Vanilla Ninja - Traces Of Sadness Gutes bis mittelprächtiges Album: Stärken dominieren Mittelmaß nur knapp!

Eingängiger Standard-Melodic-Rock mit mehrstimmigem Damen-Gesang

Vanilla Ninja sind vier junge Frauen aus Estland, Lenna, Katrin, Triinu und Piret, die vom Produzenten/Songwriter-Team David Brandes, John O'Flynn und Jane Tempest betreut werden. Sie schrieben den selbstverständlich hübsch anzuschauenden Sängerinnen durchweg Songs im 80s-Classic-Melodic-Rock-Style mit viel Keyboard und harmonischen Gitarrenpassagen auf den Leib [auf die Frage, inwieweit die Mädels Instrumente bedienen können, möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen ;-)]. Irgendwie hat man das Gefühl, alles schon einmal in anderen Titeln dieser Epoche gehört zu haben. Darüber hinaus ähneln sich die Stücke so sehr, dass man sie manchmal verwechselt.

Kein gutes Intro für eine Review, aber ganz so schlimm ist das Ganze nicht. Natürlich sind die insgesamt 12 verschiedenen Tracks [hinzu kommen zwei Extended-Versionen] sehr einfach gestrickt. Was aber wirklich durchaus sympathisch gelingt, sind eingängige Refrains und auch die Mehrstimmigkeit im Gesang. So kann man "Tough Enough", "Don't Go Too Fast", "Looking For A Hero" oder "Liar" aufzählen, wobei letztgenanntes Stück etwas aggressiver ausgelegt wird, welche jeweils gesanglich passabel vorgetragen und insgesamt nett gelungen sind. Auch ein paar Balladen haben die Vanilla Ninjas an Bord. Hierbei kann man "Destroyed By You" als gelungen bezeichnen. Jedoch erlaubte sich das Songwriterteam die bodenlose Frechheit, im Song "When The Indians Cry" den Refrain von "When The Children Cry" von White Lion beinnahe 1:1 zu kopieren. Warum haben sie nicht gleich eine Coverversion daraus gemacht? Sei' s drum, diese Nummer kommt trotzdem gut rüber.

Highlight des Albums ist meiner Meinung nach "Heartless", das im flotten Tempo mit tollem Stimmungsrefrain überzeugen kann. Fazit: Losgelöst von allen Vorurteilen, findet man bei Vanilla Ninja charmanten Low-Level-Standard-Melodic-Rock und fühlt sich in ganz starken Gesangs-Phasen ein kleines bisschen an die Wilson-Schwestern erinnert. [Chart-Infos: "Traces Of Sadness" erreichte # 3 der deutschen Top 10, befindet sich in der elften Woche wieder auf # 10. Die bisherigen Singles "Tough Enough", "Don't Go Too Fast" und "Liar" erreichten # 13 und jeweils # 23.] (29.08.2004)



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