Stafford, Scott Underwood]
im Plattenladen meines Vertrauens durchcheckte, schaute ich zuerst instinktiv
auf die Rückseite der CD-Hülle. Danach konnte ich mich kaum noch halten - vor
Lachen!! Prangte doch tatsächlich auf der Brust eines der Train-Mitglieder ein T-
Shirt von Asia [und zwar das Cover vom 82er Debüt-Album dieser Band]!!! Na,
daß da die Musik schon mal überhaupt nicht schlecht sein kann, war mir natürlich
sofort klar. Und diese Mutmaßung sollte sich in der Tat bewahrheiten.
Die Gruppe Train liefert auf der CD "Drops Of Jupiter" 11 absolute Pop/Rock-
Perlen. Die Songs sind gekennzeichnet durch hymnische Liedstrukturen,
ausgeprägten Leadgesang, hervorragende Backing-Vocals und vor allem
grandiose Hooklines. Jedes Stück besitzt die Stärke eines Ohrwurms. Diese
Qualitäten spielen Train nicht nur in straighten Rocksongs wie dem Opener
"She's On Fire", "Respect" und "Whipping Boy" aus. Die Band wandert mit großer
Souveränität auch mit verhalteneren Stücken in die Gehörgänge des Zuhörers.
Beispiele: "Let It Roll" oder "Hopeless".
Aber die absoluten Knaller des Albums sind Titel, welche im Midtempo gehalten
sind. Dazu gehören die obengenannte Single sowie das geniale "Something
More" [!!], eine Mischung aus ELO of the 70ies und Crowded House plus Rock,
das ebenso wie "Drops .... " mit Strings verziert ist. Diese beiden Titel sind
beileibe nicht die einzigen Pop/Rock-Hymnen auf dieser CD. "I Wish You Would"
und auch "It's About You" glänzen ebenfalls mit bombastischen Hooklines, wobei
letzterer bei der Textpassage '... and when I get that feeling ... ' doch sehr
intensiv an eine ähnlich lautende und v. a. vergleichbar klingende Stelle in "Say
What You Want" von der Formation Texas erinnert.
Sei's drum. Train spielen durchweg große Melodien. Ein solches Attribut weisen
heutzutage nur noch wenige Bands auf. Daher ist der Truppe der Erfolg in den
USA auch von Herzen zu gönnen. Ihr Longplayer verkaufte sich dort bisher weit
über eine Million Mal und erreichte # 6 [aktuell per 11.08: # 18]. In Deutschland
wird das Werk erst kommenden Montag veröffentlicht [06.08. / offiziell]. Es
bleibt abzuwarten, ob Train hier den US-Erfolg wiederholen können. Zumindest
steigt ihre Single "Drops Of Jupiter (Tell Me)" am 06.08. auf # 85 der deutschen
Charts ein und steht auch in den Rock-Airplay-Top 10.
Nachdem alte eingesessene Rockbands im Jahr 2001 bereits zahlreiche Melodic-
Geniestreiche auf den Markt gebracht haben [Beispiele: Asia & Journey], tritt nun
eine Newcomer-Band in deren Fußstapfen und läßt die Melodic-Rock-Platte des
Sommers vom Stapel. (04.08.2001)